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Nachhaltige Mobilität: Radeln lohnt sich
Dank der neuen Biklio-App sollen Radler dazu ermutigt werden, sich auf den Drahtesel zu schwingen.

Nachhaltige Mobilität: Radeln lohnt sich

Foto: Guy Jallay
Dank der neuen Biklio-App sollen Radler dazu ermutigt werden, sich auf den Drahtesel zu schwingen.
Wirtschaft 3 Min. 12.10.2017

Nachhaltige Mobilität: Radeln lohnt sich

Mara BILO
Mara BILO
Wer in Luxemburg mit dem Rad unterwegs ist, kann sich heute und morgen auf eine kleine Überraschung freuen: eine Einladung mit der Aufschrift „Biklio: Bike with benefits“.

Die Consultingfirma LuxMobility hat mit der Unterstützung der Lëtzebuerger Velos Initiative die Biklio-Kampagne für mehr Radfahren in Luxemburg gestartet. Ziel ist es, Menschen, die in Luxemburg arbeiten oder leben, zum Radfahren zu ermutigen. Greifen sie zum Fahrrad, werden sie mit kleinen Rabatten und Aktionen in Geschäften und Cafés der Stadt belohnt.

„Die Biklio-App kann im Android- und iOS-Store kostenlos heruntergeladen werden“, sagt Martin Kracheel, der mit François Sprumont die Biklio-Kampagne verwaltet. Als Experten in Mobilitätsverhalten haben sie sich um die Organisation des Projektes in Luxemburg gekümmert: „Es handelt sich um die Umsetzung eines EU-Projektes“, erzählt Kracheel. „Biklio gibt es bereits in anderen EU-Ländern wie Bulgarien, Großbritannien, Italien, Portugal und den Niederlanden.“

Einen Muffin für einen Kilometer Radfahren

„Wir wollen ein Netzwerk zwischen Radfahrern und lokalen Geschäften aufbauen, auch um die Lebensqualität in der Stadt zu verbessern“, erklärt Kracheel. Während einem Monat können die Biklio-Nutzer von verschiedenen Vorteilen der Partner profitieren. Die App sammelt Daten über das Mobilitätsverhalten ihrer Nutzer – gefahrene Entfernungen, Einsparung von CO2-Emissionen. Das macht es den teilnehmenden Radlern möglich, den Biklio-Partnern nachzuweisen, dass sie eine bestimmte Distanz mit dem Rad bewältigt haben.


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Dafür gibt es dann für die Radfahrer einen kostenlosen Eintritt ins Mudam und ein Kaffee im Mudam Café oder einen Muffin und 20 Prozent Rabatt auf dem Preis des Mittagsmenüs bei der Bäckerei Tartefine in Bonneweg. Einen Muffin für einen Kilometer Radfahren sozusagen. „Das wird wohl kaum reichen, um den Muffin abzuarbeiten, aber es ist ein Anfang“, lacht Kracheel. Anne Matinet, Geschäftsführerin der Bäckerei Tartefine, ist von dem Projekt angetan: „Wir haben bereits ein paar Kunden durch Biklio gewonnen. Ich bin davon überzeugt, dass diese Initiative es den Leuten erlaubt, neue Geschäfte in der Umgebung zu entdecken.“

„Wir bringen unseren Partnern neue Kunden, und als Gegenleistung bieten die Shops Rabatte und Aktionen an“, erklärt Kracheel weiter. Zu den Biklio-Partnern zählen auch Vinoteca: dort gibt es nach Vorlage der App und einem Einkauf von wenigstens 15 Euro eine Flasche Wein kostenlos. Mit von der Partie ist auch S-Cape, wo teilnehmende Radfahrer zehn Prozent Rabatt auf die Fahrradreparaturen bekommen.

Verbesserung der Verkehrssituation

Laut der Datenerhebung „Positive Drive 2017“ nutzen nur vier Prozent der Menschen in Luxemburg das Fahrrad als tägliches Transportmittel. „Luxemburg ist kein Fahrradland. Das Fahrrad ist nicht Teil der täglichen Mobilität“, beklagt Kracheel. „Es ist uns wichtig, die Zahl der Menschen, die ein Fahrrad benutzen, zu erhöhen, besonders weil dies die Verkehrssituation in der Stadt verbessern könnte und obendrein gesund ist.“ Kein Fahrrad zu besitzen, sollte auch niemandem im Wege stehen: Man kann sowohl mit seinem eigenen Fahrrad als auch mit einem Mietfahrrad an der Biklio-Kampagne teilnehmen.

Auch wenn die Aktion nur im Oktober läuft, soll das Biklio-Abenteuer fortgeführt werden. „Wir starten erst mit dieser Testphase“, erklärt Kracheel. „Anfang November wollen wir eine Datensammlung durchführen.“ Aus dem Feedback der Biklio-Nutzer werden Kracheel und Sprumont dann eine Analyse der Vorteile und Nachteile des Projekts erstellen, die einen Einblick in das Mobilitätsverhalten von Radfahrern in der Stadt ermöglichen sollte.


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Danach könnte man sich unterschiedliche Finanzierungsmöglichkeiten vorstellen, so Kracheel. „Wir verdienen kein Geld mit diesem Projekt. Im Moment wird es durch die Europäische Kommission finanziert.“ Es bestehen jedoch mehrere Möglichkeiten, um Biklio über den 31. Oktober hinaus weiterleben zu lassen: „Schön wäre, wenn die Stadt Luxemburg oder das Ministerium für nachhaltige Entwicklung und Infrastruktur uns unterstützen. Sonst hoffen wir, dass die Fahrradhändler und unsere lokalen Partner genug Interesse an Biklio haben, um sich finanziell an unserem Projekt zu beteiligen.“

Letztendlich ist es Ziel der Biklio-Kampagne, für mehr Lebensqualität zu werben. Außerdem wird den Biklio-Partnern die Möglichkeit gegeben, an einem grünen Projekt teilzunehmen: „Zurzeit haben wir 162 Teilnehmer, aber wir hoffen, dass wir schon sehr bald auf neue Partner und Teilnehmer zählen dürfen!"


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