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Nach Insolvenz: Brüssel lässt Air Berlin weiter fliegen
Dank der Finanzspritze kann Air Berlin vorerst weiterfliegen.

Nach Insolvenz: Brüssel lässt Air Berlin weiter fliegen

AFP
Dank der Finanzspritze kann Air Berlin vorerst weiterfliegen.
Wirtschaft 04.09.2017

Nach Insolvenz: Brüssel lässt Air Berlin weiter fliegen

Teddy JAANS
Teddy JAANS
Damit Urlauber nicht stranden, leiht der Bund der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin Millionen. Ein Nein zur Staatshilfe hätte diesen Plan zunichte gemacht. Doch die EU-Kommission entschied anders.

(dpa) - Die insolvente Air Berlin kann ihren Betrieb vorerst aufrecht erhalten. Die EU-Kommission ebnete am Montag den Weg für einen umstrittenen staatlichen Kredit, mit dem die Flugzeuge der Gesellschaft bis zu einem endgültigen Verkauf in der Luft bleiben können. Das verlustreiche Unternehmen hatte in den Sommerferien Insolvenz beantragt, fliegt aber weiter - ausgenommen einige Langstreckenverbindungen, die von Mitte September an gestrichen werden.

Der Bund will Air Berlin 150 Millionen Euro leihen. Die Zahlung stehe im Einklang mit EU-Recht, teilten die Brüsseler Wettbewerbshüter nun mit. Sie gewährleiste die geordnete Abwicklung der Air Berlin, ohne den Wettbewerb übermäßig zu verfälschen.

Ohne die Kreditzusage hätten die Maschinen unmittelbar nach dem Insolvenzantrag am Boden bleiben müssen, betonte Air Berlin am Montag. „Dank der tatkräftigen Hilfe der Bundesregierung können wir die Investorensuche mit voller Kraft fortsetzen“, sagte Vorstandschef Thomas Winkelmann. Die zweitgrößte deutsche Airline verhandelt derzeit mit dem Marktführer Lufthansa und weiteren Interessenten über den Verkauf von Unternehmensteilen.

Der Staatskredit der Bundesregierung ist hoch umstritten. Der Chef des irischen Billigfliegers Ryanair, Michael O'Leary, hatte den Kredit als indirekte illegale Hilfe für die Lufthansa kritisiert, er warnt zudem vor einem Monopol der größten deutschen Airline. Auch die Fluggesellschaft Germania geht gegen die Millionenhilfe vor.


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