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„Mini-Entreprises“ starten durch
Wirtschaft 3 Min. 07.06.2012 Aus unserem online-Archiv

„Mini-Entreprises“ starten durch

Die Kleinunternehmer aus dem Lycée Aline Mayrisch haben mit „ActiveYouth“ eine App für Luxemburger Schüler entwickelt.

„Mini-Entreprises“ starten durch

Die Kleinunternehmer aus dem Lycée Aline Mayrisch haben mit „ActiveYouth“ eine App für Luxemburger Schüler entwickelt.
Foto: Claude Piscitelli
Wirtschaft 3 Min. 07.06.2012 Aus unserem online-Archiv

„Mini-Entreprises“ starten durch

Seit elf Jahren ermöglicht das Konzept der „Mini-Entreprises“ Luxemburger Sekundarschülern schon früh Unternehmerluft zu schnuppern. Dieses Jahr nehmen 24 Mini-Unternehmen an dem Projekt der Vereinigung „Jonk Entrepreneuren Luxembourg“ teil.

(san) – Seit elf Jahren ermöglicht das Konzept der „Mini-Entreprises“ Luxemburger Sekundarschülern schon früh Unternehmerluft zu schnuppern. Dieses Jahr nehmen 24 Mini-Unternehmen an dem Projekt teil, das von der Vereinigung „Jonk Entrepreneuren Luxembourg“ (JEL) organisiert und betreut wird. Angefangen haben alle im September 2011 mit einer kreativen Geschäftsidee. Am 14. Juni geht es nun darum, die Jury beim „Forum des Mini-Entreprises“ in Kirchberg von ihrem endgültigen Produkt zu überzeugen und eventuell zur „Mini-Entreprise“ des Jahres gekürt zu werden. Das „Luxemburger Wort“ hat drei ganz unterschiedliche Kleinunternehmen besucht.

Insgesamt nehmen 240 Schüler aus zehn verschiedenen Sekundarschulen am Projekt teil, das sind 20 Prozent mehr als noch vor einem Jahr. Die „Mini-Entreprises“ werden immer erfolgreicher, wie Arthur Meyers, Programmkoordinator bei der JEL erklärt. „Die Schüler lernen ganz verschiedene Facetten des Firmenlebens kennen, von der Aufstellung eines Businessplans, über den Umgang mit Kunden bis hin zur Bedeutung von Leadership innerhalb einer Gruppe.“ Dabei sind sie nie ganz auf sich alleine gestellt, sondern werden von mindestens einem Lehrer und einem Coach aus der Geschäftswelt betreut.

Die Geschäftsideen sind von Jahr zu Jahr ganz unterschiedlich. „Es gibt immer einen interessanten Mix“, sagt Meyers. Waren im vergangenen Jahr noch Taschen und Smartphone-Etuis bei den Schülern beliebt, gibt es dieses Jahr gleich drei „Mini-Entreprises“, die eine iPhone-App entwickelt haben.

Eine App für Luxemburger Schüler

So auch ActiveYouth aus dem Lycée Aline Mayrisch. Ihr Produkt ist eine iPhone-App, die sich an alle Schüler in Luxemburg richtet. „ActiveYouth“ ist seit knapp einem Monat kostenlos im AppStore von iTunes erhältlich. Der Weg bis zum endgültigen Produkt war jedoch lang. „Den technischen Teil der Arbeit mussten wir outsourcen“, erklärt die 17-jährige Chefin Daphné Fromes. Ein befreundeter Informatiker – der die Schüler auch als Coach begleitet hat – hat die App erstellt und so programmiert, dass die Schüler selbst jederzeit den Großteil des Inhaltes ändern und anpassen können.

Den Inhalt haben die Jungunternehmer gemeinsam definiert. „Wir wollten den Schülern zuerst einmal Informationen zur Schulreform anbieten“, erklärt Daphné. Man findet auf der App aber auch andere nützliche Angaben vom Bildungsministerium, Cedies, dem Service national de la Jeunesse (SNJ), YoungCaritas, verschiedenen Studentenvereinigungen und sogar originelle Spicktipps. Im Bereich „Afterschool“ findet man u.a. die auf Schüler und Studenten zugeschnittenen, wichtigsten Termine am Wochenende und ein Kino- und TV-Programm. „Der Inhalt muss vor allem kurz und knapp sein und die Schüler ansprechen“, beschreibt Daphné.

Woher kommt die Milch?

Ein traditionelleres Produkt haben die fünf Mädchen von Agribook aus der Ettelbrücker Ackerbauschule hergestellt. Sie haben ihr ganzes Wissen über die Landwirtschaft thematisch in einem Kinderbuch zusammengefasst, inklusive Fotos, Rezepten und Spielen. Von den eintausend im März gedruckten Exemplaren von „Landwirbel“ sind noch etwa 350 übrig geblieben. „Mit solch einem Erfolg haben wir überhaupt nicht gerechnet“, sagt Marketingleiterin Lynn Jemming. Das Buch komme besonders bei Grundschullehrern und Eltern gut an.

Die Idee zu dem Projekt kam den Schülerinnen ganz natürlich. „Viele Kinder wissen nicht, wo die Milch, die sie jeden Tag trinken, überhaupt herkommt“, erklärt Präsidentin Samantha Albers. Mit dem Buch wollten sie Kindern die Landwirtschaft näher bringen. „Und unseren zukünftigen Beruf vorstellen“, ergänzt Samantha. Das Buch kann per Email für 20 Euro bestellt werden (agribook_2011@hotmail.com).

Memory-Einmaleins

Erfahrungen konnten MemoFox aus Diekirch bereits im vergangenen Jahr sammeln. Die siebzehn Schüler hatten im Juni 2011 schon den ersten Preis beim „Forum des Mini-Enreprises“ mit ihrem Gesellschaftsspiel „Onst Heemechtsspill“ abgeräumt. Den Erfolg möchten sie am 14. Juni wiederholen. Diesmal treten sie mit einem pädagogischen Memory-Spiel an, „MemoMath“, bei dem nicht nur ein gutes Gedächtnis, sondern auch gute Rechenkenntnisse gefragt sind.

Von den eintausend gedruckten Spielen wurden fast 800 verkauft. Das Spiel kann für 9,90 Euro über www.memofox.com bestellt werden. MemoFox konnte erst Mitte April mit dem Verkauf starten, da es zu Problemen bei der Druckerei gekommen war. „Das war schon ein Motivationsstopper“, sagt Nora. „Letztes Jahr hatte alles perfekt geklappt und dieses Jahr ist es zu einigen Problemen gekommen.“ Nichtsdestotrotz rechnen sich die Schülerinnen auch beim diesjährigen Finale sehr gute Chancen aus.


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