Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Luxemburg teurer als die Nachbarn
Wirtschaft 2 Min. 15.06.2015 Aus unserem online-Archiv
Preise in der Großregion

Luxemburg teurer als die Nachbarn

Laut Francine Closener und Marc Ferring fielen die Preise trotz Steuererhöhung bei einem Viertel aller Produkte.
Preise in der Großregion

Luxemburg teurer als die Nachbarn

Laut Francine Closener und Marc Ferring fielen die Preise trotz Steuererhöhung bei einem Viertel aller Produkte.
Foto: Pierre Matgé
Wirtschaft 2 Min. 15.06.2015 Aus unserem online-Archiv
Preise in der Großregion

Luxemburg teurer als die Nachbarn

Für eine Studie zu der Entwicklung der Preise von Konsumgütern in Luxemburg und in der Großregion verglich das Wirtschaftsministerium 22 Geschäfte und mehrere tausend Produkte. Auch der Einfluss der neuen Mehrwertsteuer wurde analysiert.

(kw) - Das Wirtschaftsministerium, vertreten durch Staatssekretärin Francine Closener, hat gestern während einer Pressekonferenz eine Analyse zu der Entwicklung der Preise von Konsumgütern in Luxemburg und in der Großregion veröffentlicht.

Dabei stellte man fest, dass die Preise von Konsumgütern im Schnitt in Luxemburg höher als in Frankreich und Deutschland, jedoch tiefer als in Belgien sind. Das Wirtschaftsministerium gibt aber an, dass von den verglichenen Produkten immer nur eine kleine Zahl in den verschiedenen Ländern identisch sind. In der kompletten Großregion gibt es 190 Konsumgüter, die in allen 
vier Ländern erhältlich sind, 
also die gleiche Bezeichnung und Identifikationsnummer in Form eines Barcodes besitzen. Für die Analyse schaute man laut Paul Zenners nur auf diese Produkte.

Die Preisvergleiche

Dies führt dazu, dass man letztendlich nur den Preiswettbewerb in der Großregion vergleichen kann. Insgesamt wurden dafür 22 Supermärkte analysiert. 

Schaut man auf die einzelnen Produktkategorien, erkennt man, dass in Luxemburg nur Getränke billiger als im Ausland sind. Für die restlichen Konsumgüter findet man die niedrigsten Preise in Deutschland und Frankreich. Im Schnitt sind Güter in Luxemburg jedoch um 3,3 Prozent billiger als in Belgien. 

Nicht nur auf internationaler Ebene unterscheiden sich die Preise, sondern auch innerhalb Luxemburgs gibt es Unterschiede. 

Für die Analyse hat das Wirtschaftsministerium sechs luxemburgische Geschäfte ausgewählt. Im Vergleich liegen die Preise von drei dieser sechs Läden unter dem Durchschnitt der Großregion. So erklärt Thierry Nothum, Direktor der „Confédération luxembourgeoise du commerce“, dass es vor allem ein einzelnes Geschäft sei, das diese Preise in die Höhe treibt.

Die Auswirkung
 der Steuererhöhung

In der Analyse warf Marc Ferring, Regierungsattaché, einen Blick auf die Auswirkung der Steuererhöhung vom Januar 2015. Ferring erklärte, dass ausschließlich ein Drittel aller analysierten Produkte eine Steuererhöhung erfahren habe – der Rest profitieren weiterhin von der super-reduzierten Mehrwertsteuer von drei Prozent. Für die Analyse hat das Ministerium die Preise vom November 2014 mit jenen vom Februar 2015 verglichen. 

Dabei wird klar, dass vor allem die Preise für Hygiene- und Körperpflegeartikel gestiegen sind. Der Unterschied betrage dabei 0,55 Prozent, wobei der Preis in der Großregion nur um 0,26 Prozent gestiegen sei. Ein Grund sei unter anderem die Mehrwertsteuer.

Insgesamt stiegen die Preise für weniger als die Hälfte aller betroffenen Produktkategorien. Dies lässt sich dadurch erklären, dass die höhere Mehrwertsteuer nicht komplett durch den Kunden bezahlt wird. Bei rund einem Viertel der Produkte fielen die Preise trotz der Erhöhung. 

Letztendlich gab das Ministerium an, den Einfluss der neuen Mehrwertsteuer zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal analysieren zu wollen, um genauere Schlüsse ziehen zu können.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Die Preisexplosion bei den Erdölprodukten, die hohe Inflation und der Ukraine-Krieg treiben Agrarpreise in die Höhe. Eine Analyse.
Es gibt immer weniger landwirtschaftliche Betriebe, dafür werden sie immer größer, nicht zuletzt, weil sie unter ökonomischem Druck stehen. Die Umwelt- und Naturschutzorganisationen fordern die Politik auf, Anreize für eine nachhaltigere Landwirtschaft zu schaffen.
Das Auf und Ab der Inflationsrate wird für die Arbeitnehmer vor allem durch die Anpassung der Gehälter durch das Indexsystem spürbar. Ein Einblick in die Arbeitswelt des nationalen Instituts für Statistik zeigt, wie der Anstieg der Teuerung berechnet wird.
Die jährliche Inflationsrate betrug im Juni 1,5 Prozent, im Vormonat lag sie noch bei 1,7 Prozent, wie der Statec am Mittwoch in Luxemburg berichtete.
Handy-Abo-Preise sind im Juni 0,7 Prozent teurer geworden.
Preise im Supermarkt
Für einen gefüllten Einkaufswagen muss ein Kunde im Durchschnitt am meisten in Belgiens Supermärkten zahlen. Dies geht aus der jüngsten Studie der Kommission für Preisgestaltung hervor.
Die Nielsen-Studie basiert auf Daten von rund 100 000 Produkten aus 22 Supermärkten, die sich in einem Umkreis von 50 km von Luxemburg befinden.
Mehrwertsteuerhöhung
So mancher Verbraucher mag sich im Vorfeld der Mehrwertsteuererhöhung fragen, wie der Handel damit umgehen wird. Wir sprachen mit Thierry Nothum, dem Direktor der Handelskonföderation (CLC).
Hinter einem Preisanstieg zum ersten Januar 2015 muss sich laut CLC-Direktor Thierry Nothum nicht zwangsläufig die höhere Mehrwertsteuer verbergen.