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Zweimal Gefängnisstrafen mit Bewährung, einmal Freispruch
Wirtschaft 29.06.2016 Aus unserem online-Archiv
Luxleaks-Urteil

Zweimal Gefängnisstrafen mit Bewährung, einmal Freispruch

Sympathisanten der Angeklagten protestierten vor dem Gerichtsgebäude.
Luxleaks-Urteil

Zweimal Gefängnisstrafen mit Bewährung, einmal Freispruch

Sympathisanten der Angeklagten protestierten vor dem Gerichtsgebäude.
Foto: Chris Karaba
Wirtschaft 29.06.2016 Aus unserem online-Archiv
Luxleaks-Urteil

Zweimal Gefängnisstrafen mit Bewährung, einmal Freispruch

Teddy JAANS
Teddy JAANS
Am Mittwochnachmittag erging das Urteil im sogenannten Luxleaks-Prozess. Zwei Beteiligte bekommen Haftstrafen mit Bewährung, ein Angeklagter wurde freigesprochen.

(TJ) - Für viel Wirbel hatte der so genannte Luxleaks-Prozess in den vergangenen Monaten gesorgt. Am Mittwochnachmittag ergingen die Urteile gegen die drei Angeklagten Deltour, Halet und Perin.

  • Der einstige PwC-Mitarbeiter Antoine Deltour bekommt eine zwölfmonatige Haftstrafe, die integral zur Bewährung ausgesetzt wird. Zudem muss er eine Geldbuße von 1.500 Euro entrichten. Er wurde vom Bezirksgericht Luxemburg für schuldig befunden, rund 45 000 Seiten Dokumente über Steuervereinbarungen großer Konzerne in die Öffentlichkeit gebracht zu haben.
  • Raphaël Halet, ebenfalls ein ehemaliger Mitarbeiter der Beraterfirma PwC wird zu neun Monaten Haft mit Bewährung verurteilt.
  • Der Journalist Antoine Perrin wird freigesprochen.

Das Medieninteresse war groß: Nicht weniger als 15 Fernsehsender warteten vor dem Gerichtsgebäude auf die Verkündung des Urteils.

Der Staatsanwalt hatte 18 Monate Haft auf Bewährung gefordert. Die Angeklagten argumentierten, sie hätten die sehr günstigen Steuervereinbarungen für unmoralisch und illegal gehalten.

Der Hauptangeklagte Antoine Deltour in Begleitung seines Rechtsanwalts auf dem Weg zur Urteilsverkündung.
Der Hauptangeklagte Antoine Deltour in Begleitung seines Rechtsanwalts auf dem Weg zur Urteilsverkündung.
Foto: Chris Karaba

Mit der Veröffentlichung der sogenannten „Luxleaks“ war 2012 und 2014 bekanntgeworden, dass Luxemburg jahrelang mit Konzernen Steuersätze von teilweise weniger als einem Prozent des Gewinns vereinbart hatte und dass auch andere EU-Staaten an einer Art Steuerwettbewerb um große Unternehmen teilnahmen. Die „Luxleaks“ waren vom französischen Journalisten Perrin veröffentlicht worden.


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Wissenschaftliche Studien
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LuxLeaks , Les rulings de lobscurit� � la lumi�re, Ministere des Finances, Luxembourg. le 02 Novembre 2015. Photo: Chris Karaba
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LuxLeaks , Les rulings de l�obscurit� � la lumi�re, Ministere des Finances, Luxembourg. le 02 Novembre 2015. Photo: Chris Karaba
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