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Luxemburger arbeiten nicht lang genug
Wirtschaft 18.11.2022
OECD-Studie

Luxemburger arbeiten nicht lang genug

Das luxemburgische Rentensystem ist auf Dauer nicht finanzierbar.
OECD-Studie

Luxemburger arbeiten nicht lang genug

Das luxemburgische Rentensystem ist auf Dauer nicht finanzierbar.
Foto: Shutterstock
Wirtschaft 18.11.2022
OECD-Studie

Luxemburger arbeiten nicht lang genug

Uwe HENTSCHEL
Uwe HENTSCHEL
Die OECD-Wirtschaftsstudie zu Luxemburg empfiehlt dringend Reformen des Rentensystems. Sonst müssen die jungen Menschen alles ausbaden.

Auch wenn sich Luxemburg durch eine geringe Staatsverschuldung, eine niedrige Arbeitslosenquote und das EU-weit höchste Bruttoinlandsprodukt pro Kopf auszeichnet, so ist davon auszugehen, dass sich dieser Wohlstand auf Dauer nicht halten lässt. Denn Bevölkerung und Wirtschaft wachsen bei Weitem nicht so, wie es zum Erhalt des Sozial- und Rentensystems nötig wäre.

Jeder Vierte geht mit 54 in Rente

Zu diesem Ergebnis kommt auch der aktuelle OECD-Bericht für Luxemburg. „Die Produktivitätszuwächse sind gering und aufgrund der Bevölkerungsalterung werden die Rentenausgaben voraussichtlich erheblich steigen, was die öffentlichen Finanzen belasten wird“, so die Autoren der Studie, die deshalb eine Anhebung des Renteneintrittsalters empfehlen, um so die Nachhaltigkeit des Wachstums und der öffentlichen Finanzen zu verbessern.


Bis 2070 wird der Anteil der Renten am Bruttoinlandsprodukt von aktuell zehn auf 18 Prozent steigen, sagt der Conseil national des finances publiques.
Alternde Gesellschaft wird langfristig zum Problem
Laut dem CNFP ist Luxemburg finanziell gut durch die Pandemie gekommen, aber der Rat warnt vor den Konsequenzen der alternden Gesellschaft.

So zeigt die Studie, dass in Luxemburg ein Viertel der Männer mit 54 Jahren oder früher in Rente geht und dass sich dadurch der sogenannte Abhängigenquotient bis 2070 mehr als verdoppeln und auf über 56 Prozent steigen wird, wenn keine neuen Maßnahmen ergriffen werden. 

Der Abhängigenquotient beschreibt das Verhältnis von Personen, die nicht im Erwerbstätigenalter sind, zur Anzahl von Personen im Erwerbstätigenalter. Je höher der Prozentwert ist, desto mehr verschiebt sich das Rentensystem zulasten der Beitragszahler, also der nachfolgenden Generationen.  

Renteneintrittsalter an Lebenserwartung koppeln

Die Studie enthält deshalb auch Empfehlungen für Reformen, die darauf abzielen, das Renteneintrittsalter an die Lebenserwartung zu koppeln. Dadurch würde vermieden, dass die neuen Generationen mit höheren Steuern und niedrigeren Renten konfrontiert werden.


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