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Luxemburger könnten nach Passwörtern gefragt werden
Wirtschaft 2 Min. 10.04.2017 Aus unserem online-Archiv
USA erwägen schärfere Kontrollen

Luxemburger könnten nach Passwörtern gefragt werden

US-Heimatschutzminister John Kelly hatte schon Anfang Februar in einer Anhörung vor dem Senat gesagt, dass Einreisende möglicherweise künftig nach Passwörtern ihrer Profile in sozialen Netzwerken gefragt werden könnten.
USA erwägen schärfere Kontrollen

Luxemburger könnten nach Passwörtern gefragt werden

US-Heimatschutzminister John Kelly hatte schon Anfang Februar in einer Anhörung vor dem Senat gesagt, dass Einreisende möglicherweise künftig nach Passwörtern ihrer Profile in sozialen Netzwerken gefragt werden könnten.
Foto: Reuters
Wirtschaft 2 Min. 10.04.2017 Aus unserem online-Archiv
USA erwägen schärfere Kontrollen

Luxemburger könnten nach Passwörtern gefragt werden

Andreas ADAM
Andreas ADAM
Bei der Einreise in die USA könnten Ausländer künftig dazu gezwungen werden, Informationen aus ihren Konten in sozialen Netzwerken preiszugeben.

(aa/dpa) - Bei der Einreise in die USA könnten Ausländer künftig dazu gezwungen werden, ihre Kontakte und Passwörter in sozialen Netzwerken preiszugeben sowie Fragen zu ihrer Weltanschauung zu beantworten. Die US-Regierung erwäge diese Maßnahmen, um die Sicherheitskontrollen zu verschärfen ("Extreme Vetting"), berichtete das "Wall Street Journal" unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen.

Die Änderungen könnten dem Bericht zufolge möglicherweise auch für die 38 Länder gelten, die Teil des Visa-Waiver-Programmes (ESTA) sind. Dann wäre auch Luxemburg betroffen.

Fortschritte der Planungen unklar

Derzeit laufe eine Überprüfung der Sicherheitskontrollen, berichtete die Zeitung weiter. Es blieb aber unklar, wie weit fortgeschritten diese ist.

Heimatschutzminister John Kelly hatte schon Anfang Februar in einer Anhörung vor dem Senat gesagt, dass Einreisende möglicherweise künftig nach Passwörtern ihrer Profile in sozialen Netzwerken gefragt werden könnten. Kelly machte damals deutlich, dass dies Gedankenspiele seien.

Handykontrollen schon unter Obama

Schon unter Trumps Vorgänger Barack Obama wurden bei manchen Einreisenden Handys und andere elektronische Geräte kontrolliert. Von Oktober 2015 bis Oktober 2016 führten Grenzbeamte 23877 solcher Durchsuchungen durch. Ein Jahr zuvor waren es lediglich 4764.

Auf der Internetseite des luxemburgischen Außenministeriums finden sich unter dem Stichwort Reiseempfehlungen ("Avis de voyage") keine konkreten Tipps, wie sich Besucher aus dem Großherzogtum am besten verhalten sollten.

Electronic Frontier Foundation gibt Ratschläge

Allerdings sind einige Informationen (in English) auf der Website der Electronic Frontier Foundation zu finden, einer Nichtregierungsorganisation aus dem Vereinigten Staaten, die sich für Grundrechte im Informationszeitalter einsetzt.

Dort heißt es u. a., dass man vor Reisen in die USA überlegen solle, welche elektronischen Geräte und elektronischen Daten man unbedingt dorthin mitnehmen und beim Grenzübertritt bei sich tragen wolle. Ggf. könne man z. B. statt des eigenen Smartphones vorübergehend ein Wegwerfhandy nutzen und/oder persönliche Daten vor der Reise sichern und vom Gerät löschen oder auf Cloud-Lösungen zurückgreifen.

Grenzschutzbeamte mit weitreichenden Befugnissen

In einer weiteren Rubrik werden auch Empfehlungen ausgesprochen, wie sich Geräte so sichern lassen, dass Grenzschutzbeamte möglichst nicht darauf zugreifen können, selbst wenn man ihnen den Zugriff verweigert.

Dabei sollte man aber bedenken, dass die Behörden unkooperativen Ausländern (nicht US-Bürgern) im Extremfall die Einreise verweigern können. Statt es vor Ort an der Grenze bewusst auf eine solche Konfliktsituation ankommen zu lassen, sollte man dann vielleicht besser ganz auf die Reise verzichten.