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Mikrokredite: Millionen für die Mikrofinanz
Finanzminister Pierre Gramegna, Kooperationsminister Romain Schneider und Michel Maquil, Präsident von „Inclusive Finance Network Luxembourg“ (v. l. n. r.) im Haus der Mikrofinanz.

Mikrokredite: Millionen für die Mikrofinanz

Foto: Lex Kleren
Finanzminister Pierre Gramegna, Kooperationsminister Romain Schneider und Michel Maquil, Präsident von „Inclusive Finance Network Luxembourg“ (v. l. n. r.) im Haus der Mikrofinanz.
Wirtschaft 2 Min. 02.05.2017

Mikrokredite: Millionen für die Mikrofinanz

Das Haus der Mikrofinanz ist eine Sammelstelle an Wissen für den inklusiven Finanzsektor. Am Dienstag unterzeichneten Finanzminister Pierre Gramegna und Kooperationsminister Romain Schneider drei neue Übereinkommen.

(km) - „Heute ist ein guter Tag für mich als Minister“, sagte Finanzminister Pierre Gramegna Dienstagmittag während seines Besuches im Haus der Mikrofinanz („Maison de la microfinance“), das sich seit 2013 in der Rue Glesener befindet. Denn hier sehe man, dass das Geld, welches man investiert, anderen Menschen tatsächlich helfe. Die Mikrokredite seien das richtige Mittel im Kampf gegen die Armut und ein Zeichen der internationalen Solidarität – darin waren sich alle Akteure einig.

Seit zehn Jahren besteht das Luxemburger Haus der Mikrokredite. Das Jubiläum war jedoch nicht der alleinige Grund des ersten offiziellen Besuchs von Gramegna und Kooperationsminister Romain Schneider. Im gleichen Rahmen wurden drei neue Übereinkünfte mit den Mikrokredit-Institutionen „e-MFP“ („European Microfinance Platform“), „InFINE.lu“ („Inclusive Finance Network Luxembourg“) und „MiN“ („Microinsurance Network“) mit einem Gesamtbudget von knapp dreieinhalb Millionen Euro unterzeichnet. „Damit zeigen wir auch unser Vertrauen in die Arbeit dieses Hauses“, sagte Schneider.

Sechs Akteure in der Rue Glesener

Gemeinsam mit der Nichtregierungsorganisation „ADA“ („Appui au Développement Autonome“), „LMDF“ („Luxembourg Microfinance and Development Fund“) und „Microlux“ sind damit mittlerweile sechs verschiedene Akteure in der Rue Glesener zu finden. Diese enge Vernetzung ist wichtig. Denn Mikrokredite funktionieren nicht nur über das Leihen von Geld. Zudem steht die Vermittlung von Wissen im Vordergrund.

Seit 2013 befindet sich das Haus der Mikrofinanz in der Rue Glesener in Luxemburg-Stadt.
Seit 2013 befindet sich das Haus der Mikrofinanz in der Rue Glesener in Luxemburg-Stadt.
Foto: Lex Kleren

„Seit mehr als 20 Jahren suchen wir den Kontakt mit Institutionen aus dem Mikrofinanz-Sektor und begleiten diese in ihrem Alltag“, erklärte „ADA“-Geschäftsführer Olivier Massart. Dadurch könne gewährleistet werden, dass den Betrieben vor Ort auch längerfristig geholfen wird. Aktiv ist „ADA“ damit vor allem in Afrika, Südamerika und Asien. Im Großherzogtum beschäftigt die Organisation 44 Mitarbeiter.

Mikrokredite für Luxemburger

Doch nicht nur in Entwicklungsländern wird das Modell der Mikrofinanz als Mittel gegen die Armut eingesetzt. Seit einem Jahr vergibt das Finanzinstitut „Microlux“ auch Kredite an kleine Unternehmen und Privatpersonen in Luxemburg. Schließlich gebe es auch hierzulande Arbeitslosigkeit, Armut und soziale Ungleichheit, wie Mitarbeiter Samuel Paulus erklärte.

Dies können die Zahlen belegen. Obwohl „Microlux“ seine Tätigkeit mit zwei fest angestellten und 50 ehrenamtlichen Mitarbeitern erst im Juni 2016 aufgenommen hat, gab es bereits über 80 Anfragen für einen Kredit. 15 wurden bisher gewährleistet. Das durchschnittliche Darlehen belaufe sich auf 12 500 Euro.

Insgesamt haben beide Minister eine positive Bilanz für den Luxemburger Einsatz im Bereich der Mikrofinanz gezogen. „60 Prozent aller Kredite des inklusiven Finanzsektors laufen über das Großherzogtum“, erklärte Gramegna. Damit helfe Luxemburg sowohl anderen als auch seinem Image als Finanzplatz. Gute Nachricht an alle: Für die nächsten fünf Jahre werden die staatlichen Investitionen in der Mikrofinanz um zehn Prozent erhöht, so Gramegna.

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