Luxemburg: „Ein Reiseziel erster Wahl“
Luxemburg: „Ein Reiseziel erster Wahl“
„Stabiliséieren, adaptéieren, promovéieren“ – das sind die drei Schlagwörter, die für den neuen „Plan de relance“ für die nationale Tourismusbranche stehen. Der Minister für Tourismus Lex Delles (DP) stellte am Donnerstag die von der Regierung geplanten Maßnahmen, um die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie für den Tourismussektor abzufedern. Dazu zählt die Schaffung eines neuen „Fonds Tourisme“, der mit drei Millionen Euro ausgestattet ist und vor allem jenen Vereinen in der Branche zugute kommen soll, die eigentlich mit Hilfe von Freiwilligen arbeiten. Es handelt sich dabei um nicht rückzahlbare staatliche Finanzspritzen; die Hilfe kann beantragt werden, um beispielsweise Personalkosten oder die Umsetzung der digitalen Strategie zu decken.
„Der Tourismussektor war der Sektor, der am ersten von der Corona-Krise betroffen war, und wird auch der Sektor sein, der am letzten unter den Folgen der Pandemie leiden wird“, stellte Delles fest. „Es ist deshalb wichtig, dass wir besonders in diesem Sektor lernen, wie wir mit Corona umgehen können.“ Im Großherzogtum trägt der Tourismus nach Angaben des „World Travel & Tourism Council“ (WTTC) fast neun Prozent zum Bruttoinlandsproduktes bei; mehr als 30.000 Arbeitsplätze sind mit dem Sektor verbunden. „Der Tourismussektor ist ein wichtiger Pfeiler unseres Landes“, so Delles.
Zielgruppe: Besucher aus dem nahen Ausland
Neben der Schaffung des „Fonds Tourisme“ will die Regierung auch verstärkt Luxemburg als Urlaubsziel in der Großregion und im nahen Ausland fördern. Damit kommt die Regierung eigentlich zum richtigen Zeitpunkt auf die Urlauber im Ausland zu: Erst am Mittwoch wurde beispielsweise im Nachbarland Deutschland von Mitte Juni an die Reisewarnung für 29 europäische Länder aufgehoben – für dieses Jahr besteht also noch die Hoffnung, den Sommerurlaub im Ausland verbringen zu können.
Für Luxemburg sind Reisende aus Deutschland besonders wichtig; nach Angaben des nationalen Statistikamtes Statec sind 15 Prozent der 1,1 Millionen Ankünfte in gewerblichen Betrieben im Jahr 2018 auf Besucher aus Deutschland zurückzuführen. Besucher aus Belgien machen etwa 20 Prozent aus, Besucher aus Holland 17 Prozent und Besucher aus Frankreich 13 Prozent. Die Generaldirektion für Tourismus geht davon aus, dass 88 Prozent aller Ankünfte im Großherzogtum auf Gäste aus Europa zurückzuführen sind.
Und um für Luxemburg als Urlaubsziel zu werben, hat die Regierung auch die Kampagne „Lëtzebuerg – Dat ass Vakanz!“ ins Leben gerufen. Luxemburg soll als „Reiseziel erster Wahl“ vorgestellt werden – geplant sind das Verteilen eines Gutscheins im Wert von 50 Euro (siehe unten) und verschiedene Werbeaktionen.
Geschäftstourismus unter die Arme greifen
Doch damit nicht genug: Neben dem Freizeittourismus muss auch der Geschäftstourismus gefördert werden, so der Minister. „In den vergangenen Jahren ist dieser Form von Tourismus immer mehr Bedeutung zugekommen.“ Nach Angaben der Generaldirektion für Tourismus sind unter normalen Umständen rund 25 Prozent aller Übernachtungen in Hotels, Pensionen und Co. auf den Business-Sektor zurückzuführen, 75 Prozent werden von Freizeittouristen gebucht – die Generaldirektion beruft sich dabei auf Zahlen des „World Travel Monitor“. Derzeit sind aber aufgrund der Corona-Krise alle Arbeitstermine im Ausland ins Homeoffice verlegt worden; Geschäfte werden nicht mehr von Angesicht zu Angesicht gemacht, sondern per Videokonferenz.„Auch wenn Arbeitstreffen nach der Corona-Krise nicht mehr die gleichen sein werden, ist es wichtig, künftig für Luxemburg als Ziel für Geschäftsveranstaltungen zu werben“, heißt es offiziell.
Deshalb nutzte der Minister die Gelegenheit, um auf den bereits angekündigten „Fonds de relance et de solidarité“ zu weisen – der Fonds richtet sich an Unternehmen aus dem Tourismussektor, der Event-Branche und den Horeca-Betrieben. Dazu will die Regierung daran arbeiten, das Vertrauen der Kundschaft wieder herzustellen – um das zu realisieren, soll in den kommenden Wochen ein neues Label „National business events“ entwickelt werden, das allen Gästen hohe Sicherheits- und Hygienestandards verspricht.
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