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Luxemburgs Finanzaufsicht kassiert Banken ab
Wirtschaft 2 Min. 12.04.2019

Luxemburgs Finanzaufsicht kassiert Banken ab

Luxemburgs Finanzaufsicht kassiert Banken ab

Marc Wilwert
Wirtschaft 2 Min. 12.04.2019

Luxemburgs Finanzaufsicht kassiert Banken ab

Nadia DI PILLO
Nadia DI PILLO
Wegen „schwerwiegender Gesetzesverstöße“ muss die Banque Havilland Luxemburg vier Millionen Euro Bußgeld zahlen. Ähnliche Post hat auch die ABLV Bank bekommen.

Das tut richtig weh: Wie jetzt bekannt wurde, hat die Luxemburger Aufsichtsbehörde CSSF gegen die Banque Havilland Luxemburg ein Bußgeld in Höhe von vier Millionen Euro verhängt – wegen offensichtlich massiven Fehlverhaltens. Die CSSF wirft der Bank schwerwiegende Gesetzesverstöße vor. „Die Banque Havilland ist ihren Verpflichtungen hinsichtlich (...) einer soliden und umsichtigen Unternehmensführung sowie den Bestimmungen zur Bekämpfung der Geldwäsche nicht nachgekommen“, lässt die CSSF wissen.

Bei Banque Havilland handelt es sich um die zweithöchste Strafe der CSSF. Die bislang höchste Geldbuße hat die Luxemburger Finanzaufsicht gegen die Banque Edmond de Rothschild Luxembourg im Jahr 2017 verhängt (8.985.000 Euro).   

Diese im Vergleich zu anderen, bisher verhängten Bußgeldern hohe Sanktion wurde bereits am 21. Dezember 2018 wirksam. Nachdem die schwerwiegenden Mängel der Bank mitgeteilt wurden, hat die Banque Havilland dem Vernehmen nach einen Sanierungsplan erstellt, um die von der Finanzaufsicht bemängelten Schwachstellen zu beheben. Die Bank soll demnach ihr Risikoverständnis, ihre Strategie und Risikobereitschaft neu definiert haben. Der Sanierungsplan werde nun von eigens beauftragten externen Experten genau verfolgt; sie sind verpflichtet, der CSSF über den Fortgang zu berichten.

Geldstrafe für ABLV Bank Luxemburg

Auch die ABLV Bank Luxemburg geriet ins Visier der Finanzaufsicht: Am 29. Januar 2019 erging angesichts der von der CSSF festgestellten Verstöße ein Bescheid über 250 000 Euro.

Die Geldbuße wurde wegen Nichteinhaltung mehrerer Verpflichtungen bei der Bekämpfung der Geldwäsche und der Terrorismusfinanzierung gemäß dem Gesetz vom 12. November 2004 zur Bekämpfung der Geldwäsche und der Terrorismusfinanzierung verhängt.

Der lettischen Muttergesellschaft ABLV wird vorgeworfen, US-Sanktionen gegen Nordkorea umgangen zu haben. Die Bank wurde daraufhin von der Europäischen Zentralbank (EZB) vom Zahlungsverkehr ausgeschlossen und musste Insolvenz anmelden. In Lettland wird die Bank abgewickelt.

Die lettische Bank suchte fast ein Jahr lang einen Käufer für ihre Luxemburger Filiale. Im Januar verkündete sie mit Duet Group Limited einen Übernehmer für die Luxemburger Bank gefunden zu haben.

Am 12. Oktober 2018 verhängte die CSSF ebenfalls gegen das Finanzinstitut Banque Carnegie Luxembourg S.A. eine Geldbuße von insgesamt 143 735 Euro – „wegen Nichteinhaltung ihrer Verpflichtungen als Depotbank“.



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