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Nach Rückzug von ArcelorMittal: Arbeiter von bedrohtem Stahlwerk streiken
Wirtschaft 07.11.2019

Nach Rückzug von ArcelorMittal: Arbeiter von bedrohtem Stahlwerk streiken

Streikende Mitarbeiter vor dem Stahlwerk in Tarent.

Nach Rückzug von ArcelorMittal: Arbeiter von bedrohtem Stahlwerk streiken

Streikende Mitarbeiter vor dem Stahlwerk in Tarent.
Foto: AFP
Wirtschaft 07.11.2019

Nach Rückzug von ArcelorMittal: Arbeiter von bedrohtem Stahlwerk streiken

Die Arbeiter des von Schließung bedrohten italienischen Stahlwerks Ilva haben für Freitag einen 24-stündigen Streik angekündigt.

(dpa) - Die Arbeiter des von Schließung bedrohten italienischen Stahlwerks Ilva haben für Freitag einen 24-stündigen Streik angekündigt. Sie wollen damit gegen mögliche Massenentlassungen protestieren, die nach dem Rückzug von ArcelorMittal drohen.


(FILES) This file photo taken on July 23, 2019 shows the steel manufacturing giant Arcelor Mittal Italia (ex ILVA ) plant, in Taranto, southern Italy. - The world steel giant ArcelorMittal announced on November 4, 2019 that it was cancelling the takeover of the Italian company Ilva, after the withdrawal of criminal environmental protection for the managers of the Taranto site, which is currently being cleaned up. (Photo by Tiziana FABI / AFP)
ArcelorMittal tritt vom Kauf des Werks Ilva zurück
Der Stahlkonzern verkaufte sieben Werke in Europa - darunter Düdelingen - um Ilva kaufen zu können - Umweltprobleme und italienische Gesetze lassen den Deal platzen.

Der weltgrößte Stahlkonzern hatte am Montag mitgeteilt, die vor einem Jahr besiegelte Übernahme des Werks rückgängig zu machen. Als Grund nannte er jüngste Änderungen in der italienischen Gesetzgebung, mit denen eine Immunität für eventuelle Verstöße gegen Umweltbestimmungen aufgehoben würde. Hinzu kommt ein Gerichtsentscheid, nach dem ein Hochofen bald geschlossen werden müsste. ArcelorMittal sieht sich nun berechtigt, von einer Ausstiegsklausel im Vertrag Gebrauch zu machen.

Kritik der italienischen Regierung

Die italienische Regierung reagierte verärgert. Am Mittwoch traf Ministerpräsident Giuseppe Conte mehrere Stunden mit der ArcelorMittal-Führung zusammen. Am Abend teilte er mit, der Konzern wolle 5.000 von 10.700 Arbeitsplätzen streichen. „Es ist für uns völlig inakzeptabel, 5.000 Arbeiter, 5000 Familien ohne Arbeit und ohne Zukunft zu lassen“, sagte Conte.

Um das Stahlwerk in Tarent in Apulien gibt es schon seit längerem Streit wegen möglicher Gesundheitsgefahren. Im Januar hatte der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg geurteilt, der italienische Staat sei bislang unzureichend gegen die Risiken vorgegangen und habe damit die Menschenrechte der Anwohner in der Nähe des Werks verletzt. Es gab schon wiederholt Berichte über eine gehäufte Zahl von Krebserkrankungen in Tarent. Im strukturschwachen „Mezzogiorno“, dem italienischen Süden, hat das Werk angesichts hoher Arbeitslosigkeit aber hohe wirtschaftliche und soziale Bedeutung.


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