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Luxemburg führt Nachhaltigkeits-Bonds ein
Wirtschaft 2 Min. 02.09.2020

Luxemburg führt Nachhaltigkeits-Bonds ein

Nachhaltigkeit muss finanziert werden: Luxemburg schafft die regulatorische Grundlage für eine neue Art von Bonds.

Luxemburg führt Nachhaltigkeits-Bonds ein

Nachhaltigkeit muss finanziert werden: Luxemburg schafft die regulatorische Grundlage für eine neue Art von Bonds.
Foto: Guy Jallay
Wirtschaft 2 Min. 02.09.2020

Luxemburg führt Nachhaltigkeits-Bonds ein

Stärkung des Finanzplatzes: Erstmals werden verbindliche Kriterien für eine neue Art von Anleihen definiert.

(MeM) - EU-weit werden Pläne geschmiedet, wie die Finanzwelt „grüner“ und wie nachhaltiges Wirtschaften durch die Finanzbranche gefördert werden kann. Seit 2007 in Luxemburg die weltweit erste „grüne Anleihe“ (green Bond), der „Climate Awareness Bond“ der Europäischen Investitionsbank auf den Markt kam, hat das Großherzogtum bei nachhaltigen Finanzierungen die Führungsrolle inne. Luxemburgs Börse ist heute weltweit der Handelsplatz mit den meisten grünen Anleihen und hat auch große Anteile an sogenannten „responsible“ Fonds. 

Jetzt hat Luxemburg als erstes europäisches Land ein regulatorisches Rahmenwerk für Nachhaltigkeits-Anleihen eingeführt. „Dieses innovative Rahmenwerk, das den höchsten Marktstandards entspricht, ist auch das erste weltweit, das die neuen Empfehlungen der europäischen Taxonomie für grüne Finanzierung vollständig erfüllt“, teilt das Finanzministerium mit. 

„Um seinem Ruf als First-Mover gerecht zu werden“, so das Finanzministerium weiter, habe Luxemburg auch Förderkriterien aufgenommen, die bereits vollständig mit den Empfehlungen des Abschlussberichts der Technischen Expertengruppe (TEG) zur Taxonomie der Europäischen Union übereinstimmen. Im gleichen Sinne wurde der Rahmen so gestaltet, dass er dem Entwurf des European Green Bonds Standard (EU GBS) entspricht. 


Plant growing from coins outside the glass jar on blurred green natural background for business and financial growth concept
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 Vor knapp zwei Jahren hat Luxemburg die „Sustainable Finance Roadmap“ präsentiert, um die führende Rolle des hiesigen Finanzplatzes im Bereich nachhaltiger Finanzen auszubauen. Im selben Jahr hat Luxemburg auch ein sogenanntes „Green Covered Bonds“-Gesetz erlassen, wodurch die neue Kategorie von grünen Pfandbriefen geschaffen wurde.  

Mit dem neuen regulatorischen Rahmenwerk soll nun die Emission von grünen, sozialen oder nachhaltigen Anleihen – die Kombination von umwelt- und sozialen Aspekten – gefördert werden. 

Finanzplatz für die Welt von morgen rüsten 

Damit werde das Land für die Finanzwelt von morgen gerüstet. Zudem hofft die Regierung, dadurch die beiden Leitstrategien für nachhaltige Entwicklung – den Nationalen Plan für nachhaltige Entwicklung (PNDD) und den Integrierten Nationalen Energie- und Klimaplan (PNEC) – zu fördern. 

Nachhaltigkeits-Bonds können den Kriterien nach nur zur Finanzierung oder Refinanzierung bestimmter Projekte dienen, beispielsweise für den Bau umweltfreundlicher Gebäude, Energiewende-Projekte, der Entwicklung von kohlenstoffarmem Verkehr, Umweltschutz, Wasser- und Abwassermanagement, Klimafinanzierung sowie Forschung und Entwicklung in diesem Bereich, Zugang zu Gesundheit, Bildung und soziale Eingliederung oder die Schaffung von erschwinglichem Wohnraum. 

„Auf diese Weise wird der Rahmen ein objektives und transparentes Instrument zur Bestimmung der Nachhaltigkeit der öffentlichen Investitionen des Landes bieten“, teilt das Finanzministerium mit, „und als Katalysator für die Erfüllung seiner Verpflichtungen im Rahmen der Pariser Klimakonvention und der 17 UNO-Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDG) wirken.“ 

Laut Finanzminister Pierre Gramegna wird die Lancierung dieses neuen Rahmens für Nachhaltigkeits-Anleihen „dem Land ermöglichen, seine Position als Kompetenzzentrum im Bereich der verantwortungsvollen, nachhaltigen und innovativen Finanzierung zu festigen.“ 

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