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Mobiles Bezahlen: Digicash stellt Neuerungen vor
Wirtschaft 4 Min. 26.11.2020

Mobiles Bezahlen: Digicash stellt Neuerungen vor

Rund 90.000 Händler in Belgien, Luxemburg und in den Niederlanden sind zu diesem Zeitpunkt dem Zahlungssystem angeschlossen.

Mobiles Bezahlen: Digicash stellt Neuerungen vor

Rund 90.000 Händler in Belgien, Luxemburg und in den Niederlanden sind zu diesem Zeitpunkt dem Zahlungssystem angeschlossen.
Foto: Payconiq
Wirtschaft 4 Min. 26.11.2020

Mobiles Bezahlen: Digicash stellt Neuerungen vor

Nadia DI PILLO
Nadia DI PILLO
Benutzer von Digicash können nun auch Zahlungen in Belgien und in den Niederlanden durchführen.

Der europäische Zahlungsdienstleister Payconiq baut sein Geschäft in den Benelux-Ländern aus. In Luxemburg können nun die Nutzer des Zahlungsanbieters, der hierzulande als Digicash bekannt ist, grenzüberschreitend Zahlungen durchzuführen, das heißt auch in Belgien und in den Niederlanden – umgekehrt können Benutzer aus beiden Ländern seit Anfang November in Luxemburg Zahlungen erledigen. 

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, dass die Luxemburger Nutzer auch Geld an belgische oder niederländische Kollegen oder Freunde senden können. Zudem können sie nun auch in Geschäften im ganzen Benelux-Raum bezahlen. Rund 90 000 Händler in Belgien, Luxemburg und in den Niederlanden sind zu diesem Zeitpunkt dem Zahlungssystem angeschlossen. 

Photo: Payconiq

Wie Stijn Van Brussel, Chief operating officer von Payconiq International erklärt, „eröffnet dieser Schritt ganz neue Möglichkeiten für die rund 160.000 Nutzer und mehr als 1.000 Unternehmen im Lande“. Für Luxemburg bringe diese Internationalisierung einen wesentlichen Vorteil, vor allem in Bezug auf die vielen Grenzgänger, die jeden Tag nach Luxemburg pendeln. „Die Luxemburger Verbraucher können nun mit ihren belgischen Freunden Zahlungen mit dem Smartphone durchführen. Auf der anderen Seite können die Belgier ihre luxemburgischen Rechnungen oder ihre täglichen Einkäufe mobil bezahlen.“  

Nach dem vielversprechenden Start in Luxemburg beginnt für das Erfolgs-Unternehmen nun die nächste Phase der europaweiten Expansion. Digicash hatte sich im August 2017 mit der in Belgien und in den Niederlanden tätigen Payconiq zusammengeschlossen, mit dem Ziel, in den Benelux-Ländern die gleichen Dienstleistungen anzubieten. Kurz nach der Fusion verlegte Payconiq seinen internationalen Hauptsitz nach Luxemburg. Payconiq wird derzeit von verschiedenen europäischen Finanzinstitutionen unterstützt, darunter ASN Bank, Axa Bank, Belfius, KBC, Rabobank, Regio Bank und SNS – die Aktionärsbanken sind Belfius, ING, KBC und Rabobank. 

In Luxemburg ist die Spuerkeess seit 2012 Partner, die Post seit 2013. Seit 2014 gehören auch BIL, BGL BNP Paribas und ING zum engeren Kreis. Hierzulande benutzen laut Angaben der Firma 40 Prozent der Bevölkerung den Bezahlungsdienst regelmäßig. Digicash unterscheidet sich von anderen mobilen Bezahldiensten durch die direkte Verknüpfung des Girokontos mit der App, um mobile Zahlungen durchzuführen. Ein einfacher QR-Code genügt, um in den Geschäften zu bezahlen. Neben großen Händlern akzeptieren auch Behörden – insbesondere die Polizei und die Zoll- und Steuerbehörde – sowie eine Reihe von Krankenhäusern Zahlungen, die durch das Scannen des QR-Codes mit dem Smartphone durchgeführt werden. 

Weiter expandieren 

Der mobile Bezahldienst beabsichtigt, weitere innereuropäische Grenzen zu überschreiten. „Der Fokus liegt derzeit auf den Benelux-Ländern, wir wollen uns aber weiterhin europaweit verbreiten“, sagt Stijn Van Brussel. 

Erst einmal gilt es aber, die Zahl der Akzeptanzstellen in Belgien, Luxemburg und in den Niederlanden weiter zu erhöhen. Ziel sei es, eine einheitliche Plattform zu etablieren, um die verschiedenen Märkte zu bedienen. „Funktionen, die wir für einen bestimmten Markt entwickelt haben, können wir nun auch für andere Märkte ausbauen. Was wir etwa in Belgien anbieten, können künftig auch für die Luxemburger Konsumenten und Unternehmer geeignet sein“, so Stijn Van Brussel. 


Michael Pechner ist seit 20 Jahren im Bankengeschäft aktiv.
Digicash will vorne mitspielen
Payconiq Luxemburg-Chef Michael Pechner erklärt, warum Digicash auch große Konkurrenten wie Apple Pay nicht fürchtet.

„Wir werden nun viele Händler gezielt ansprechen können, die wir vorher nicht erreichen konnten, weil der Markt zu klein war“, sagt Alicia Brun, Senior sales and marketing officer. Wie sie weiter erklärt, werden die luxemburgischen Händler Zugang zu niederländischen und belgischen Payconiq-Nutzer haben. „Sie bekommen Zugang zu einer modernen Plattform, auf der sie etwa Transaktionen überwachen und Berichte herunterladen können.“ Dabei gibt es auch neue Dienstleistungen, wie etwa Sammelzahlungen und Rückerstattungen. 

Das System funktioniert gut und es wurde schon sehr viel erreicht. Aber es bleibt noch vieles zu tun, es liegt noch ein langer Weg vor uns.

Stijn Van Brussel

In dem luxemburgischen Zahlungsverkehrsmarkt ist in den vergangenen Monaten und Jahren viel Bewegung gekommen. Innovative Zahlungsmethoden wie Echtzeit-Überweisungen, kontaktlose Bezahlmöglichkeiten, und mobile Bezahlverfahren werden von Banken sowie von Zahlungsdienstleistern und Technologieanbietern zunehmend angeboten. Apple etwa hat in Kooperation mit verschiedenen Banken ihr Mobile-Payment-Angebot angekündigt. Dennoch sieht Payconiq darin nicht wirklich eine bedrohende Konkurrenz. „Ich würde sogar sagen, dass die Präsenz von Zahlungsanbietern auf dem luxemburgischen Markt einen positiven Impuls auf unser Geschäft hat und uns dabei hilft, das Bewusstsein der Kunden für mobiles Bezahlen zu verbessern.“ 

Das Geschäft biete noch sehr viel Wachstumspotenzial: „Sowohl in Luxemburg als auch in Belgien werden derzeit noch mehr als 50 Prozent der Zahlungen mit Bargeld getätigt. Es braucht Zeit, Menschen für das mobile Bezahlen zu überzeugen. Luxemburg ist gut aufgestellt und Digicash bei den Konsumenten sehr bekannt. Es wurde schon sehr viel erreicht. Aber es bleibt noch vieles zu tun, es liegt noch ein langer Weg vor uns.“

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