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Luxemburg investiert 10 Millionen in Weltraumfirma Northstar
Wirtschaft 2 Min. 17.12.2021 Aus unserem online-Archiv
Kampf gegen Weltraumschrott

Luxemburg investiert 10 Millionen in Weltraumfirma Northstar

Rund 750.000 Objekte zwischen einem und zehn Zentimetern Durchmesser umkreisen bereits die Erde.
Kampf gegen Weltraumschrott

Luxemburg investiert 10 Millionen in Weltraumfirma Northstar

Rund 750.000 Objekte zwischen einem und zehn Zentimetern Durchmesser umkreisen bereits die Erde.
Foto: Shutterstock
Wirtschaft 2 Min. 17.12.2021 Aus unserem online-Archiv
Kampf gegen Weltraumschrott

Luxemburg investiert 10 Millionen in Weltraumfirma Northstar

Thomas KLEIN
Thomas KLEIN
Das kanadische Start-up NorthStar sagt dem Weltraumschrott den Kampf an. Seinen Europasitz errichtet das Unternehmen in Luxemburg.

Unendliche Weiten und Leere, so stellt man sich in der Regel den Weltraum vor. Zumindest was den Erdorbit angeht, ist das aber ein Bild aus der Vergangenheit. Immer mehr Satelliten umkreisen die Erde. Allein in den letzten 20 Jahren hat sich die Zahl der Flugkörper etwa verfünffacht. Mit dem Aufkommen der günstigen Nanosatelliten wird erwartet, dass bis zum Ende dieses Jahrzehnts Zehntausende weiterer Satelliten die Erde umrunden. 

Je dichter der Verkehr im Orbit, desto schwieriger wird es werden, Kollisionen zu vermeiden. Schon heute sind umherschwebende Einzelteile und Weltraumschrott ein wachsendes Problem für die Industrie. Denn bei den Geschwindigkeiten, mit denen sich Objekte in der Erdumlaufbahn bewegen, kann bereits ein Gegenstand in von der Größe eines Golfballes schwere Schäden anrichten. So wird geschätzt, dass derzeit bereits 750.000 unkontrollierbare Objekte die Erde umkreisen. In der Zukunft wir es also immer wichtiger, zu wissen, welche Umlaufbahn solche gefährlichen Gegenstände haben und wie Kollisionen vermieden werden können.

Wirtschaftsminister Franz Fayot (links) mit dem Präsidenten von Northstar Charles Sirois bei der Pressekonferenz am Freitag.
Wirtschaftsminister Franz Fayot (links) mit dem Präsidenten von Northstar Charles Sirois bei der Pressekonferenz am Freitag.
Foto: Gerry Huberty

Das kanadische Start-up Northstar will sich nun dieses Problems annehmen. Wurde der Weltraumschrott bisher in erster Linie von der Erde aus überwacht, will das Unternehmen aus Montreal eine Satellitenkonstellation namens Skylark aufbauen aufbauen, die mithilfe von optischen Sensoren den Weltraumschrott im Blick behält. "Machine Learning"-Software soll dabei helfen, die Bewegungen der Objekte vorherzusagen und deren Umlaufbahnen präzise zu bestimmen.


ARCHIV - 06.04.2011, ---: ILLUSTRATION - HANDOUT - Das computergenerierte Bild der European Space Agency (ESA) zeigt Weltraummüll früherer Weltraummissionen, der neben intakten Satelliten um die Erde kreist. (zu dpa: Satellitenboom - das Internet zieht in den Weltraum um) Foto: -/ESA/dpa - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung und nur mit vollständiger Nennung des vorstehenden Credits +++ dpa-Bildfunk +++
„Weltraumschrott ist ein wachsendes Problem“
Romain Loubeyre von der World Space Sustainability Association stellt sich der Umweltverschmutzung, an die kaum einer denkt.

Potenzielle Kunden des Informationsdienstes sind Raumfahrtagenturen, private Weltraumfirmen oder Satellitenbetreiber, die verhindern wollen, dass ihre  teure Ausrüstung im Orbit beschädigt wird. Aktuell habe man noch keine Kunden unter Vertrag, aber man sei im Gesprächen mit etwa einem Dutzend Interessenten, sagte Stewart Bain, der Gründer und CEO der Firma. 

Luxemburg als Investor

Zu den Investoren von NorthStar gehört neben der Space Alliance, an der unter anderem die französische Thales-Gruppe beteiligt ist, sowie der Regierungen von Quebec und Kanada jetzt auch Luxemburg. Wie das Wirtschaftsministerium gestern mitteilte, wird der Luxembourg Future Fund zehn Millionen Euro in der aktuellen Finanzierungsrunde von NorthStar investieren. „Die Investition in NorthStar fördert weiterhin das nachhaltige und kontinuierliche Wachstum und die Entwicklung der luxemburgischen Raumfahrtkompetenzen“, sagte Wirtschaftsminister Franz Fayot auf der Pressekonferenz am Freitag.

Gleichzeitig gibt das Unternehmen bekannt, dass es seinen europäischen Hauptsitz in Luxemburg errichten wird. Wo genau das Unternehmen seine Zelte im Großherzogtum aufschlagen wird, konnte Stewart Bain noch nicht sagen, aber im Laufe des ersten Quartal des kommenden Jahres soll ein Büro bezogen werden. Bis zum Ende 2022 will North Star mindestens fünf Mitarbeiter in Luxemburg einstellen, in erster Linie im Vertrieb, aber auch Ingenieure und Datenwissenschaftler, um die Lösung des Unternehmens weiterzuentwickeln. 

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