Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Luxemburgs Wirtschaft schrumpft um sechs Prozent
Wirtschaft 3 2 Min. 11.06.2020

Luxemburgs Wirtschaft schrumpft um sechs Prozent

Serge Allegrezza bei der Vorstellung der Prognose.

Luxemburgs Wirtschaft schrumpft um sechs Prozent

Serge Allegrezza bei der Vorstellung der Prognose.
Foto: Guy Jallay
Wirtschaft 3 2 Min. 11.06.2020

Luxemburgs Wirtschaft schrumpft um sechs Prozent

Nadia DI PILLO
Nadia DI PILLO
Das Statistikamt Statec hält nach dem Corona-bedingten Rekordeinbruch der luxemburgischen Wirtschaft eine kräftige Erholung für möglich.

Das Statistikamt Statec hält nach dem Corona-bedingten Rekordeinbruch der luxemburgischen Wirtschaft eine kräftige Erholung für möglich. Das Bruttoinlandsprodukt werde in diesem Jahr voraussichtlich um sechs Prozent sinken, heißt es in der vorgestellten Prognose. Statec-Direktor Serge Allegrezza spricht am Donnerstag in diesem Zusammenhang von einer "krassen Rezession".


In Luxemburg hat die Telearbeit in den vergangenen zehn Jahren stark zugenommen.
Statec: Zahl der Beschäftigten im Home Office mehr als verdreifacht
Laut einer Umfrage des Statec arbeiteten zwischen Ende April und Anfang Mai 69 Prozent der Beschäftigten von zu Hause aus. Für die meisten von ihnen war es eine positive Erfahrung.

Im kommenden Jahr soll es dann von dem niedrigen Niveau aus um sieben Prozent nach oben gehen. "Je tiefer man fällt, desto höher kann man wieder aufsteigen", beschreibt Statec-Ökonom Ferdy Adam die mögliche Entwicklung. Und: "Wir gewinnen 2021 wieder von dem zurück, was wir 2020 verloren haben." Das Szenario ergibt sich allerdings nur im Falle einer Normalisierung der Gesundheitssituation und einer allmählichen Wiederaufnahme der wirtschaftlichen Tätigkeit. "Am Ende des Jahres 2021 würde diese jedoch immer noch drei Prozent unter dem Kurs liegen, der sich vor dem Auftreten dieser Krise abzeichnete", heißt es beim Statec. 

Sollte es im Laufe dieses Jahres jedoch zu einem neuen Virusausbruch kommen (das negative Szenario), würde das BIP 2020 um 12,6 Prozent sinken und 2021 nur um 1,7 Prozent ansteigen. Die Arbeitslosenquote könnte hierzulande bis 2021 im schlimmsten Fall auf ein Rekordhoch von 9,7 Prozent ansteigen. Im positiven Szenario rechnet das Statec mit einer Arbeitslosenquote von 7,6 Prozent.

Das nationale Statistikamt verweist auf einen Rückgang der Aktivitäten um 25,8 Prozent im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie. Am stärksten betroffen sind die Wirtschaftsbranchen, die direkt von einem vollständigen oder teilweisen Tätigkeitsverbot betroffen sind, etwa das Baugewerbe (-90 Prozent), das Hotel- und Gaststättengewerbe (-90 Prozent) und der Handel (-39 Prozent). Die jüngsten Lockerungen dürften ab dem dritten Quartal eine Wiederbelebung der Aktivitäten ermöglichen.

Statec versus OECD

Dank der Telearbeit konnte der Finanzsektor das Beschäftigungsniveau aufrechterhalten, aber der Abschwung an den Aktienmärkten und der wirtschaftliche Abschwung werden sich, laut Statec, auf die Ergebnisse auswirken. 


Viele Mitarbeiter haben sich mit der Situation im Homeoffice gut arrangiert, wie Zahlen des Statistikamtes Statec zeigen.
Der Wunsch nach mehr Homeoffice
An der Heimarbeit wollen viele Unternehmen auch nach der Corona-Krise festhalten.

Das Statistikinstitut zeigt sich hier etwas zuversichtlicher als die Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), die gestern ihre Prognosen für Luxemburg veröffentlicht hat. Laut dem positiven Szenario, wenn das Virus bis zum Sommer abklingt, wird das BIP im Jahr 2020, den Experten aus Paris zufolge, voraussichtlich um 6,5 Prozent schrumpfen und sich dann 2021 um lediglich 3,9 Prozent erholen. 

"Wir betrachten die Entwicklung etwas positiver als die OCDE", sagt Serge Allegrezza. Dafür gibt es mehrere Ursachen. "Luxemburg ist mit seinem Wirtschaftsmotor Finanzplatz gut aufgestellt. Zudem scheint Europa aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen. Das heißt, dass die Europäische Union nun bereit ist, eine expansionistische Geld- und Finanzpolitik zu betreiben, die für ganz Europa und insbesondere auch für unsere Nachbarländer sehr wichtig ist."

Folgen Sie uns auf Facebook und Twitter und abonnieren Sie unseren Newsletter.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema