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Luxemburgs Industrie im virtuellen Hannover
Wirtschaft 4 Min. 14.04.2021

Luxemburgs Industrie im virtuellen Hannover

Luxemburgs Industrie im virtuellen Hannover

Wirtschaft 4 Min. 14.04.2021

Luxemburgs Industrie im virtuellen Hannover

Marco MENG
Marco MENG
Die weltgrößte Industrieschau findet auch dieses Jahr statt, allerdings nur im Netz. Die Handelskammer ist zusammen mit 13 Unternehmen und Organisationen mit einem digitalen Pavillon vertreten.

Schon zum zweiten Mal „nur“ online: Bei der weltgrößten Industrieschau Hannover Messe versammeln sich die Aussteller pandemiebedingt auch dieses Jahr nicht in Hannover, sondern im Netz. Darunter erneut ein von der Luxemburger Handelskammer und dem Wirtschaftsministerium organisierter „Luxemburger Pavillon“ mit 13 Ausstellern aus dem Großherzogtum

Neben dem Forschungszentrum List und der Post Telecom Luxembourg ist unter anderem der Roboterhersteller Köhl aus Wecker wieder dabei, aber auch junge Firmen wie artec3d oder Wizata. Gestern stellte das Unternehmen Dynabrade aus Wormeldingen seine Erfahrung in der Automatisierung von Prozessen vor. Dynabrade entwickelt Werkzeuge für technische Anwendungen wie Schneiden, Schleifen, Polieren und Feilen. 

Brückenschlag zwischen „alter“ und „neuer“ Industrie 

„Die Covid-19-Krise stellt unsere Wirtschaft vor enorme Herausforderungen“, so die Handelskammer, die erklärt, gerade in schwierigen Zeiten sei es umso wichtiger, Handelsbeziehungen im Ausland zu pflegen und sogar neue Märkte zu erschließen. Die Luxemburger Industrie zeigt sich breit gefächert. So präsentiert die Unternehmensgruppe Köhl ihre Expertise in Automatisierung, moderner Steuerungstechnologie und logistischen Informationssystemen, während das Start-up EmailTree seine Künstliche-Intelligenz-Lösung zur Steigerung der E-Mail-Produktivität, Automatisierung der E-Mail-Komposition und zur Auslösung automatischer Aktionen in Datenbanken zeigt. 

Mit mehr als zwei Millionen SIM-Karten weltweit im Einsatz sei Post Telecom ein etablierter Anbieter von globalen Konnektivität-Lösungen für das Internet der Dinge, erklärt Laurent Turmes, Head of International Sales der Post Telecom die Teilnahme seines Unternehmens. Die Anzahl der digital verbundenen Objekte werde weiterhin zunehmen, „und Post Telecom kann hierfür die benötigen Verbindungsdienstleistung liefern“, so Turmes. 


Die Hersteller warten mit innovativen Produkten auf und setzen in allen Bereichen auf eine effiziente Nutzung.
Technologien für die Zukunft
6.150 Unternehmen zeigen vom 20. bis den 24. April ihre Produkte in Hannover. Die Messe gilt als weltweit bedeutendstes Schaufenster des Maschinenbaus und anderer Industriezweige. Partnerland ist in diesem Jahr Südkorea.

Es sei zwar nicht schwieriger gewesen, die Unternehmen zur Teilnahme zu überzeugen, so Organisatorin Sabrina Sagramola von der Luxemburger Handelskammer, aber eine vollkommen digitale Messe sei doch Neuland für alle. Im Gegensatz zu letztem Jahr, als die Messe wegen der Pandemie kurzfristig abgesagt und auf „online“ umgestellt wurde, konnte man sich dieses Mal darauf vorbereiten, was die Handelskammer seit Januar getan hat. 

Fokus auf Großherzogtum und Großregion 

„Die Vorbereitungstreffen mit den teilnehmenden Unternehmen“, erklärt Sagramola, „haben wir dann persönlich, aber individuell organisiert.“ Die Handelskammer unterstützt die Online-Auftritte, Live-Sessions und Veranstaltungen der Luxemburger Teilnehmer, während die Hannover Messe selbst ein „Matchmaking“, quasi Online-Treffen der „auf der Messe“ vertretenen Unternehmen – organisiert. 

Steht noch bis Donnerstag das Großherzogtum und seine Wirtschaft im Mittelpunkt, so wird es am Freitag, dem letzten Tag der Messe, die Großregion sein, mit Live-Veranstaltungen und Präsentationen von Unternehmen unter dem Stichwort „Industrie 4.0“. 150 Teilnehmer haben sich dazu angemeldet, so Sagramola. Vieles ist digital leichter zu organisieren, auf der anderen Seite läuft man mit Online-Veranstaltungen Gefahr, abgeschlossen wie in einer Blase zu sein. Während auf einer realen Messe zufällig jemand vorbeischlendert, ist das bei digitalen Veranstaltungen eher ausgeschlossen. 

„Eine große Marketing-Aufgabe“, sagt Sagramola, die aber glaubt, dass die derzeitige Online-Messe ein Lehrstück für die Zukunft ist, wo sich wahrscheinlich hybride Ausstellungsformen, sowohl online wie real, etablieren werden. 

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