Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Luxemburg startet Wirtschaftsmission nach Marokko
Wirtschaft 2 Min. 22.09.2019 Aus unserem online-Archiv

Luxemburg startet Wirtschaftsmission nach Marokko

Wichtiger Umschlagsplatz in der „Straße von Gibraltar“: der moderne Hafen im marokkanischen Tanger.

Luxemburg startet Wirtschaftsmission nach Marokko

Wichtiger Umschlagsplatz in der „Straße von Gibraltar“: der moderne Hafen im marokkanischen Tanger.
Foto: Shutterstock
Wirtschaft 2 Min. 22.09.2019 Aus unserem online-Archiv

Luxemburg startet Wirtschaftsmission nach Marokko

Marco MENG
Marco MENG
Zahlreiche heimische Unternehmen informieren sich über das Potenzial in Nordafrika – Erbgroßherzog Guillaume und Gattin Stéphanie begleiten Wirtschaftsminister Etienne Schneider.

Marokko ist eine schnell wachsende Volkswirtschaft, die in den letzten zwei Jahrzehnten erhebliche Fortschritte gemacht hat. Das Bruttoinlandsprodukt wächst kontinuierlich, die Arbeitslosenrate ist mit aktuell rund 9,2 Prozent relativ niedrig für ein nordafrikanisches Land, und die Inflation bewegte sich in den letzten zwei Jahren zwischen ein und zwei Prozent. 

Zweifellos ein interessantes Land für Investoren und Handelspartner. Die Handelskammer des Großherzogtums Luxemburg organisiert aus diesem Grund in Zusammenarbeit mit dem Wirtschaftsministerium vom morgigen Montag an (23. September) eine dreitägige offizielle Wirtschaftsmission nach Marokko. Zahlreiche Luxemburger Unternehmen nehmen daran teil – und auch Erbgroßherzog Guillaume mit Gattin Stéphanie.

Tor zum afrikanischen Kontinent 

Zum Programm der Mission, das sich hauptsächlich auf die Bereiche Informations- und Kommunikationstechnologie, Logistik und Schifffahrt konzentriert, gehört neben dem Besuch des modernen Hafens von Tanger und Besuch von Unternehmen auch ein luxemburgisch-marokkanisches Wirtschaftsforum. 

Eines der marokkanischen Vorzeigeunternehmen ist der Softwareentwickler LaFactory im TechnoPark Casablanca, der sich selbst das Motto „Wir beschleunigen die Zusammenarbeit zwischen Tech Startups und großen Unternehmen in Afrika“ gegeben hat. 

Das könnte für die Vertreter von Post Luxembourg oder den Luxemburger Datacenter-Betreiber EBRC, die die Wirtschaftsmission begleiten, von Interesse sein. Ist Marokkos Wirtschaft zwar hauptsächlich von traditionellen Sektoren wie Landwirtschaft, Fischerei und Bergbau geprägt, so steht das Thema Digitalisierung schon länger auf der politischen Agenda, und schon 2016 hat Rabat die Strategie „Maroc Digital 2020“ ins Leben gerufen. Dadurch soll die Wirtschaft digitalisiert und Marokko als regionaler Digitalhub ausgebaut werden. 


Erbgroßherzog in Marokko und Tunesien
Das Erbgroßherzogliche Paar und Wirtschaftsminister Etienne Schneider sind derzeit gemeinsam in Nordafrika auf Wirtschaftsmission unterwegs. Erste fotografische Eindrücke.

Die Chambre de Commerce hatte am Donnerstag zur Präsentation der Ziele der Wirtschaftsmission geladen. Für ihren Präsidenten Luc Frieden ist die Mission eine „gute Gelegenheit, für die Handelskammer und für Luxemburg, die Wirtschaftsbeziehungen mit Marokko auszubauen.“ Unternehmen aus beiden Ländern sollten dadurch erfahren, welche Möglichkeiten der Zusammenarbeit es für sie gibt. 

