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Mikrofinanzwirtschaft: LMDF feiert fünfjähriges Bestehen
Wirtschaft 2 Min. 06.05.2015

Mikrofinanzwirtschaft: LMDF feiert fünfjähriges Bestehen

Kaspar Wansleben

Mikrofinanzwirtschaft: LMDF feiert fünfjähriges Bestehen

Kaspar Wansleben
Foto: Guy Jallay
Wirtschaft 2 Min. 06.05.2015

Mikrofinanzwirtschaft: LMDF feiert fünfjähriges Bestehen

Heute hat der Mikrofinanzfonds "Luxembourg Microfinance and Development Fund" sein fünfjähriges Bestehen gefeiert.

(cdc) - Am Mittwoch hat der Mikrofinanzfonds "Luxembourg Microfinance and Development Fund" sein fünfjähriges Bestehen gefeiert. Die Veranstaltung fand in den Räumlichkeiten der Banque Internationale à Luxembourg (BIL) statt. Die BIL als größter Aktionär des LMDF sei stolz auf diese Partnerschaft im Mikrofinanzbereich, meinte Yves Kuhn, Chief Investment Officer der Bank. Kaspar Wansleben, Direktor des LMDF, erklärte die hybride Vorgehensweise seines Mikrofinanzfonds sei eine tägliche Herausforderung: soziale Ziele verwirklichen und dabei noch eine jährliche Rendite von mindestens zwei Prozent erwirtschaften.

Der Mikrofinanzwirtschaft komme wachsende Bedeutung zu, denn trotz der zunehmenden Vernetzung der globalisierten Welt scheinen die geografischen Grenzen heute immer mehr unüberbrückbar. Zumindest für die benachteiligten Gesellschaftsschichten. Yves Kuhn verwies hier auf die aktuelle Berichterstattung über die Flüchtlingsströme im Mittelmeer. 

Mittlerweile habe die Mikrofinanzwirtschaft aber eine Veränderung in der Denkweise der Menschen bewirkt. Denn in der Vergangenheit habe man das Mikrofinanzgeschäft eher als einen Akt der Barmherzigkeit wahrgenommen. Mittlerweile aber hätten sich die Mikrofinanzinstitutionen als tragbares Geschäftsmodell etabliert.

Ziel der Mikrofinanzwirtschaft ist die Bekämpfung von Armut insbesondere durch die Unterstützung von Kleinunternehmen im Agrarbereich. Entwicklungmassnahmen sind insbesondere dann erfolgreich, wenn sie nachhaltige Veränderungen bewirken können. Vor allem Schulungen und Bildung können mehr als nur eine temporäre Verbesserung herbeiführen.

Yves Kuhn erläuterte sein Verständnis der Mikrofinanzwirtschaft anschaulich mit folgendem chinesischen Sprichwort: "Gibst du einem Hungernden einen Fisch, wird er einmal satt, lehrst du ihn fischen, wird er nie wieder hungern".

Kaspar Wansleben, Direktor des "Luxembourg Microfinance and Development Fund", erläuterte wie im Zusammenarbeit mit Mikrofinanzinstitutionen, der Kaffeeanbau in Peru unterstützt werden konnte. Die Kaffeeplantagen dieser kleinen Produzenten, zwischen fünf und zehn Hektar Anbaufläche, befinden sich abgelegen von der notwendigen Infrastruktur wie Straßen oder Flughäfen. Es bedarf also der Mikrofinanzhilfe um die notwendige Infrastruktur zu den abgelegenen Anbauflächen zu schaffen. Ein weiteres Problem: die Kaffeeanbauer werden erst drei Monate nach der Ernte bezahlt.

Der Luxemburger Mikrofinanzfonds LMDF möchte vor allem den Bedürftigsten finanzielle Unterstützung gewähren, meinte Yves Kuhn. Und das sind die Menschen in den Ländern mit hoher Armut und niedrigem ökonomischen Entwicklungsstand. In Zusammenarbeit mit dem "Appui au développement autonome" (ADA) ist der LMDF bemüht Mikrofinanzdienstleistungen in den ärmsten Regionen der Welt zu erbringen. Der LMDF ist mittlerweile in 17 Ländern aktiv, unter anderem im Niger, in der Mongolei und in Aserbaidschan.

Die Länderauswahl erfolgt anhand von Kriterien wie beispielsweise dem Index der menschlichen Entwicklung (HDI), erklärte Kaspar Wansleben und fügte hinzu, "seit unserer Gründung im Jahr 2010 haben wir rund 80 000 Kredite an Mikrounternehmer gewährt". Im vergangenen Jahr hat der LMDF eine Rendite von drei Prozent erzielt.


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