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Mobiles Internet ist günstiger
Wirtschaft 4 Min. 21.06.2019

Mobiles Internet ist günstiger

Wer viel Datenkapazität bucht, bezahlt weniger: Die Abo-Tarife fürs mobile Surfen sinken.

Mobiles Internet ist günstiger

Wer viel Datenkapazität bucht, bezahlt weniger: Die Abo-Tarife fürs mobile Surfen sinken.
Foto: Shuttersotck
Wirtschaft 4 Min. 21.06.2019

Mobiles Internet ist günstiger

Mara BILO
Mara BILO
Dem „Institut luxembourgeois de régulation“ zufolge sind die Tarife für Abos mit hohem Datenverbrauch im Jahresvergleich gesunken.

Sei es um sich ein Video anzusehen, Dokumente und Bücher zu lesen, oder gar das letzte Spiel in Mode zu versuchen – für viele ist das Smartphone längst mehr als nur ein einfaches Kommunikationsmittel. Doch: Diese immer zahlreich werdenden Dienste im Internet kosten Geld. Wie viel? Das weiß die nationale Regulierungsbehörde „Institut luxembourgeois de régulation“, die am Freitag die neue Ausgabe ihrer Studie über die Tarife für Telekommunikationsdienste in Luxemburg vorgestellt hat.


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Die Untersuchung, die die Situation auf dem Luxemburger Telekommunikationsmarkt Anfang Januar widerspiegelt, stellt die Kosten für mobile Serviceangebote (Anrufe, Textnachrichten, mobiles Internet) und für gebündelte Angebote fester Internetdienste nach Verbrauchsprofil dar. Sie zielt darauf ab, „den Verbrauchern zu zeigen, wie sich der Telekommunikationsmarkt und die Preise entwickeln“, erklärt ILR-Direktor Luc Tapella. „Mit diesen Informationen können Verbraucher eine Entscheidung für einen Tarif, auf ihre Bedürfnisse abgestimmt, treffen“, stellt Marc Kohll, der bei der Regulierungsbehörde die Abteilung „Statistik und Marktbeobachtung“ leitet, fest.

Insgesamt wurden für jedes Verbraucherprofil jeweils die zwei günstigsten Angebote jedes Anbieters ausgewählt; die monatlichen Kosten bei mobilen Serviceangeboten sind auf einer Basis von zwölf Monaten berechnet, bei Angeboten für festes Internet auf der Basis von 24 Monaten.

Mehr surfen, weniger bezahlen

Bei mobilen Serviceangeboten ist ganz klar: Die Tarife für Abos mit hohem Datenverbrauch sind im Vergleich zum Vorjahr 2018 gesunken. Die monatlichen Kosten belaufen sich für einen Verbraucher, der sehr intensiv sein Handyabo benutzt (600 Gesprächsminuten, 500 Textnachrichten, 10 GB mobiles Internet und 60 Gesprächsminuten ins Ausland), im Mittelwert auf etwa 39 Euro; im Jahr 2018 waren es noch 48 Euro.

Die meisten Handynutzer in Luxemburg verfügen über ein Abo mit 400 Gesprächsminuten, 500 Textnachrichten und 2,5 GB mobiles Internet – darauf weist das ILR hin. Für diese Verbraucher bleiben die monatlichen Kosten im Jahresvergleich stabil: 27,75 Euro in 2019 gegen 27,99 Euro in 2018.

Gebündeltes Angebot

Etwas teurer wird es bei den Angeboten für festes Internet. Bei den Berechnungen bezieht sich das ILR auf die Datenübertragungsgeschwindigkeit: weniger als 100 MBit/s, 100 MBit/s, zwischen 100 und 1 000 MBit/s und mehr als 1 000 Mbit/s. So kostet ein einfaches Internet-Abo mit einer Download-Geschwindigkeit von 100 MBit/s hierzulande durchschnittlich 53,41 Euro.

„In Luxemburg ist es allerdings üblich, ein Internet-Abo für zu Hause mit anderen Dienstleistungen wie Festnetz und Fernsehen zu bündeln“, beschreibt Luc Tapella die Situation, „was auch in vielen Fällen günstiger ist.“ Ein Abo mit Internet (Datenübertragungsgeschwindigkeit zwischen 100 und 1 000 MBit/s), Festnetz und Fernsehen kostet hierzulande durchschnittlich 85,44 Euro pro Monat.

Der preiswerteste Anbieter

Schwer festzuhalten ist, welcher Anbieter hierzulande die preiswertesten Leistungen auf den Markt bringt. Je nach Verbraucherprofil fällt es unterschiedlich aus: Angaben des „Institut luxembourgeois de régulation“ zufolge schneidet beispielsweise Join – beim mobilen Serviceangebot und für einen Verbraucher, der etwa 2,5 GB pro Monat für mobiles Internet benutzt – am besten ab; 17 Euro soll das Abo „M“ kosten. Anders bei LOL: Die beiden untersuchten Angebote, die für den gleichen Verbraucher infrage kämen, kosten jeweils 30 und 40 Euro.


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Ein ähnliches Bild zeichnet sich auch bei den Betreibern, die Internet für zu Hause anbieten. Ein Beispiel: Für einen Verbraucher, der Internet mit einer Download-Geschwindigkeit von 100 MBit/s bestellt hat, wäre das Angebot bei Eltrona mit 38,08 Euro günstiger; der höchste Preis wäre bei Esch – Speed Power zu finden (75,89 Euro).

Allerdings sagt das nichts über die Qualität der Dienstleistungen aus, wie Marc Kohll erklärt. „Bei unserer Studie handelt sich um eine Analyse der preislichen Angebote; wir bewerten nicht die Qualität der Dienstleistungen.“ Auch zu beachten ist, dass nicht alle Leistungen, wie etwa eine Glasfaseranbindung, an jeder Adresse verfügbar sind. Daher der Rat vom ILR: „Immer erst den Anbieter fragen, was infrage kommt. Empfehlenswert ist auch, seinen genauen Verbrauch monatlich zu überprüfen. In Luxemburg kaufen viele Abos mit zu großen Datenvolumen.“

ILR-Direktor Luc Tapella (links) stellt mit Marc Kohll die Ergebnisse der Studie über die Tarife für Telekommunikationsdienste vor.
ILR-Direktor Luc Tapella (links) stellt mit Marc Kohll die Ergebnisse der Studie über die Tarife für Telekommunikationsdienste vor.
Foto: Lex Kleren