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"Meluxina" unter den 25 schnellsten Supercomputern
Das LuxConnect-Datenzentrum in Bissen (Mitte). Das Gebäude links wird neu errichtet.

"Meluxina" unter den 25 schnellsten Supercomputern

Grafik: CBE / LuxConnect
Das LuxConnect-Datenzentrum in Bissen (Mitte). Das Gebäude links wird neu errichtet.
Wirtschaft 2 Min. 14.06.2019

"Meluxina" unter den 25 schnellsten Supercomputern

Michel THIEL
Michel THIEL
Wirtschaftsminister Etienne Schneider stellte am Freitag Luxemburgs zukünftigen Hochleistungsrechner vor.

Zehn Petaflops Rechenleistung wird "Meluxina" bieten, wie der neue luxemburgische Hochleistungsrechner vom Betreiber Luxconnect getauft wurde. Das sind zehn Millionen Milliarden oder 10 hoch 18 Rechenoperationen pro Sekunde, was den rund 30 Millionen Euro teuren Supercomputer weltweit auf Rang 22 rangieren lässt.

"Es handelt sich um ein Schlüsselelement unserer Bemühungen im Rahmen der Rifkin-Strategie, die ja einen Ausbau der Informationstechnologien vorsieht mit dem Ziel, eine nachhaltige Wirtschaft zu schaffen", so Wirtschaftsminister Etienne Schneider bei der Vorstellung des Projekts. Rund dein Drittel der Anschaffungskosten werden von der EU beigesteuert, da das Projekt sich in die europäische Hochleistungsrechner-Initiative EuroHPC eingliedert, die ihren Sitz ebenfalls in Luxemburg gefunden hat. Die europäische Strategie verfolgt vorrangig das Ziel, Europa mit vergleichbaren Rechenkapazitäten auszustatten, wie jene der großen Rivalen USA, China oder Japan.


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Die Liste der Anwendungen eines derart leistungsfähigen Rechners sei schier endlos, wie der bei der Vorstellung anwesende Leiter der Generaldirektion EU-Generaldirektion Kommunikationsnetze, Inhalte und Technologien, Khalil Rouhana, unterstrich: "Die Anwendungen reichen von Simulationen oder Modellrechnungen und künstlicher Intelligenz in der Industrie, der Forschung und Wissenschaft, dem Gesundheitssektor, bis hin zu Entwicklungen in Startups und KMUs oder dem Finanzsektor". Rechner auf diesem Leistungsniveau seien bisher Mangelware in Europa gewesen, so dass bisher viele Institutionen und Unternehmen auf ausländische Kapazitäten hätten zugreifen müssen.

Dies soll sich mit dem Aufbau eines europäischen Supercomputer-Verbunds nun ändern. Während manche Staaten lediglich ihre bestehenden Kapazitäten ausbauen, zählt Luxemburg zu jenen Staaten, die quasi bei Null anfangen. Lediglich die Universität Luxemburg betreibt derzeit ein Hochleistungsrechenzentrum, das jedoch nur ein Zehntel der Leistung von Meluxina bietet.

Die Nutzung soll als kostenpflichtige Dienstleistung möglichst vielen Unternehmen und Institutionen ermöglicht werden, etwa 35 Prozent der Kapazität wird im EuroHPC-Netz Nutzern aus anderen Ländern zugeteilt. Wirtschaftsminister Schneider sieht einen Nutzen des Projekts über die traditionellen Sektoren der Hochtechnologie und Industrie hinaus: "Meluxina wird einen Wettbewerbsvorteil für Luxemburg schaffen, weil wir auch kleineren Organisationen, die sich derart leistungsfähige Rechner allein niemals leisten können, neue Möglichkeiten in Forschung und Entwicklung ermöglichen". Ein spezielles Kompetenzzentrum soll kleineren Unternehmen, die keine Erfahrung im Umgang mit Hochleistungsrechnern haben, Hilfestellung leisten.

Grüne Kühlung am Standort Bissen

Meluxina wird im Datenzentrum von LuxConnect in Bissen entstehen. Die Inbetriebnahme ist für Oktober 2020 geplant. Der Standort wurde auch deshalb gewählt, weil zur Kühlung und Energieversorgung die bestehende Kogenerationsanlage von Kiowatt genutzt werden kann, die mit Holzabfällen gefüttert wird. Ein nicht unwichtiger Aspekt, liegt die elektrische Leistung des neuen Rechners doch bei beeindruckenden 1,5 Megawatt.

Das bestehende Datenzentrum wird durch ein neu zu errichtendes Gebäude ergänzt, das zusätzliche Arbeitsmöglichkeiten für die Nutzer des Supercomputers bieten wird.

20 hochqualifizierte Arbeitsplätze sollen bis zur Inbetriebnahme geschaffen werden, mittelfristig sollen bis zu 50 Angestellte dort arbeiten. Die Lebensdauer des Supercomputers beträgt mindestens fünf Jahre - bis dann wird die Technik überholt sein und es dürften neue Investitionen nötig werden.


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