Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Luxemburgs Industrie hat weiterhin hohen Personalbedarf
Wirtschaft 2 Min. 05.03.2019 Aus unserem online-Archiv

Luxemburgs Industrie hat weiterhin hohen Personalbedarf

Fedil-Generalsekretär Kieffer, beigeordnete ADEM-Direktorin Wagner, Minister Meisch (v.l.): Dass Luxemburgs Industrie weiterhin hohen Personalbedarf hat, zwingt zum Handeln.

Luxemburgs Industrie hat weiterhin hohen Personalbedarf

Fedil-Generalsekretär Kieffer, beigeordnete ADEM-Direktorin Wagner, Minister Meisch (v.l.): Dass Luxemburgs Industrie weiterhin hohen Personalbedarf hat, zwingt zum Handeln.
Foto: Steve Eastwood
Wirtschaft 2 Min. 05.03.2019 Aus unserem online-Archiv

Luxemburgs Industrie hat weiterhin hohen Personalbedarf

Marco MENG
Marco MENG
Produktionsbetriebe suchen nach wie vor qualifiziertes Personal. Ein gutes Signal für junge Leute, die derzeit die Schulbank drücken. Sie allein reichen aber nicht.

„Ein wertvolles Dokument“, so bezeichnete gestern der Geschäftsführer des Industrieverbands Fedil, René Winkin, die neue Studie zum Fachkräftebedarf der Industrie. Die Umfrage zeige, welche Tendenzen es in Bezug auf die Berufsqualifikation von Mitarbeitern gebe und welchen Bedarf an Fachkräften Luxemburgs Produktionsgewerbe hat.


Im Finanz- und Bankensektor: Mühsame Suche nach Talenten
Dynamisch, attraktiv und wachsend – der Finanzplatz Luxemburg ist weltweit bekannt. Dennoch wird im Finanz- und Bankensektor händeringend nach gut ausgebildeten Mitarbeitern gesucht. Wer mit welchen Kompetenzen gesucht wird, weiß die Luxemburger Bankenvereinigung.

„Mit der Umfrage wollten wir den konkreten Bedarf erfassen und welche Kompetenzen gebraucht werden“, sagt Marc Kieffer, Fedil-Generalsekretär. Untersucht wurden die vier Sektoren Lebensmittel- und Tabakindustrie, Chemie, Bauwirtschaft und Metall. Der elektronische Fragebogen, der an 243 Unternehmen verschickt wurde, wurde von rund 40 Prozent von ihnen beantwortet, die zusammen rund 23 000 Mitarbeiter haben. Er enthielt die Frage, welche Qualifikationen an Mitarbeitern in den kommenden zwei Jahren in diesen Betrieben gebraucht werden. „Nur zwei Jahre, damit das Ergebnis der Umfrage präziser ist“, sagt Kieffer. Demnach haben die 98 Betriebe, die antworteten, in den kommenden zwei Jahren einen Bedarf an 1 397 neuen Mitarbeitern, wobei 55 Prozent davon neu geschaffene Stellen besetzen sollen.

Wie aus der Umfrage hervorgeht, gibt es in allen Bereichen Bedarf, sowohl im Administrativen wie im Technischen. Buchhalter werden also genauso gebraucht wie Elektromechaniker.

Ansprüche steigen

„Eine Schlussfolgerung, die man aus der Umfrage ziehen kann, ist eine positive für junge Leute“, stellt Kieffer fest, denn „der Bedarf an Arbeitskräften der Industriebetriebe im Land ist eine große Opportunität für sie.“ Die Antworten der Unternehmen zeige auch, wie wichtig die Kooperation der Unternehmen mit der Adem und wie wichtig Weiterbildung sei. Zwar bieten Produktionsbetriebe nach wie vor auch Stellen für einfache Tätigkeiten, die keine Ausbildung verlangen, doch insgesamt steigt das Niveau der Anforderungen. Fedil-Chef Winkin lässt keinen Zweifel, dass das Gros des Industriepersonals im Großherzogtum auch künftig aus dem Ausland kommen wird. Eine Frage stellt sich dabei angesichts der grenzüberschreitenden Ausbildung. „Auch Praktika in Betrieben zu machen ist wichtig“, sagt Winkin. Ein Gesetzesentwurf zu Berufspraktika, das deren Zahl limitiert, stört die Fedil, die auf Änderungen des Gesetzesprojekts hofft. Bildungsminister Claude Meisch weiß aus eigener Erfahrung, wie wichtig ein Berufspraktikum sein kann, hat eines doch sein eigenes Berufsleben geprägt, wie er gestern verriet. Das geplante Gesetz solle verhindern, dass mit Praktika Ausbeutung betrieben werde; es sei aber unbestritten, dass Berufspraktika wichtig seien.

Um Jugendliche so zu qualifizieren, dass sie auch auf dem Arbeitsmarkt weiterkommen, müsse das Schulangebot weiter differenziert werden, auch das Sprachenprofil bei Ausbildungen sei eine Sache, an der die kommenden Jahre zu arbeiten sei. Darüber hinaus soll sich die Kooperation mit den Nachbarländern bei der Berufsausbildung verbessern.