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Mediennutzung: Traditionelle Medien trotzen dem Internet
Die Medienmarke "Luxemburger Wort" erreicht täglich über 200.000 Leser - trotz Internet und "e-paper" vor allem mit der gedruckten Zeitung.

Mediennutzung: Traditionelle Medien trotzen dem Internet

Foto: Anouk Antony
Die Medienmarke "Luxemburger Wort" erreicht täglich über 200.000 Leser - trotz Internet und "e-paper" vor allem mit der gedruckten Zeitung.
Wirtschaft 2 Min. 30.03.2017

Mediennutzung: Traditionelle Medien trotzen dem Internet

Jean-Lou SIWECK
Immer mehr Menschen informieren sich im Internet. Die wichtigsten Informationsquellen sind, laut Plurimedia-Umfrage, dennoch nicht Webseiten, sondern andere Mediengattungen.

(jls) - Über 200.000 Einwohner pro Tag greifen auf die Medienmarke „Luxemburger Wort“ zurück, um sich zu informieren. Das wichtigste Medium bleibt dabei die gedruckte Tageszeitung sowie ihre digitale Version (e-paper). Das „Wort“ erreicht so täglich 161.300 Menschen (33,5 Prozent der Einwohner über 15), davon 131.000 Luxemburger (50,5 Prozent). Hinzu kommen die Besucher der Internetseite „wort.lu“.

Nimmt man die Doppelnutzer aus, erreichen die verschiedenen Angebote rund 43 Prozent der Bevölkerung. Über die sechs Erscheinungstage der Woche gesehen, erreicht dieser Satz knapp 60 Prozent. Trotz leichter Rückgänge bleibt das „Wort“ somit die bei weitem wichtigste Zeitung in Luxemburg. Dies geht aus einer rezenten Umfrage von TNS-Ilres hervor.

Mehrheit liest Tageszeitung

Rund 61 Prozent der Bevölkerung lesen täglich mindestens eine Zeitung. Das „Tageblatt“ erreicht 42.100 Leser (8,7 Prozent der Bevölkerung) und „Le Quotidien“ 24.400 (5,1 Prozent). Auf ein Jahr gesehen gab es bei beiden Titeln leichte Verluste. Der „Journal“ zählt derweil 7.900 Leser und die „Zeitung vum Lëtzebuerger Vollek“ 1.900.

Die Gratiszeitung „L’Essentiel“ wird täglich von 130.300 Einwohnern (27,1 Prozent) gelesen, ein leichter Zugewinn auf zwölf Monate. Knapp 40.000 Einwohner lesen derweil ausländische Tageszeitungen.

Bei den Wochenblättern erreicht das im Herbst 2016 neu gestaltete Familienmagazin „Télécran“ 93.500 Leser (19,4 Prozent), die „Revue“ 58.600 (12,2 Prozent). Der „Feierkrop“ zählt 23.500 Leser, „d’Lëtzebuerger Land“ 13.100, „Le Jeudi“ 24.600 und „Woxx“ 7.700. Die portugiesischsprachige Wochenzeitung „Contacto“ wird von 54.300 Einwohnern gelesen.

Das Medium Radio erreicht täglich 72,8 Prozent der Bevölkerung. Beliebteste Sender bleiben „RTL Radio Lëtzebuerg“ (180.500 Zuhörer über 12) und „Eldoradio“ (110.000). Radio „100,7“ erreicht 26.700 Zuhörer, Radio „Latina“ 24.600 und „Ara“ 4.900. Die Radiosender legen fast alle etwas zu.

Das im Februar 2016 gestartete französischsprachige „Radio L’Essentiel“ gibt seinen Einstand in der Plurimedia-Umfrage und erreicht 25.300 Zuhörer.

Der Fernsehsender „RTL Télé Lëtzebuerg“ zählt täglich 111.300 Zuschauer (22,3 Prozent der Bevölkerung über 12), ein leichter Rückgang, auf ein Jahr betrachtet. „Nordliicht TV“ erreicht 14.900 Zuschauer in der Woche, „Chamber TV“ 13.100 und „Uelzecht Kanal“ 10.500. Diese Sender produzieren kein tägliches Programm.

Web hinter Radio und Zeitung

Obwohl knapp 80 Prozent der Bevölkerung angeben, täglich das Internet zu nutzen, gelingt es derzeit noch keiner Nachrichtenseite, die beliebtesten Zeitungen oder Radiosender bei den Nutzerzahlen zu schlagen. Die Seite „rtl.lu“ wird von 143.100 Lesern genutzt, „lessentiel.lu“ von 87.500 und „wort.lu“, die einzige Webseite in Luxemburg mit einem Premium-Angebot für Abonnenten, von 86.900. Über zwölf Monate haben alle Seiten zugelegt.

Die repräsentative TNS-Ilres-Plurimedia Umfrage wird seit 2005 durchgeführt. Die Resultate werden im März und September veröffentlicht.

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