Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Luxemburger CEOs sind deutlich zuversichtlicher
Wirtschaft 3 Min. 04.04.2017 Aus unserem online-Archiv
Wachstumsaussichten

Luxemburger CEOs sind deutlich zuversichtlicher

PwC erstellte die Studie "CEO Survey" erstmals auch für Luxemburg.
Wachstumsaussichten

Luxemburger CEOs sind deutlich zuversichtlicher

PwC erstellte die Studie "CEO Survey" erstmals auch für Luxemburg.
Foto: Gerry Huberty
Wirtschaft 3 Min. 04.04.2017 Aus unserem online-Archiv
Wachstumsaussichten

Luxemburger CEOs sind deutlich zuversichtlicher

Andreas ADAM
Andreas ADAM
Laut einer Studie des Beratungsunternehmens PwC rechnen in Luxemburg 51 Prozent der Generaldirektoren mit einem baldigen Wachstum ihres Unternehmens - gegenüber 38 Prozent der leitenden Geschäftsführer und Firmenchefs im weltweiten Vergleich.

(aa) - 51 Prozent der befragten Generaldirektoren in Luxemburg rechnen mit einem baldigen Wachstum ihres Unternehmens - gegenüber 38 Prozent der leitenden Geschäftsführer und Firmenchefs im weltweiten Vergleich. Das geht aus der Studie "CEO Survey" hervor, die das Beratungsunternehmen erstmals auch für Luxemburg erstellt hat. Neben 49 CEOs wurden zudem auch elf Vertreter luxemburgischer Cluster befragt.

Die relativ große Zuversicht der Unternehmenslenker des Großherzogtums legt nach Auffassung von PwC den Schluss nahe, dass die CEOs den verschiedenen Initiativen der Regierung und der Privatwirtschaft vertrauen sowie auch der Fähigkeit ihrer Betriebe, Kunden angemessen zu bedienen und in einem unsichereren wirtschaftlichen Umfeld profitabel zu sein.

Geringe Erwartungen an weltweite Entwicklung

Was Luxemburg als Land anbelangt, sind 53 Prozent der befragten Generaldirektoren der Ansicht, dass es 2017 mit der Wirtschaft in Luxemburg aufwärts geht. Ganz anders sieht es dagegen mit positiven Erwartungen an die weltweite wirtschaftliche  Entwicklung aus. Hier sind die Luxemburger mit lediglich 26 Prozent sogar pessimistischer als der globale Durchschnitt (29%).

In Bezug auf Europa liegen die Erwartungen in Luxemburg noch niedriger. Dennoch schauen die luxemburgischen CEOs auch ins nahe Ausland, um ihre Geschäfte zu entwickeln. Als Top5-Länder nennen sie dabei Frankreich, Deutschland, Belgien sowie auch das Vereinigte Königreich und Italien.

CEOs sind sich Auswirkungen des Brexit bewusst

Laut José-Benjamin Longrée, Market Leader bei PwC in Luxemburg, sind sich die Generaldirektoren im Großherzogtum möglicher Auswirkungen des Brexit bewusst. "Interessanterweise rechnen die CEOs, die nicht der Finanzbranche angehören, damit, dass ihre Geschäfte kaum beeinflusst werden, während die im Finanzsektor tätigen CEOs mit positiven Auswirkungen in den nächsten fünf Jahren rechnen."

Dies wird nicht zuletzt auf die wirtschaftlichen Verflechtungen zurückgeführt. Während in der Finanzbranche 63 Prozent der Befragten Kundenbeziehungen ins Vereinigte Königreich unterhielten, waren es in den sonstigen Branchen gerade einmal 37 Prozent.

