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Luxemburger Unternehmerpersönlichkeiten und ihr Hobby: Cactus-Chef sitzt fest im Sattel
Wirtschaft 5 Min. 12.07.2014

Luxemburger Unternehmerpersönlichkeiten und ihr Hobby: Cactus-Chef sitzt fest im Sattel

In Mamer aufgewachsen, kaufte Laurent Schonckert als Junge sein erstes Fahrrad bei Nicolas Frantz. Heute steigt der Cactus-Chef gerne aufs Rennrad, um den Kopf für neue Ideen frei zu bekommen.

Luxemburger Unternehmerpersönlichkeiten und ihr Hobby: Cactus-Chef sitzt fest im Sattel

In Mamer aufgewachsen, kaufte Laurent Schonckert als Junge sein erstes Fahrrad bei Nicolas Frantz. Heute steigt der Cactus-Chef gerne aufs Rennrad, um den Kopf für neue Ideen frei zu bekommen.
Foto: Marc Wilwert
Wirtschaft 5 Min. 12.07.2014

Luxemburger Unternehmerpersönlichkeiten und ihr Hobby: Cactus-Chef sitzt fest im Sattel

Sport spielte im Leben von Laurent Schonckert immer eine große Rolle. Der Chef der Cactus-Gruppe kickte für Union Luxemburg und die Nationalelf. Nach seiner Fußballerkarriere entschied er sich für den Radsport. 

VON ANDREAS ADAM

Sport spielte im Leben von Laurent Schonckert (56) immer eine große Rolle. Der Administrateur-directeur der Cactus-Gruppe wuchs in Mamer auf, kickte dort für den örtlichen Fußballclub, später für Union Luxemburg und die Nationalelf. Nach seiner Fußballerkarriere entschied er sich für den Radsport. Es hilft ihm fit zu bleiben und den Kopf für neue Ideen freizumachen.

„Als ich zehn Jahre alt war, hatte der Tour-de-France-Gewinner Nicolas Frantz bei uns in Mamer ein Fahrradgeschäft“, erinnert sich Laurent Schonkert. Frantz war zu seiner aktiven Zeit in den zwanziger Jahren ein Ausnahmekönner. 1928 verteidigte er das gelbe Trikot von der ersten bis zur letzten Etappe der Tour de France und gewann nach einem Rahmenbruch das Rennen mit einem geliehenen Damenrad. „Wir Jungs gingen zu Nic. Frantz einfach um unser Velo zu kaufen oder es reparieren zu lassen. Er stand persönlich im Laden und in der Werkstatt. Wir haben in ihm damals nicht in erster Linie den Leistungssportler gesehen, obwohl seine Trikots und Pokale dort zu sehen waren. Herr Frantz war ja damals schon deutlich über 60 Jahre alt. Für uns war er der Mann, der uns die Räder repariert hat, z.B. wenn wir einen Platten hatten.“ Der Funke zum Radsport sollte bei Laurent Schonckert erst viel später überspringen. „Damals sind wir mit dem Fahrrad nur zum Spielen gefahren. Natürlich haben wir ab und zu kleine Wettkämpfchen unter uns ausgetragen, aber im Wesentlichen war das Fahrrad ein Mittel, um von A nach B zu kommen.“

Erste sportliche Liebe gehörte dem runden Leder

Laurent Schonckerts erste sportliche Liebe gehörte dem runden Leder. Auf der Straße in Mamer machte er seine ersten fußballerischen Gehversuche. Er spielte beim FC Mamer, merkte dass er ein gewisses Talent hatte. Der Ehrgeiz wurde geweckt. „Das war bei mir schon als Jugendlicher so, dass ich das, was ich tat, möglichst gut machen wollte“, erinnert er sich. Ab 1979 spielte Schonckert dann für Union Luxemburg. „Der Mannschaftssport war für mich eine Schule fürs Leben“, sagt er heute. Als Kapitän des Erstligisten galt es, Führungsqualität sowie Teamgeist unter Beweis zu stellen. Dort konnte man gewinnen und verlieren lernen. Gleichzeitig knüpfte er erste Kontakte zur Cactus-Eigentümerfamilie Leesch, die der Union als Sponsor verbunden war.

