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Mordaschow übertrug TUI-Aktien an Ehefrau
Wirtschaft 18.03.2022 Aus unserem online-Archiv
Russland-Sanktionen

Mordaschow übertrug TUI-Aktien an Ehefrau

Der Reisekonzern hat die Stimmrechte der ehemaligen Anteile von Alexej Mordaschow gesperrt.
Russland-Sanktionen

Mordaschow übertrug TUI-Aktien an Ehefrau

Der Reisekonzern hat die Stimmrechte der ehemaligen Anteile von Alexej Mordaschow gesperrt.
Foto: TUI
Wirtschaft 18.03.2022 Aus unserem online-Archiv
Russland-Sanktionen

Mordaschow übertrug TUI-Aktien an Ehefrau

Die Anteile am Reisekonzern hat der russische Oligarch am Tag der EU-Sanktionen „verkauft“ - offiziell an eine ihm nicht nahestehende Person.

(dpa) - Ein Großteil der Stimmrechte des langjährigen russischen Tui-Hauptaktionärs und Oligarchen Alexej Mordaschow an dem weltgrößten Reisekonzern ist jetzt unter der Kontrolle von dessen Ehefrau. Dies geht aus einer Mitteilung von Tui an die Finanzmärkte vom Freitagvormittag hervor. Als Mitteilungspflichtige wird darin Marina Mordaschowa angegeben - und als Aktionär das Mordaschow-Unternehmen Unifirm, hinter dem wiederum eine Firma namens Ondero stehen soll.


A picture taken on March 5, 2022 shows the yacht "Lady M", owned by Russian oligarch Alexei Mordashov, docked at Imperia's harbor. - Italian police seized the yacht on March 5, 2022 after the European Union targeted Mordashov and other Kremlin-linked oligarchs following Moscow's invasion of Ukraine. (Photo by Andrea BERNARDI / AFP)
Dubioser Aktienverkauf in letzter Minute
Kurz vor den Sanktionen trennt sich der russische Oligarch Alexej Mordaschow von Tui-Aktien: Neuer Eigentümer ist eine Firma auf den Jungferninseln.

Die Eigentümerschaft von Ondero war nach einer komplizierten Umschichtung von Anteilen wochenlang unbekannt, selbst Tui wusste nichts Genaues. Die Unifirm und Mordaschowa zugeordneten Stimmrechte betragen nun 29,87 Prozent, als Datum der Transaktion wird der 28. Februar genannt. Ende der vergangenen Monats erließ die EU wegen des Ukraine-Kriegs Strafmaßnahmen gegen zahlreiche reiche Geschäftsleute, denen eine Unterstützung des russischen Präsidenten Wladimir Putin vorgeworfen wird. Auch Mordaschow steht auf dieser Sanktionsliste.

Ministerium prüft den Vorgang

So entstand der Verdacht, es könnte sich um ein gezieltes Manöver des Oligarchen handeln, seine Anteile indirekt weiter zu halten, aber von Vertrauten managen zu lassen. Die persönlichen Sanktionen der EU und das Einfrieren seines Tui-Vermögens würden dann womöglich ins Leere laufen. Laut Tui prüft das Bundeswirtschaftsministerium das Geschäft im Fall Unifirm/Ondero jedoch nach dem Außenwirtschaftsgesetz.

„Es ist ein schwebendes Verfahren, und so lange sind die betreffenden Stimmrechte von Unifirm an Tui gesperrt“, hieß es aus dem Konzern in Hannover. Formal sei Mordaschowa dennoch als „nicht nahe stehende Person“ gemeldet worden. 

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