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Nach Insolvenz: Käufer für alle Air-Berlin-Teile gefunden
Wirtschaft 28.10.2017 Aus unserem online-Archiv

Nach Insolvenz: Käufer für alle Air-Berlin-Teile gefunden

Emotionaler Abschied am Freitagabend in München, kurz vor dem Start der letzten Linienmaschine nach Berlin-Tegel.

Nach Insolvenz: Käufer für alle Air-Berlin-Teile gefunden

Emotionaler Abschied am Freitagabend in München, kurz vor dem Start der letzten Linienmaschine nach Berlin-Tegel.
Foto AFP
Wirtschaft 28.10.2017 Aus unserem online-Archiv

Nach Insolvenz: Käufer für alle Air-Berlin-Teile gefunden

Michèle GANTENBEIN
Michèle GANTENBEIN
Air Berlin ist Geschichte. Für alle Teile der insolventen Fluggesellschaft gibt es nun Käufer. Am Freitagabend landete die letzte Linienmaschine der zweitgrößten deutschen Fluggesellschaft in Berlin-Tegel.

(dpa) - Die insolvente Air Berlin hat den Flugbetrieb eingestellt und sich mit Easyjet über den Verkauf der letzten Unternehmensteile geeinigt. Die britische Fluggesellschaft will von Air Berlin 25 Flugzeuge vom Typ A320 übernehmen.

Die beiden Unternehmen unterzeichneten nach Angaben von Easyjet eine Vereinbarung über die Übernahme von Teilen des Flugbetriebs in Tegel. Bisher war Easyjet am Standort Berlin ausschließlich am Flughafen Schönefeld aktiv. Für die 25 Maschinen will Easyjet wiederum Leasingverträge abschließen. Die Transaktion soll im Dezember vollzogen werden, wie die britsche Airline mitteilte.

Bis zu 1.000 Piloten und Flugbegleitern sollen Stellen bei Easyjet angeboten werden. Für weit mehr als 6.000 Mitarbeiter haben sich Angaben von Air Berlin zufolge neue berufliche Perspektiven ergeben.

Bereits vor zwei Wochen hatte sich die Lufthansa mit 81 Maschinen gut die Hälfte der Air-Berlin-Flotte gesichert. Lufthansa will die beiden Air-Berlin-Töchter Niki und LGW sowie weitere 20 Jets übernehmen.

Niki und LGW sind nicht insolvent und fliegen weiter. Bis zu 3.000 Mitarbeiter sollen bei der Lufthansa-Tochter Eurowings unterkommen. Davon sollen rund 1.700 Mitarbeiter mit Niki und LGW direkt übernommen werden, auf die anderen 1.300 Stellen können sich Interessenten bewerben.

Für 1.200 Beschäftigte des Bodenpersonals in Berlin und 550 Mitarbeiter der Air-Berlin-Technik besteht die Möglichkeit, in eine Transfergesellschaft zu gehen. 300 Mitarbeiter der Air-Berlin-Technik sollen von der Berliner Logistikfirma Zeitfracht und der Wartungsfirma Nayak übernommen werden. Mehrere Hundert Mitarbeiter haben Unternehmensangaben zufolge Air Berlin bereits in Richtung neuer Arbeitgeber verlassen.

Letzter Flug

Die letzte Maschine der insolventen Fluggesellschaft, eine Airbus A320, landete am Freitagabend um 23.45 Uhr aus München kommend auf dem Flughafen Berlin-Tegel. Von heute auf morgen fallen nun rund 250 innerdeutsche und Europa-Flüge aus dem Angebot. Noch im vergangenen Jahr hatte Air Berlin rund 800 Flüge täglich im Programm.

Air Berlin war nach Lufthansa seit dem Jahr 2003 die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft. Im Rekordjahr 2011 kam sie auf mehr als 35 Millionen Passagiere bei 4,2 Milliarden Euro Umsatz. Mit 1,5 Milliarden Euro verschuldet musste Air Berlin Mitte August Insolvenz anmelden. Der Flugbetrieb konnte dank eines Überbrückungskredites des Bundes über 150 Millionen Euro bis Freitag aufrechterhalten werden.


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