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Experte warnt vor „Versorgungskollaps“
Wirtschaft 10.09.2021
Mangel an Lastwagenfahrern

Experte warnt vor „Versorgungskollaps“

Was im Lockdown zu beobachten war, könnte sich bald wiederholen: leere Regale in den Supermärkten.
Mangel an Lastwagenfahrern

Experte warnt vor „Versorgungskollaps“

Was im Lockdown zu beobachten war, könnte sich bald wiederholen: leere Regale in den Supermärkten.
Foto: Guy Jallay
Wirtschaft 10.09.2021
Mangel an Lastwagenfahrern

Experte warnt vor „Versorgungskollaps“

Überall fehlen die Fernfahrer. Was in britischen Supermärkten bereits für Probleme sorgt, könnte bald auch andere Länder erreichen.

(dpa) - Experten rechnen wegen eines Mangels an Lastwagenfahrern in europäischen Ländern mit Störungen im Lieferverkehr. Im Vereinigten Königreich gibt es derzeit in vielen Branchen Engpässe. „Was in Großbritannien passiert, ist durch den Brexit beschleunigt. Ich gehe aber fest davon aus, dass wir in Westeuropa die gleiche Situation haben werden, nur etwas zeitversetzt“, sagte Dirk Engelhardt vom Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung der Deutschen Presse-Agentur. „Wir warnen davor, dass wir auch in Westeuropa sehenden Auges in einen Versorgungskollaps laufen.“


In einigen Kneipen wird das Bier knapp.
In manchen britischen Kneipen wird Bier knapp
Wegen des Fahrermangels gab es zuletzt auch Nachschubprobleme bei den Fast-Food-Ketten McDonald's, Nando's und KFC.

In britischen Supermärkten kommt es derzeit immer wieder zu Engpässen bei verschiedenen Produkten. Auch Restaurants, Betriebe, Landwirte und sogar Klärwerke sind von Störungen in ihren Abläufen oder Knappheit von bestimmten Gütern betroffen, da unzählige Betriebe um die wenigen Fahrer konkurrieren. Die britische Road Haulage Association schätzt den Mangel derzeit auf rund 100.000 Fahrer.

Während der Pandemie haben viele europäische Fahrer, etwa aus Polen oder Rumänien, Großbritannien verlassen und sind zu ihren Familien in ihren Heimatländern zurückgekehrt. Dass viele von ihnen wohl nicht wieder zurückkehren werden, hat gleich mehrere Gründe. Einerseits ist seit dem Brexit die Freizügigkeit für EU-Arbeitskräfte vorbei und es sind aufwendige und teure Visa-Verfahren notwendig. Gleichzeitig werden aber auch in vielen anderen europäischen Ländern Fahrer benötigt, so dass die Anziehungskraft Großbritanniens schwindet. Neue Handelshürden und Kontrollen an der Grenze erschweren die Situation zusätzlich. 

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