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Nach Brexit-Entscheid: Luxemburg rückt in den Brexit-Fokus
Wie geht es nach dem Brexit mit der City weiter? Luxemburg präsentiert sich als Alternative zum Londoner Finanzplatz.

Nach Brexit-Entscheid: Luxemburg rückt in den Brexit-Fokus

Foto: AFP
Wie geht es nach dem Brexit mit der City weiter? Luxemburg präsentiert sich als Alternative zum Londoner Finanzplatz.
Wirtschaft 03.04.2017

Nach Brexit-Entscheid: Luxemburg rückt in den Brexit-Fokus

Der Brexit ist beschlossene Sache - und wird seine Auswirkungen auf Luxemburg und dessen Finanzplatz haben. Deshalb baut das Großherzogtum aktiv seine Beziehungen zu Großbritannien aus.

(miz) - Wie groß die Auswirkungen des Brexits auf Luxemburg sein werden, darüber wird seit Wochen, wenn nicht sogar Monaten spekuliert. Luxemburgs Finanzakteure arbeiten derzeit intensiv daran, die guten Beziehungen zu Großbritannien weiter auszubauen.

Nicolas Mackel, CEO von „Luxembourg for Finance“, wird Luxemburg am Dienstag in London bei der Konferenz „FT Brexit and Beyond Summit“ vertreten. Während in London die wichtigsten Finanzstandorte repräsentiert seien, werde Mackel über die Vorteile von Luxemburg als Finanzplatz sprechen, so Elisabeth Adams von „Luxembourg for Finance“.

Zum Thema Brexit sagte Mackel dem Luxemburger Wort bereits vergangene Woche: „Die Finanzakteure hatten nach dem Referendum verstanden, dass sie ihren Zugang zum EU-Binnenmarkt verlieren würden.“ Er betonte, dass der Fokus von „Luxembourg for Finance“ nicht nur auf britischen Akteuren, sondern auch internationalen Finanzinstituten liege.

„Luxembourg for Finance“ war sich der Wichtigkeit der City aber lange vor den Brexit-Gesprächen bewusst. Seit 2015 arbeitet die Luxemburger Finanzagentur mit der britischen Kommunikationsfirma Maitland-Havas zusammen. Das Unternehmen ist auf Finanzdienstleistungen spezialisiert und soll die Stärken des Luxemburger Bankenplatzes hervorheben.

Und Luxemburgs Popularität wächst bereits: Die britische Tageszeitung City A.M. lobt beispielsweise nicht nur die hiesige Finanzexpertise, sondern deutet auf die vielen anderen Vorteile des Landes hin: Mehrsprachigkeit, hohe Lebensqualität, Kinderfreundlichkeit und die Nähre zu Städten wie Brüssel und Paris.

Brexit-Gespräche in Luxemburg

Nachdem der Austrittsantrag vergangene Woche von der britischen Premierministerin Theresa May unterzeichnet wurde, kommt am Dienstag Michel Barnier, Verhandlungsführer der Brexit-Arbeitsgruppe der Europäischen Kommission nach Luxemburg.

Begrüßt wird er von Premierminister Xavier Bettel. Außerdem wird er Außenminister Jean Asselborn und den Präsidenten der Abgeordnetenkammer Mars di Bartolomeo  treffen. Themen werden vor allem aktuelle EU-Dossiers sowie die Brexit-Verhandlungen sein.


 

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