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Luxemburger zieht es wieder nach Spanien
Wirtschaft 4 Min. 13.07.2020

Luxemburger zieht es wieder nach Spanien

Spanien und Mallorca zählen auch dieses Jahr zu den beliebtesten Urlaubszielen in Europa.

Luxemburger zieht es wieder nach Spanien

Spanien und Mallorca zählen auch dieses Jahr zu den beliebtesten Urlaubszielen in Europa.
Foto: AFP
Wirtschaft 4 Min. 13.07.2020

Luxemburger zieht es wieder nach Spanien

Nadia DI PILLO
Nadia DI PILLO
Auch die belgische Küste steht nach den Reise-Lockerungen hoch im Kurs.

Die Sommerferien nähern sich in großen Schritten, viele Reisebeschränkungen werden allmählich gelockert – doch an einen ganz normalen Sommerurlaub ist trotzdem noch nicht zu denken. „Wir achten ganz besonders auf die Hygienevorschriften. Wir haben Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit unserer Kunden ergriffen, so dass wir die Busse nicht mehr komplett besetzen können“, sagt José Weis, Leiter des Reiseveranstalters bei Sales-Lentz. 

„Nur die Hälfte aller Sitzplätze wird besetzt, damit der Sicherheitsabstand zwischen den Passagieren eingehalten werden kann. Was das Zuteilung von Sitzen betrifft, können wir nicht mehr 100-prozentig auf die Wünsche der Kunden eingehen. Die Zuteilung erfolgt derzeit im Voraus über einen Plan. Wir achten natürlich auch auf Händedesinfektion und stellen Desinfektionsmittel am Einstieg der Reisebusse bereit. Zudem sind häufigere Pausen während der Fahrt vorgesehen, sowie auch regelmäßige Desinfektion der Busse.“ 


Zum Themendienst-Gespräch von Thomas Bremser vom 13. Juli 2020: Von der freiwilligen Maßnahme zur Pflicht: Auf Mallorca sollen - mit wenigen Ausnahmen - in der Öffentlichkeit immer Masken den Mund und die Nase bedecken. Foto: Clara Margais/dpa/dpa-tmn - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung im Zusammenhang mit dem genannten Text - Honorarfrei nur für Bezieher des dpa-Themendienstes +++ dpa-Themendienst +++
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Der Trend für die Neubuchungen geht vor allem in Richtung belgische Küste. Auch Reisen in den Schwarzwald und nach Tirol sind gerade sehr geliebt. „Unsere Reiseagenturen sind seit dem 8. Juni wieder geöffnet und haben seitdem schon einige Buchungen zu diesen Urlaubsgebieten verzeichnet, so dass wie die festgelegten Termine auch einhalten können“, sagt José Weis, und fügt hinzu: „Wir stellen fest, dass viele Kunden direkt zwei oder drei Wochen hintereinander buchen.“ 

Einige Reisen aus dem Sommerkatalog wurden beibehalten, wie etwa Apulien in Italien. „31 Leute haben die für Ende September geplante Reise bereits gebucht. Mitte August bieten wir auch Kroatien in unserem Reiseprogramm an, Buchungen hierfür gibt es bereits. Beide Reisen halten wir demnach in unserem Programm fest.“ 

Kreuzfahrten noch immer begehrt

Trotz steigender Buchungszahlen, bleibt die Situation der Reisebüros in der Corona-Virus-Zeit schwierig. „Von einem Aufschwung im Corona-Sommer 2020 kann nicht die Rede sein“, sagt José Weis. Viele Touristen sind noch verunsichert, die Reiselust noch verhalten. „Während einige Kunden absolut ihre Koffer packen wollen, wollen andere ganz klar zu Hause bleiben“. 

Obwohl die Lage nach wie vor angespannt sei, blicke man trotzdem mit Optimismus in die Zukunft, erklärt Weis. „Im August veröffentlichen wir unsere neuen Broschüren über die Tagesreisen und die Weihnachtsmärkte. Wir werden natürlich auch sicherstellen, dass etwas für die Familien dabei ist“. 


