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Luxemburgisch-chinesisches Joint Venture: Cargolux steigt mit 75 Millionen Dollar ein
Wirtschaft 3 Min. 08.01.2016 Aus unserem online-Archiv

Luxemburgisch-chinesisches Joint Venture: Cargolux steigt mit 75 Millionen Dollar ein

Die Gründung des Joint Ventures „Cargolux China“ war Teil des „Commercial agreement“, als die chinesische HNCA 2013 mit 35 Prozent ins Kapital der luxemburgischen Luftfrachtgesellschaft einstieg.

Luxemburgisch-chinesisches Joint Venture: Cargolux steigt mit 75 Millionen Dollar ein

Die Gründung des Joint Ventures „Cargolux China“ war Teil des „Commercial agreement“, als die chinesische HNCA 2013 mit 35 Prozent ins Kapital der luxemburgischen Luftfrachtgesellschaft einstieg.
Foto: Guy Jallay
Wirtschaft 3 Min. 08.01.2016 Aus unserem online-Archiv

Luxemburgisch-chinesisches Joint Venture: Cargolux steigt mit 75 Millionen Dollar ein

In diesem Jahr soll das Joint Venture „Cargolux China“ gegründet werden. Die Cargolux wird voraussichtlich 35 Prozent übernehmen und 75 Millionen Dollar zu dem Gemeinschaftsunternehmen beisteuern.

(aa) - Voraussichtlich am 19. Januar 2016 wird während einer Verwaltungsratssitzung der Cargolux der Gesellschaftervertrag für das luxemburgisch-chinesische Joint Venture „Cargolux China“ vorgelegt werden. Das sagte Infrastrukturminister François Bausch, der einen Arbeitsbesuch in China absolviert, dem „Luxemburger Wort“ auf Anfrage. Laut Bausch soll die Cargolux letztlich 35 Prozent an dem neuen Unternehmen halten. Die übrigen 65 Prozent würden sich dann die chinesische Investitions- und Entwicklungsgesellschaft HNCA und die Flughafengesellschaft der chinesischen Provinzhauptstadt Zhengzhou teilen.

Ausnahmeregelung für die Cargolux

Anfangs war man in Luxemburg davon ausgegangen, dass die Cargolux als ausländisches Unternehmen nicht mehr als ein Viertel der Anteile an „Cargolux China“ halten dürfe. „Die Provinz Henan fragte dann eine Ausnahmeregelung an, da sonst noch ein weiterer Shareholder für die verbleibenden 10 Prozent hätte gefunden werden müssen – und dies voraussichtlich in China“, so Minister Bausch.

„Strategisch betrachtet und im Verhältnis zu den höheren erforderlichen Investitionen, vertrete man die Auffassung, dass es besser sei, den Anteil der Cargolux am Joint Venture zu erhöhen, statt für die verbleibenden zehn Prozent einen weiteren Partner an Bord zu holen, der ebenfalls einen gewissen Einfluss ausüben möchte“, so der Minister. Und tatsächlich scheine es nun möglich zu sein, dass die Cargolux 35 Prozent und nicht nur 25 Prozent übernimmt. Vorübergehend sei von chinesischer Seite sogar darüber gesprochen worden, einen der führenden ausländischen Industriellen in Zhengzhou zu beteiligen wie z. B. den taiwanesischen Auftragsfertiger Foxconn. „Das wurde jedoch wieder fallen gelassen, und für die Cargolux ist das auch besser“, sagte Bausch dem „Luxemburger Wort“.

75 Millionen Dollar für 35 Prozent der Anteile

Die Cargolux wird für die 35 Prozent der Anteile rund 75 Millionen Dollar zum chinesisch-luxemburgischen Gemeinschaftsunternehmen beisteuern. Das sagte Cargolux-Verwaltungsratspräsident Paul Helminger dem „Luxemburger Wort“ auf Anfrage. Die Summe wird sich demnach aus etwa 25 Millionen Dollar Barkapital, das von der Cargolux aufzubringen ist, und Gesellschafterdarlehen von insgesamt knapp 50 Millionen Dollar zusammensetzen. In den ersten Jahren sei die „Cargolux China“ zwingend auf chinesische Subsidien angewiesen, die abhängig von der Tonnage sind und sich auf insgesamt bis zu 700 Millionen Dollar belaufen könnten, so Helminger.

Zu den Anteileignern der Cargolux gehört derzeit neben Luxair, Spuerkees, SNCI und dem Staat auch eben jene HNCA, die nun am Joint Venture beteiligt sein wird. Die Chinesen halten immerhin 35 Prozent an der luxemburgischen Frachtfluggesellschaft. Zudem unterhalte die Cargolux gute Kontakte zum Flughafen in Zhengzhou, so der Minister.

Maschinen ordern, Piloten einstellen

Der kommerzielle „Cargolux China“-Betrieb werde wohl erst 2017 starten, so Minister François Bausch. Die neue Gesellschaft müsse zunächst noch Maschinen ordern, bzw. entscheiden, ob mit neuen, geleasten oder gebrauchten Flugzeugen geflogen werde. „Außerdem müssen in China noch Piloten eingestellt werden“, sagte Bausch. Die neue Gesellschaft wird dem Minister zufolge hauptsächlich den innerchinesischen und asiatischen Markt bedienen, gleichwohl wird von Luxemburg aus der Vertrieb organisiert, wodurch die Cargolux mitverdienen soll.

Durch die Zusammenarbeit mit den chinesischen Partnern hofft man bei der Cargolux zudem auf weitere Flugrechte für die luxemburgische Frachtfluggesellschaft, die ihre Verbindungen in die USA und auch nach Lateinamerika ausbauen möchten. Der Minister brachte dieses Anliegen in China vor. Die Reaktionen darauf seien positiv gewesen, so Bausch. Die Gründung des Joint Ventures „Cargolux China“ war Teil des „Commercial agreement“, als HNCA Ende 2013 mit 35 Prozent ins Kapital der luxemburgischen Luftfrachtgesellschaft einstieg.


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