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Nach dem Brexit: Achte Versicherung entscheidet sich für Luxemburg
Wirtschaft 2 Min. 06.09.2017 Aus unserem online-Archiv

Nach dem Brexit: Achte Versicherung entscheidet sich für Luxemburg

Immer mehr Versicherungen entscheiden sich ihre EU-Geschäfte zukünftig von Luxemburg aus zu betreiben.

Nach dem Brexit: Achte Versicherung entscheidet sich für Luxemburg

Immer mehr Versicherungen entscheiden sich ihre EU-Geschäfte zukünftig von Luxemburg aus zu betreiben.
(Foto: Guy Wolff)
Wirtschaft 2 Min. 06.09.2017 Aus unserem online-Archiv

Nach dem Brexit: Achte Versicherung entscheidet sich für Luxemburg

Nachdem Großbritannien sich für einen Austritt aus der EU entschieden hat, hat sich die japanische Versicherung "Tokio Marine Holdings" entschieden ihre EU-Geschäfte zukünftig von Luxemburg aus zu betreiben.

(M.G.) - Das japanische Versicherungsunternehmen "Tokio Marine Holdings" verkündete am Mittwoch, dass es sich in Luxemburg niederlassen wird. Damit hat sich seit dem Brexit-Referendum im Juni 2016 bereits die achte Versicherungsgruppe dazu entschieden, ihre europäischen Geschäfte zukünftig von Luxemburg aus zu führen.

Tokio Marine möchte damit sicherstellen, dass sie ihren Kunden in Europa weiterhin Versicherungsprodukte und -dienstleistungen anbieten können, sollte sie ihren Zugang zum europäischen Binnenmarkt nach dem Brexit verlieren. Zur Zeit bedient die Firma Kunden in der EU durch ihre beiden Zweigstellen in Großbritannien.

Tokio Marine rechnet damit, dass es rund acht Monate dauern wird bis ihr Antrag auf Zulassung in Luxemburg bewilligt wird. Tatsächlich benötigt die Versicherungsaufsichtsbehörde, das "Commissariat aux assurances" (CAA) im Schnitt sechs bis neun Monate zur Bearbeitung eines Zulassungsantrages, laut Claude Wirion, Vorsitzender des CAA.

Doch damit nicht genug. In Großbritannien muss ein Gericht dem Transfer aller Verträge, die unter britischem Recht abgeschlossen wurden, nach Luxemburg zustimmen. Diese Prozedur könne bis zu einem Jahr lang dauern, so Claude Wirion.

In den vergangenen Monaten hatten die Firmen AIG, Hiscox, RSA, Liberty Specialty Markets, CNA Hardy und FM Global bereits angekündigt sich in Luxemburg niederlassen zu wollen. Luxemburg zieht damit mehr und mehr spezialisierte Versicherungsgesellschaften an, die Policen im Bereich der Schifffahrt, Immobilien oder der Luftfahrt anbieten, und auch nach einem Austritt Großbritanniens aus der EU im europäischen Binnenmarkt arbeiten möchten.

Dass Luxemburg in der engeren Auswahl für eine mögliche Niederlassung dieser Unternehmen sei, sei ihm klar gewesen, meint Claude Wirion. "Überrascht hat mich allerdings wie viele Unternehmen ihre europäischen Geschäfte bisher von London aus geführt haben und demnach nun auf der Suche nach einem neuen europäischen Sitz sind", so Wirion weiter.

"Es stimmt, dass die Zahl der Versicherungen, die sich in Luxemburg niederlassen, etwas überraschend kam. Um ehrlich zu sein, war das Hauptziel von Luxembourg for Finance und dem Finanzministerium weitere Banken und Unternehmen im Bereich der Vermögensverwaltung anzuziehen", erklärt Jean-Michel Pacaud, Leiter der Versicherungsabteilung bei EY.

Um diesen Zuwachs an Zulassungsanträgen bewältigen zu können, holt sich das CAA nun Verstärkung an Bord. "Bis zum Ende des Jahres wird das CAA von 40 auf 48 Mitarbeiter wachsen", erklärt Claude Wirion.

Tatsächlich schätzen Experten nämlich, dass dies nur die Spitze des Eisbergs sei und noch weitere Unternehmen Luxemburg zu ihrem neuen EU-Sitz machen werden. Man sei zur Zeit im Gespräch mit vier bis fünf Unternehmen, die eine Niederlassung in Luxemburg in Betracht ziehen, erklärt Claude Wirion. Das sei aber selbstverständlich keine Garantie, dass sie sich am Ende auch für das Großherzogtum entscheiden.







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