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Auch bei Cruisopolis laufen die Buchungen wieder an. „Das Interesse an Kreuzfahrtreisen im nächsten Jahr nimmt wieder zu“, freut sich José Weis. 

Von einer Normalisierung in der Tourismusbranche will auch Christiane Wagner, Leiterin Marketing und Kommunikation bei Voyages Emile Weber noch nicht sprechen. „Eine Rückkehr zur Normalität ist im gegenwärtigen Kontext leider nicht möglich und die Reisebüros erholen sich nur langsam von den Folgen der Pandemie“, sagt sie. Und fügt hinzu: „Unsere Teams in den Reisebüros tun ihr Bestes, um sichere Reisen anzubieten, unter Berücksichtigung der aktuellen Situation und der Einreisebestimmungen in den jeweiligen Ländern.“ 

Spanien wurde hart von der Corona-Krise getroffen. Doch inzwischen können luxemburgische Touristen wieder in das beliebte Urlaubsland reisen. „Spanien ist ganz klar das Reiseziel Nummer 1 was die Buchungen anbelangt“, sagt Christiane Schmid. „Wir stellen ebenfalls eine zunehmende Nachfrage nach Ferienhäusern, Apart-Hotels und nahe gelegene Reiseziele, wie etwa die belgische Küste und der Schwarzwald, fest“, fügt sie hinzu. 


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Wie andere Reiseunternehmen muss sich auch Voyages Emile Weber an die neue Situation anpassen. Wichtig ist vor allem die Beratung im Reisebüro. „Die Kunden schätzen die Kompetenz unserer Reisebüroberater und die Sicherheit, die wir ihnen im Falle einer Reiseannullierung oder -verschiebung anbieten. Bei einem lokalen Reisebüro zu buchen stellt noch immer eine Sicherheitsgarantie dar. Das ist nicht unbedingt der Fall ist, wenn man online bei einem unbekannten oder wenig bekannten Anbieter bucht“, so Schmid. 

Große Nachfrage nach Porto

Auch bei Luxair und LuxairTours sind Beratung und Information so wichtig wie noch nie. „Zusammen mit den Reiseagenturen erklären wir den Kunden, warum unsere Reiseziele sicher sind, warum die angebotenen Hotelaufenthalte zuverlässig sind. Wir wissen tatsächlich was unsere Kunden konkret vor Ort bekommen“, versichert Joe Schroeder, Pressesprecher von Luxair. 

Das „Festival des vacances“, das am vergangenen Wochenende stattfand, habe einen gewissen Erfolg gehabt, „die Situation bleibt aber eine andere als in den vergangenen Jahren“. 

Manche Reiseziele sind bei den Kunden sehr gefragt: „Spanien läuft sehr gut, Tunesien haben wir kurzfristig in unser Programm aufgenommen und auch Portugal ist von Anfang an sehr beliebt.“ Aufgrund der großen Nachfrage hat die Fluggesellschaft die Anzahl der Flüge nach Porto für die folgenden Zeiträume verdoppelt: vom 17. Juli bis zum 24. Juli 2020 und vom 7. August bis zum 30. August 2020. 

Die sich stetig verändernde Situation aufgrund des Corona-Virus ist für die Airline eine Herausforderung. Dass sich Reisende aus Luxemburg in mehreren Ländern in Quarantäne begeben müssen macht die Sache nicht einfacher. „Die Situation wird jeden Tag neu bewertet“, sagt Joe Schroeder. 

In den vergangenen Wochen wurden die Reiseziele schrittweise wieder zahlreicher. Neben dem bekannten Streckennetz wurden etwa Bordeaux, Marseille, Manchester, Salzburg und Innsbruck in den Flugplan aufgenommen. Bulgarien und Kroatien kamen im Juni hinzu. „Wir verfolgen die weiteren Entwicklungen in den einzelnen Ländern und passen unser Angebot ständig an.“

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