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Luxemburg hilft aktiv bei Aufklärung
Wirtschaft 27.04.2017 Aus unserem online-Archiv
"Panama Papers"

Luxemburg hilft aktiv bei Aufklärung

Das Anwaltsbüro Mossack Fonseca stand im Mittelpunkt der "Panama Papers" und hat auch eine Niederlassung in Luxemburg.
"Panama Papers"

Luxemburg hilft aktiv bei Aufklärung

Das Anwaltsbüro Mossack Fonseca stand im Mittelpunkt der "Panama Papers" und hat auch eine Niederlassung in Luxemburg.
Foto: Chris Karaba
Wirtschaft 27.04.2017 Aus unserem online-Archiv
"Panama Papers"

Luxemburg hilft aktiv bei Aufklärung

Laurent SCHMIT
Laurent SCHMIT
Viele Offshorefirmen in vor einem Jahr öffentlich gewordenen Dokumenten haben eine Verbindung zu Luxemburg. Die Behörden hierzulande helfen nun anderen Ländern, die Fälle zu klären. Auch die Steuerverwaltung dreht die Schrauben fest.

(las) - Luxemburg teilt Informationen über Fälle möglicher Steuerhinterziehung, die in den „Panama Papers“ auftauchen, mit anderen Ländern. Das antwortete Finanzminister Gramegna auf eine Anfrage des EU-Untersuchungsausschusses "Geldwäsche, Steuervermeidung und Steuerhinterziehung" (PANA).

Der Austausch fand teils spontan, teils auf Anfrage anderer Länder statt. Die Steuerverwaltung habe bis Mitte Februar eine Anfrage für Informationen im Ausland gestellt, so Gramegna.

Bekannt war bereits, dass die Steuerverwaltung von 100 Vermittlern von Offshorefirmen die Namen der wahren Besitzer angefragt hat. Mehrere Vermittler hätten geantwortet. Ende März drohte die Verwaltung mit Geldstrafen für jene, die nicht antworten. Mehrere Anwälte wollen dagegen klagen, sagte die Anwaltskammer.

Kritik gab es an der Antwort des Luxemburger Finanzministeriums von Seiten des Europaparlaments, weil sie nicht ausreichend Informationen zum Kampf gegen Geldwäsche enthalte.


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