Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Luxemburg bekommt einen Bioinkubator für Start-ups
Wirtschaft 3 Min. 21.01.2021 Aus unserem online-Archiv

Luxemburg bekommt einen Bioinkubator für Start-ups

Die Entwicklung des House of Biohealth war seit seiner Einweihung im Januar 2015 in mehreren Phasen geplant.

Luxemburg bekommt einen Bioinkubator für Start-ups

Die Entwicklung des House of Biohealth war seit seiner Einweihung im Januar 2015 in mehreren Phasen geplant.
Foto: Guy Jallay
Wirtschaft 3 Min. 21.01.2021 Aus unserem online-Archiv

Luxemburg bekommt einen Bioinkubator für Start-ups

Nadia DI PILLO
Nadia DI PILLO
In dem neuen Inkubator sollen bis zu zehn Start-ups und innovative Unternehmen einen Ort für Labore und Forschungsaktivitäten bekommen.

Luxemburg bekommt einen Inkubator speziell für Start-ups und Spin-offs aus dem Bereich der Gesundheitstechnologien. Das hat Wirtschaftsminister Franz Fayot am Donnerstag bei einer Pressekonferenz im House of Biohealth in Esch-Alzette angekündigt. Im neuen Inkubator sollen bis zu zehn Start-ups und innovative Unternehmen einen Ort für Labore und Forschungsaktivitäten bekommen. Ziel sei es, Kontakte und Kooperationen zwischen dem öffentlichen und dem privaten Sektor im Bereich der Gesundheit zu fördern. 

Der Bioinkubator wird im House of Biohealth über 350 Quadratmeter Fläche verfügen und stellt laut Minister Fayot eine private Investition von 850.000 Euro dar; er soll noch dieses Jahr voll einsatzfähig sein.  

Franz Fayot
Franz Fayot
Foto: Guy Jallay

„Wir stellen nicht nur komplette Einrichtungen zur Verfügung, sondern bieten den jungen Unternehmen auch eine professionelle Begleitung für ihr Business an“, sagte Franz Fayot. In diesem Kontext hat das Wirtschaftsministerium zusammen mit dem Fonds national de la recherche (FNR) einen Projektaufruf gestartet, um den passenden Dienstleister für die Betreuung der Start-ups zu finden.

Laut Minister sind in Luxemburg derzeit rund 140 Betriebe im Bereich der Gesundheitstechnologien aktiv - 80 Prozent aller Unternehmen haben weniger als zehn Mitarbeiter. Rund 1.600 Menschen arbeiten in der Branche, unter anderem sehr hoch spezialisierte Profile in der Biomedizin etwa oder aber auch in der Informatik.

Dritte Erweiterung des House of Biohealth

Wie der Minister weiter erklärte, spielt das House of Biohealth im gesamten Ökosystem mittlerweile eine sehr wichtige Rolle. Seit seiner Eröffnung im Januar 2015 beherbergt es Unternehmen aus den Bereichen Biotechnologie, Umwelttechnologien und Informations- und Kommunikationstechnik. Die Struktur ist das Ergebnis der Zusammenarbeit zwischen dem Wirtschaftsministerium, privaten Investoren und dem Zare (Syndicat intercommunal pour la création, l'aménagement, la promotion et l'exploitation d'une zone d'activités économiques à caractère régional à Ehlerange). 

Der Rohbau für das neue Gebäude steht.
Der Rohbau für das neue Gebäude steht.
Foto: Guy Jallay

Die Entwicklung des House of Biohealth war seit seiner Einweihung im Januar 2015 in mehreren Phasen geplant. Der dritte und letzte Erweiterungsbau wurde jetzt fertiggestellt - das Richtfest konnte am Donnerstag gefeiert werden. „Wir rechnen damit, dass wir die ersten Mieter ab Mitte des Jahres empfangen können“, sagte Jean-Paul Scheuren, Initiator und Miteigentümer des House of Biohealth. Mit dem neuen und dritten Gebäude können am Ende bis zu 600 Forscher auf fast 9.500 Quadratmeter Laborfläche und 5.500 Quadratmeter Bürofläche arbeiten. 

Das Wirtschaftsministerium unterstützt das Public-Private-Partnership durch die Bereitstellung einer Mietgarantie, wie Franz Fayot erklärte. Neun Unternehmen und zwei öffentliche Forschungslaboren (Luxembourg Institute of Health (LIH) und Luxembourg Centre for Systems Biomedicine (LSCB)) sind derzeit am Standort aktiv, an dem rund 450 Personen beschäftigt sind. 

Die Tätigkeitsfelder sind vielfältig und spiegeln die Diversität des luxemburgischen HealthTech-Sektors wider, von der Diagnostik über medizinische Geräte bis hin zur eGesundheit. Ein international bekanntes Unternehmen ist Fast Track Diagnostics: Die Firma wurde 2017 von Siemens Healthineers übernommen und liefert unter anderem die Tests, die bei allen Einwohnern auf das Corona-Virus Sars-CoV-2 im Rahmen des „Large Scale Testing“ in Luxemburg durchgeführt werden. „Die Firma ist nicht nur ein Pionier in Europa, sondern bietet auch eine Lösung an, die in mehr als 70 Ländern exportiert wird. Damit hat Luxemburg bewiesen, dass es die Kompetenzen und die nötige Innovationskapazität hat“, sagte der Escher Bürgermeister Georges Mischo (CSV). „Wenn das Jahr 2020 eines gezeigt hat, dann, dass es wichtig ist, nicht nur ins Gesundheitswesen zu investieren, sondern auch in die Forschung und die Biomedizin.“

Folgen Sie uns auf Facebook, Twitter und Instagram und abonnieren Sie unseren Newsletter.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Der Wirtschaft widmet die aktuelle Regierung aus DP, LSAP und Grüne in ihrem Programm mehr als 30 Seiten. Realisiert wurde das meiste davon – Die großen wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Themen dieser Legislatur standen allerdings nicht im Programm – die Rifkin-Studie und „Space Mining“. Sie kamen erst später.
Luxembourg Institute of Health
Ein Ort, in dem Gesundheit und Recherche groß geschrieben werden: Das sind die neuen Labore des Luxembourg Institute of Health im House of BioHealth in Esch/Alzette.
Vorsicht ansteckend: In den einzelnen Laboren wird die Sicherheit groß geschrieben.
Fast-Track Diagnostics wurde im Dezember 2006 gegründet und ist ein internationaler Leader in der Entwicklung von Testkits, die es ermöglichen, Infektionskrankheiten nachzuweisen. Ziel ist es, mit präzisen Tests die Ungewissheit über das Krankheitsbild eines Patienten zu verringern.
Dieses Jahr verkaufte Fast-Track Diagnostics insgesamt 7 031 Testkits in mehr als 70 Ländern.