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Luxemburg ist Teil der Mondmission der NASA
Wirtschaft 3 Min. 14.10.2020

Luxemburg ist Teil der Mondmission der NASA

Wirtschaftsminister Franz Fayot hat die "Artemis Vereinbarung" unterschrieben.

Luxemburg ist Teil der Mondmission der NASA

Wirtschaftsminister Franz Fayot hat die "Artemis Vereinbarung" unterschrieben.
Foto: Guy Wolff/Luxemburger Wort
Wirtschaft 3 Min. 14.10.2020

Luxemburg ist Teil der Mondmission der NASA

Marlene BREY
Marlene BREY
Exklusiver Club: Luxemburg gehört zu den ersten Ländern, die den "Artemis-Vertrag" der US-Weltraumbehörde NASA unterzeichnet haben.

Luxemburg gehört seit dieser Woche einem exklusiven Club an. Wirtschaftsminister Franz Fayot (LSAP) hat am Dienstag ein Abkommen zur Zusammenarbeit zwischen der Luxembourg Space Agency LSA und der US-Weltraumbehörde NASA unterzeichnet, wie er am Mittwoch auf einer Pressekonferenz mitteilte. Damit ist es offiziell: Die LSA unterstützt die NASA bei der kommenden Mondmission „Artemis“. 

Das Ziel der Mission ist langfristig angelegt. Bis 2024 sollen die erste Frau und der nächste Mann die Mondoberfläche betreten. Ab dem Jahr 2028 soll es eine Basis auf dem Mond geben. „Das ist ein Programm, das seinesgleichen sucht“, sagte Fayot am Mittwoch dazu. Aber bis dahin ist es noch ein langer Weg. Das Artemis-Abkommen soll die internationale Zusammenarbeit auf diesem Weg strukturieren. 

Space Nation 

Exklusiv ist der Club, wie Fayot selbst betonte, weil bisher erst sieben Staaten dieses Abkommen mit den USA unterzeichnet haben und damit zu den Gründungsmitgliedern zählen. Das Vereinigte Königreich, Australien, Kanada, Italien, Japan und die Vereinigten Arabischen Emirate gehören ebenfalls zu diesen ersten Unterzeichnern. 

Dass Luxemburg als kleiner Partner mit an Bord ist, begründet der Wirtschaftsminister mit den Anstrengungen und Erfahrungen der letzten Jahre. „Mit der 2016 gestarteten Initiative SpaceResources.lu war die Strategie Luxemburgs immer darauf ausgerichtet, den Raumfahrtsektor zu stärken und die Schaffung eines gesunden Weltraum-Ökosystems zu fördern“, erklärte Fayot. „Und zwar durch konkrete Aktionen und Maßnahmen in den Bereichen Regulierung, Bildung, Forschung, Innovation und langfristige Finanzierung.“ 

Nun kommt mit der Unterzeichnung des Artemis-Abkommens immerhin formal ein weiterer konkreter Schritt hinzu. Welche Rolle die Luxemburger Raumfahrtbehörde in Zukunft spielen kann, wird sich dagegen erst in den kommenden Monaten zeigen. 

 Spielregeln für Space Resources 

Marc Serres, CEO der Luxembourg Space Agency, bezeichnete das Artemis-Abkommen als „wichtige politische Botschaft für alle Parteien, die unterschrieben haben“. Um die eigene Rolle zu definieren, sei es noch zu früh. „Wir werden konkrete Möglichkeiten der Zusammenarbeit im Rahmen des Artemis-Programms sondieren“, bestätigte auch Fayot. 

Dennoch ist die Stoßrichtung allen Beteiligten klar: Luxemburg sieht in dem Programm vor allem eine Chance, den Bereich „Space Resources“ weiterzuentwickeln. „Wir sind überzeugt, dass die Artemis-Vereinbarungen zu einem wertvollen Wissensaustausch und technischen Verständnis der Schlüsselfragen führen wird“, so Fayot. 

Und in dieser Hinsicht bietet das Abkommen sogar Maßgaben schwarz auf weiß. In der Sektion zehn des Abkommens werden „Space Resources“ als eigener Punkt aufgeführt. Die LSA fasst diesen Aspekt so zusammen: „Die Gewinnung und Nutzung von Weltraumressourcen ist der Schlüssel zu einer sicheren und nachhaltigen Exploration und die Unterzeichner des Artemis-Abkommens sind sich einig, dass solche Aktivitäten in Übereinstimmung mit dem Weltraumvertrag durchgeführt werden können und werden.“ Der Abbau ist damit also grundsätzlich möglich. 

„Dieser Paragraf ist der Wichtigste für Luxemburg“, betont Serres von der LSA. „Wer das unterschreibt, bestätigt die wichtige Rolle, die Space Resources in der Zukunft spielen werden.“ 


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Serres unterscheidet die Mission in zwei Phasen. Während die USA ihre Astronauten auf dem Mond sehen wollen, werde Luxemburg in der ersten Phase wahrscheinlich noch keine tragende Rolle spielen. Das ändere sich in der zweiten Phase, wenn es die Basis auf dem Mond gibt. Dann kommen nicht nur Space Resources eine wichtige Rolle zu, sondern auch Mobilität, Robotik und die Gewinnung von Energie. „Diese vier Pisten haben wir für Luxemburg identifiziert“, erklärte Serres. 

Der Mond ist erst der Anfang 

Der Titel des Abkommens, das Luxemburg diese Woche unterzeichnet hat, lautet: „Das Artemis-Abkommen – Prinzipien für die Kooperation in der zivilen Erkundung und Nutzung von Mond, Mars, Kometen und Asteroiden für friedliche Zwecke“. Dabei handelt sich nicht um einen rechtlich bindenden Vertrag, sondern um eine Leitlinie. Es liest sich wie ein Grundsatzabkommen, das über die Mondmission Artemis hinausgeht. 

Die Macher haben viel vor: „Artemis wird das breiteste und vielfältigste internationale Programm zur Erforschung des Weltraums durch den Menschen in der Geschichte sein, und die Artemis-Vereinbarungen sind das Vehikel, das diese einzigartige globale Koalition begründen wird“, sagte NASA-Administrator Jim Bridenstine. Ob sich das all die Pläne durchführen lassen, wird sich noch zeigen. In den 1960er-Jahren gelangten US-Astronauten bereits im Rahmen des Apollo-Programms auf den Mond. Aber während die NASA damals phasenweise über mehr als vier Prozent des US-Haushalts verfügte, ist es heute nicht einmal ein halbes Prozent. 

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