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Luxemburg drohen Einkommensverluste bei hartem Brexit
Wirtschaft 21.03.2019

Luxemburg drohen Einkommensverluste bei hartem Brexit

„Brexit: Lohnt es sich?“

Luxemburg drohen Einkommensverluste bei hartem Brexit

„Brexit: Lohnt es sich?“
Foto: AFP
Wirtschaft 21.03.2019

Luxemburg drohen Einkommensverluste bei hartem Brexit

Auch wenn keiner weiß, wie der Brexit aussehen und wann er vollzogen wird – das Bruttoeinkommen in Luxemburg und anderen EU-Mitgliedstaaten schmälert er einer Studie zufolge wohl in Milliardenhöhe.

(dpa/mbb/SC) - Kommt es zu einem ungeregelten Austritt Großbritanniens ohne Vertrag, müssen sich die Luxemburger auf einen Einkommensverlust von 127 Millionen Euro jährlich einstellen. Pro Kopf bedeute das rein statistisch gesehen rund 220 Euro weniger, schätzt eine Berechnung der deutschen Bertelsmann Stiftung, die am Donnerstag in Gütersloh veröffentlicht wurde.


Finanzplatz Luxemburg. Boulevard Royal. Photo: Guy Wolff
Der Kampf um die Besten
Der Brexit lässt grüßen: Da schon jetzt Unternehmen der Fondsbranche nach Luxemburg kommen, werden immer mehr Mitarbeiter gesucht. Gelockt werden sie mit Gehältern, die im Jahresvergleich angeblich um bis zu 25 Prozent gestiegen sind.

Nach Großbritannien selbst wäre demnach das exportorientierte Deutschland bei den Bruttoeinkommen am stärksten belastet (fast zehn Milliarden Euro), gefolgt von Frankreich (7,7 Milliarden Euro) und Italien (4,1 Milliarden Euro). Auf das Vereinigte Königreich käme laut Simulation bei einem Austritt ohne Abkommen ein jährlicher Einkommensverlust von 57 Milliarden Euro zu – umgerechnet etwa 875 Euro pro Einwohner.

Ein geordneter Brexit mit Austrittsabkommen würde die negativen Auswirkungen deutlich abmildern, betonen die Autoren. Sie hatten auf Basis von amtlichen Handelsdaten in zwei Szenarien – Brexit mit oder ohne Vertrag – Einkommensentwicklungen geschätzt, auf Grundlage erwarteter Veränderungen beim Bruttoinlandsprodukt. Als Gründe für die erwarteten Verluste nennen sie Zölle, die Waren verteuerten, aber auch einen wohl sinkenden Wettbewerb in Europa mit negativen Folgen für Preis- und Lohnentwicklung.

USA und China profitieren

Bei einem vertraglich geregelten Austritt sieht die Simulation weit weniger negative Auswirkungen. Für Luxemburg nehme man dann Einkommensverluste von 70 Millionen Euro an (122 Euro pro Kopf), für Deutschland wären es 5,3 Milliarden Euro, für Frankreich 4,3 Milliarden Euro. Auch für die gesamte EU (ohne Großbritannien) würde sich der Verlust in etwa halbieren – auf geschätzte 22 Milliarden Euro.

Profitieren könnten wohl die USA und China mit jährlichen Milliarden-Einkommenszuwächsen, einen leichten Anstieg erwartet die Studie auch für Russland.

Dominic Ponattu von der Bertelsmann Stiftung sagte, werde der Handel innerhalb Europas teuer, würden die „Wirtschaftsbeziehungen mit dem Rest der Welt“ attraktiver. Zahlreiche Stimmen aus Politik, Wirtschaft und auch Verbraucherschützer hatten vor drastischen Folgen gewarnt, sollte es zu einem chaotischen Brexit kommen. Die britische Premierministerin Theresa May hat die EU am Mittwoch um einen Aufschub bis 30. Juni gebeten – ohne Teilnahme an der Europawahl zuvor im Mai.

Grafik: Luxemburger Wort




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