Erfolg nicht nur in finanziellen Profiten messen

Erfolg wird der PwC-Studie zufolge auch in Luxemburg nicht mehr allein in finanziellen Profiten gemessen. Zumindest unterstützten in der genannten Studie 89 Prozent der befragten Generaldirektoren diese Auffassung. Der weltweite Durchschnitt liegt bei 76 Prozent. Die luxemburgischen CEOs bewerten langfristige Ertragskraft höher als kurzfristige, legen Wert auf Unternehmensverantwortung und betrachten neben finanziellen auch nicht-finanzielle Erfolgsindikatoren.

"Vertrauen ist ein wichtiger Eckpfeiler des Erfolges. Wenn das Vertrauen in eine Firma stark ausgeprägt ist, fördert dies die Geschäftsentwicklung, indem neue Kunden hinzugewonnen und alte bei der Stange gehalten werden. Außerdem werden sich die Beschäftigten stärker einbringen, und es wird Investoren leichter fallen, die Verwaltung ihrer Mittel zu beauftragen", so José-Benjamin Longrée.

Den befragten luxemburgischen Generaldirektoren zufolge werden technologische Fortschritte künftig den größten Einfluss auf die Erwartungen der Stakeholder haben. "Den Aufstieg der Finanztechnologie sehen viele CEOs in Luxemburg als eine Quelle von Chancen, insbesondere dadurch, dass Produkte und Dienstleistungen erweitert und die Zahl der Mitarbeiter reduziert werden", so Laurent Probst, Economic Development & Innovation Leader bei PwC in Luxemburg.

Unternehmen suchen verzweifelt qualifizierte Mitarbeiter

Allerdings würden durch neue Technologien auch wieder neue Stellen geschaffen, heißt es in der PwC-Studie. CEOs seien sogar verzweifelt auf der Suche nach Talenten. Es sei jedoch schwierig Leute mit der passenden Qualifikation zu finden. 24 Prozent der befragten Generaldirektoren gaben an, das Arbeitskräftepotenzial in Luxemburg sei unzureichend. 65 Prozent sagten dieses sei mehr oder weniger angemessen. Nur elf Prozent bezeichnet es als völlig angemessen.

Mehr als die Hälfte der CEOs in der PC-Studie gingen davon aus, in den folgenden zwölf Monaten die Zahl ihrer Mitarbeiter zu erhöhen. 27 Prozent gingen jedoch von einem Rückgang der Mitarbeiterzahl aus - möglicherweise als Folge von Investitionen in Technologie.

Cluster pessimistischer bei Arbeitskräftepotenzial

Neben der Befragung von Generaldirektoren wurden von PwC auch Gespräche mit Cluster-Verantwortlichen geführt. Nach ihren Top-Prioritäten befragt, nannten die meisten zuerst den Bedarf an qualifizierten Mitarbeitern. Nur neun Prozent gaben an, in Luxemburg ein völlig angemessenes Arbeitskräftepotenzial vorzufinden. 54 Prozent bezeichneten es als unangemessen, 36 Prozent als mehr oder weniger angemessen.

54 Prozent der Befragten bezeichneten die verfügbaren Finanzierungsmöglichkeiten zur Unterstützung ihres Clusters als angemessen. Umgekehrt sehen mehr als ein Drittel darin eine Herausforderung.



Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Die Mehrheit der weltweiten Banken, Versicherer und Vermögensverwalter möchte in den kommenden Jahren stärker mit Unternehmen der Finanztechnologie (Fintechs) kooperieren. Das gilt auch für Luxemburg.
Das Luxemburger Statistikamt veröffentlichte eine Studie, in der die möglichen Auswirkungen eines Brexit analysiert werden. Die Prognosen für Luxemburg sehen sowohl Chancen aber auch Risiken für das Großherzogtum.
Brexit (Foto: Shutterstock)
Digitalisierung des Finanzplatzes
Nächste Woche startet eine Förderstruktur für Fintech-Unternehmen in Luxemburg. Doch der Generaldirektor der Handelskammer sieht noch manche Hürden für die Entwicklung dieses Sektors.
Noch hat die Hälfte der Finanzplatz-Akteure keine Strategie bezüglich der Digitalisierung.