Laurent Schonckert schaffte es stets, den Fußball und die Schule gut unter einen Hut zu bekommen. „Ich wusste immer, wann es Zeit für den Sport, und wann es Zeit zum Lernen war. Der Sport hat mir natürlich auch dabei geholfen, Stress abzubauen.“ Als aktiver Fußballer nahm Schonckert ein Studium auf. „Ich habe mich schon immer für Wirtschaft interessiert und schrieb mich in Nancy für Volkswirtschaftslehre und Rechtswissenschaften ein.“ Als Student absolvierte er bei Cactus ein Praktikum. 1984 wurde er dort fest angestellt. Es war das Jahr in dem er erstmals in die Fußball-Nationalmannschaft berufen wurde. „Ich habe beides parallel gemacht. Dabei bot mir der Sport auch immer einen guten Ausgleich, während die mir übertragene Verantwortung bei Cactus zunahm.“ Nach mehreren Pokalerfolgen und Landesmeistertiteln hängte er 1992 die Fußballschuhe an den Nagel. „Ich habe für mich das Beste mitgenommen und mit 34 aufgehört, als es am schönsten war“, so Schonckert. In seiner Laufbahn bekam er trotz kerniger Spielweise als Verteidiger nie eine rote Karte. Darauf ist er heute noch stolz. Fairplay und die eigenen Grenzen zu kennen, ist ihm wichtig.

Fit bleiben, Stress abbauen, 
Kopf freimachen

Ganz ohne ernsthaften Sport ging es während der Karriere bei Cactus jedoch nicht. Der viel beschäftigte Manager benötigte die gewohnte Bewegung. „Ich bin ein bis zwei Jahre lang gelaufen, aber das war nicht das Richtige für mich. Ich bin auch nicht der Golfertyp. Letztlich hat mich dann ein Kollege auf das Fahrrad gebracht.“

Fit bleiben, Stress abbauen, den Kopf frei machen für neue Ideen, manchmal eine Lösung für Probleme oder Fragestellungen zu finden – deshalb ist Schonckert heute gerne mit dem Rad unterwegs. „Und ich habe danach stets das Gefühl, etwas Produktives getan zu haben, für meinen Körper und für meine Gesundheit“, sagt er. Das Fahrrad entschleunige auch, biete gegenüber dem Autofahren bessere Eindrücke von der Umgebung und von der Natur.

Seit 2002 ist Schonckert administrateur-directeur der Cactus-Gruppe. Eine Position mit hoher Verantwortung und einem gewissen Druck. Bereut hat er seine Entscheidung für die Laufbahn im Handel nie. „Es war schon recht früh mein Wunsch, in der Wirtschaft zu arbeiten, sonst hätte ich mich ja nicht für dieses Studium entschieden. Allerdings hätte es mir weniger zugesagt für eine Bank oder eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft zu arbeiten, während mir die Tätigkeit bei Cactus von Anfang an Spaß machte.“

Der Radsport begeistert Laurent Schonckert auch passiv. „Ich habe immer die Tour de France oder die anderen Klassiker verfolgt, war dazu in Paris oder auf der Alpe d‘Huez. Generell bin ich aber nicht jemand, der mit dem Wohnmobil die Alpen bereist. Die Tour de Luxembourg schaue ich mir an, die anderen Veranstaltungen eher am Fernsehgerät. Mir fehlt einfach die Zeit.“

Sport ist fester Bestandteil seines Lebens

Mit dem Rennrad geht er während der Woche manchmal alleine auf Tour, am Wochenende auch in der Gruppe. „Wir treffen uns schon ziemlich regelmäßig. Wer Zeit hat, kommt mit. Da sind dann zwischen sechs und 20 Teilnehmer unterwegs.“ Gefahren werden keine Wettkämpfe, vielleicht mal eine Randonnée, ansonsten selbst festgelegte Strecken. Dennoch haftet Schonckerts Radsportbegeisterung auch etwas Ernsthaftes an. Der Ehrgeiz, der schon beim Fußball in der Jugendzeit aufkeimte, ist geblieben. „Vor allem wenn wir in der Gruppe fahren, schauen wir schon ein bisschen danach, wer den besten Antritt hat, wer am schnellsten ist. Auch im Winter trainiert Laurent Schonckert, dann allerdings mit dem Mountainbike, frei nach dem Motto, es gibt kein schlechtes Wetter, nur unpassende Ausrüstung und Kleidung.

In die Fußstapfen von Nicolas Frantz, den er aus dem Fahrradladen kannte, ist Laurent Schonckert letztlich also nicht getreten, dennoch hat er wohl die Mamer Luft geschnuppert, die Cracks wie Frantz oder auch Josy Barthel hervorbrachten. „Sport gehörte immer zu meinem Leben, das ist enorm wichtig für meine Lebensqualität, und das hilft mir im Beruf. Dazu stehe ich.“

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