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Massiver Konjunktureinbruch in Deutschland
Wirtschaft 14.01.2021

Massiver Konjunktureinbruch in Deutschland

Ein Mitarbeiter testet einen Lackierroboter bei der Dürr AG. Deutschlands Warenausfuhren und -einfuhren sind letztes Jahr wegen der Corona-Pandemie spürbar zurückgegangen.

Massiver Konjunktureinbruch in Deutschland

Ein Mitarbeiter testet einen Lackierroboter bei der Dürr AG. Deutschlands Warenausfuhren und -einfuhren sind letztes Jahr wegen der Corona-Pandemie spürbar zurückgegangen.
Foto: dpa
Wirtschaft 14.01.2021

Massiver Konjunktureinbruch in Deutschland

Die Wirtschaft von Luxemburgs Handelspartner Nr. 1, Deutschland, schrumpft 2020 deutlich.

(dpa) - Die Corona-Pandemie hinterlässt massive Spuren in Europas größter Volkswirtschaft. Deutschland erlebte 2020 eine der schwersten Rezessionen der Nachkriegszeit. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) brach im vergangenen Jahr um 5,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahr ein, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag anhand einer ersten Schätzung mitteilte. 

Stärker war die Wirtschaftsleistung nur während der globalen Finanzkrise 2009 geschrumpft, als das BIP um 5,7 Prozent sank. Im Schlussquartal 2020, das vom zweiten Lockdown geprägt war, dürfte das BIP gegenüber dem Vorquartal den Statistikern zufolge in etwa stagniert haben.

Erstmals seit 2011 verzeichnete Deutschland im Gesamtjahr wieder ein Haushaltsdefizit. Bezogen auf die gesamte Wirtschaftsleistung lag das Defizit bei 4,8 Prozent. Das war zweithöchste Defizit seit der deutschen Vereinigung, nur übertroffen vom Rekordminus des Jahres 1995, in dem die Schulden der Treuhand in den Staatshaushalt übernommen wurden.

Die Einnahmen des Staates sanken in der Corona-Krise. Das Steueraufkommen verringerte sich deutlich um 8,0 Prozent. Zugleich stiegen die staatlichen Ausgaben unter anderem durch milliardenschwere Hilfspakete.

Weniger Exporte, weniger Importe

Im Gesamtjahr sanken die Exporte (minus 9,9 Prozent) und die Importe von Waren und Dienstleistungen (minus 8,6 Prozent) preisbereinigt. Die privaten Konsumausgaben schrumpften um 6,0 Prozent und damit so stark wie noch nie. Die Investitionen der Unternehmen in Ausrüstungen wie Maschinen waren ebenfalls rückläufig. 


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Etliche Volkswirte sagen Europas größter Volkswirtschaft in diesem Jahr ein starkes Comeback voraus - trotz des zunächst bis Ende Januar verlängerten Lockdowns. Der Aufschwung im Verarbeitenden Gewerbe sei noch immer intakt und außenwirtschaftlich gebe es durch die Nachfrage aus China und den USA Wachstumsimpulse, argumentierte beispielsweise jüngst der Chef des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, Lars Feld.

Mit einer Rückkehr der deutschen Wirtschaft zum Niveau von vor der Corona-Krise rechnen die meisten Volkswirte derzeit aber frühestens um die Jahreswende 2021/2022.  

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