Laut Mohammed Ameur, Botschafter des Königreich Marokko in Belgien und Luxemburg, sieht sich Marokko als Pol der Sicherheit und Stabilität in der Region, und wirtschaftlich als Scharnier zwischen Afrika und Europa. „Marokko“, so Ameur, „ist ein Land mit einer offenen Wirtschaft, einer pluralistischen Politik und eines toleranten Islam“. 

Hafen der Superlative

„Starke Argumente“, so die Luxemburger Handelskammer, „um luxemburgische Unternehmen zu ermutigen, Win-Win-Partnerschaften mit ihren marokkanischen Kollegen aufzubauen.“ Nach zwei Tagen in der marokkanischen Wirtschafts- und Finanzmetropole Casablanca ist am dritten Tag der Besuch des Hafen- und Logistikkomplexes „Tanger Med“ geplant, derzeit eine der wichtigsten Hafenplattformen der Welt mit einem Jahresumsatz von 7,3 Milliarden Euro. Neben einem 2007 eröffneten Containerterminal beherbergt der Komplex auch Terminals für Schütt- und Stückgut sowie Öl- und Gasterminals. Sicherlich interessant für die Vertreter von CFL Multimodal oder Cobelfret. 

Der Hafen im nördlichen Marokko, inzwischen einer der größten in Afrika und dem Mittelmeerraum, ist im Sommer um neue Terminals erweitert worden und eigene Angaben nach bereits mit 186 Häfen in 77 Ländern verbunden. Mit der Kapazität, neun Millionen Standardcontainer abzufertigen, sieben Millionen Passagiere und 1,7 Millionen Fahrzeugen, ist die Leistung von Tanger Med durchaus beeindruckend: Zum Vergleich: Im Hamburger Hafen lag der Containerumschlag im vergangenen Jahr bei 8,7 Millionen Standardcontainern. 

Von der Hafenerweiterung verspricht sich das nordafrikanische Land einen Impuls für seine Wirtschaft, indem sich neue Industrien in der Region um Tanger ansiedeln. Derzeit sind dort unter anderem Autozulieferer und Textilunternehmen anzutreffen. Für dieses Jahr erwartet Marokko ein Wirtschaftswachstum von drei Prozent. 


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Am dritten und letzten Tag der Wirtschaftsmission in den Vereinigten Arabischen Emiraten besuchte die Delegation die Produktionsstätte der Firma RAK Ceramics, die ihren europäischen Hauptsitz in Luxemburg hat und diesen nun weiter ausbauen möchte.
Mission économique aux Emirats arabes unis ,RAK.Visite de RAK Ceremics. Foto:Gerry Huberty
Weltausstellung 2020 in Dubai
Am zweiten Tag der Wirtschaftsmission in den Vereinigten Arabischen Emiraten besichtigte die Delegation eines der weltweit größten Baggerschiffe der Jan-de-Nul-Gruppe und legte den Grundstein für die Teilnahme Luxemburgs an der Weltausstellung im Jahr 2020 in Dubai.
Kommissarin Maggy Nagel unterzeichnete am Mittwoch in Dubai den Vertrag mit den Ausrichtern der Expo 2020.
Sei der Aufhebung der Sanktionen gegen Iran, versuchen viele Unternehmen sich dort niederzulassen. Auch Luxemburg pflegt Kontakte mit dem Mullah-Staat.
Wirtschaftsminister Etienne Schneider wird im Iran von 40 Unternehmensvertretern begleitet.
Das erbgroßherzogliche Paar befindet sich dieser Tage gemeinsam mit Wirtschaftsminister Etienne Schneider auf eine Wirtschaftsmission in China. Am Donnerstag haben sie dabei das Automobilmuseum in Schanghai besucht.
(de g. à dr.) S.A.R. le Grand-Duc héritier ; S.A.R. la Grande-Duchesse héritière ;