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Luxemburger können Klage in Irland einreichen
Wirtschaft 27.09.2016 Aus unserem online-Archiv
WhatsApp-Datenweitergabe an Facebook

Luxemburger können Klage in Irland einreichen

Die Nutzungsregelungen für Whatsapp sehen vor, dass die App Telefonnummern an Facebook für personalisierte Werbung weitergeben darf.
WhatsApp-Datenweitergabe an Facebook

Luxemburger können Klage in Irland einreichen

Die Nutzungsregelungen für Whatsapp sehen vor, dass die App Telefonnummern an Facebook für personalisierte Werbung weitergeben darf.
Foto: AFP
Wirtschaft 27.09.2016 Aus unserem online-Archiv
WhatsApp-Datenweitergabe an Facebook

Luxemburger können Klage in Irland einreichen

Seit WhatsApp von Facebook aufgekauft wurde, werden Daten von WhatsApp-Usern an den Mutterkonzern weitergegeben. Kann man dagegen vorgehen?

(dpa/miz) - Was machen, wenn man gegen den Datentausch zwischen Whatsapp und Facebook vorgehen will? Da Facebook keine Niederlassung in Luxemburg hat, müsste hierzulande ein Nutzer seine Klage direkt an den europäischen Hauptsitz in Irland richten, erklärt Thierry Lallemang von der Luxemburger Datenschutzkommission.

Auch die EU-Datenschutzbehörden hätten sich schon Gedanken über das Vorhaben von WhatsApp und Facebook gemacht, so Lallemang weiter.  Sie würden gemeinsam einen Brief an das Unternehmen in Irland schreiben, um gegen den Datentausch vorzugehen.

Deutschland will Weitergabe stoppen

Ein Datenschutzbeauftragter aus Deutschland sorgte am Dienstag für Schlagzeilen, weil er Facebook untersagt, Daten von deutschen WhatsApp-Nutzern zu erheben und zu speichern. Zudem müsse Facebook bereits von WhatsApp übermittelte Daten löschen.

Johannes Caspar untersagt Facebook die Speicherung der WhatsApp-Daten «ab sofort». Sie sei sofort vollziehbar, bis Facebook Widerspruch beim Verwaltungsgericht Hamburg einlege. Aber kann er so einfach dagegen vorgehen?

Entscheidend wird die Frage sein, ob der Hamburger Datenschützer überhaupt zuständig ist. Er argumentiert, Facebook verarbeite Daten in der Hamburger Niederlassung, weil dort das deutschsprachige Werbegeschäft betrieben werde. Deshalb sei nationales Datenschutzrecht anwendbar, wie auch der Europäische Gerichtshof im Juli bestätigt habe.

Facebook erklärte stets, das europäische Geschäft werde von Irland aus betrieben und deswegen seien die dortigen Datenschützer zuständig. Das Online-Netzwerk entgegnete Caspar am Dienstag: «Facebook befolgt das EU-Datenschutzrecht.»

WhatsApp hatte im August angekündigt, künftig die Telefonnummer des Nutzers an Facebook weiterzugegeben. Außerdem sollen mit der Konzernmutter Informationen darüber geteilt werden, wie häufig der Kurzmitteilungsdienst genutzt wird. WhatsApp-Mitglieder konnten zumindest der Verwendung ihrer Daten für die Personalisierung von Facebook-Werbung und Freunde-Vorschläge widersprechen. Die Telefonnummer wird allerdings in jedem Fall mit Facebook geteilt, wenn man die App weiternutzen will.

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(Nur zur redaktionellen Verwendung durch Themendienst-Bezieher im Zusammenhang mit dem genannten Text.)
Screenshots: tmn
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