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Luxemburg bei Plastik-Recycling unter EU-Schnitt
Wirtschaft 2 Min. 07.11.2019

Luxemburg bei Plastik-Recycling unter EU-Schnitt

Das Plastikaufkommen in Luxemburg ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen.

Luxemburg bei Plastik-Recycling unter EU-Schnitt

Das Plastikaufkommen in Luxemburg ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen.
Foto: Arno Burgi/ZB/dpa
Wirtschaft 2 Min. 07.11.2019

Luxemburg bei Plastik-Recycling unter EU-Schnitt

Jörg TSCHÜRTZ
Jörg TSCHÜRTZ
In Luxemburg wird nur ein Drittel der Verpackungsabfälle wiederverwertet. Dies hat auch mit der Größe des Landes zu tun.

Bei der Wiederverwertung von Plastikverpackungen gibt es in Luxemburg im internationalen Vergleich offenbar noch Verbesserungsbedarf. Im Jahr 2017 wurden hierzulande nur 33 Prozent der Verpackungsabfälle wiederverwertet, wie aus einer Eurostat-Statistik hervorgeht. Damit liegt Luxemburg im unteren Drittel der EU-Länder. 

Auf Platz eins liegt Litauen (74 Prozent), gefolgt von Bulgarien (65), Zypern (62), Slowenien (60) und Tschechien (59). Ebenfalls Aufholbedarf hat Frankreich (27), während sich Belgien (43) und Deutschland (48) in der oberen Hälfte der Skala wiederfinden. Im EU-Durchschnitt hat sich die Wiederverwertung des Plastikverpackungsabfalls zwischen 2006 und 2016 von 26,4 Prozent auf 42,4 Prozent erhöht.

Auf Nachfrage relativiert das luxemburgische Umweltamt die teilweise großen Unterschiede zwischen den EU-Staaten. Diese lassen sich zum großen Teil dadurch erklären, dass die Länder unterschiedliche Berechnungsmethoden verwenden. Luxemburg zähle die tatsächlich eingesammelten Abfälle, während andere Staaten auf die POM-Methode ("put on the market") zurückgreifen und ihre Statistiken anhand der Produkte berechnen, die auf den Markt gebracht werden.

Fest steht jedoch, dass das Plastikaufkommen in Luxemburg in den vergangenen Jahren beträchtlich gestiegen ist. Die Menge des eingesammelten Plastikmülls wuchs zwischen 2009 und 2016 von 16.000 auf 23.000 Tonnen  nicht einberechnet ist das Plastik, das im Restmüll oder Sperrmüll landet.

Sortierter Müll wird ins Ausland exportiert

Angaben des Wiederverwerters Valorlux zufolge wurden in Luxemburg zwischen 2017 und 2018 54.981 Tonnen Verpackungsmüll eingesammelt. 68 Prozent dieses Abfalls konnte Valorlux zufolge wiederverwertet werden. 

Häufig findet das Recycling im Ausland statt. Die Sortierung der Abfälle aus dem "blauen" und "grünen Sack" erfolgt bei der Firma Hein Déchets in Bech Kleinmacher. Anschließend werden das getrennte Aluminium sowie die Getränkekartons und PET-Flaschen an Recyclingbetriebe in Belgien und Frankreich weiterverkauft. Danach werden die Rezyklate, also die wiederverwertbaren Kunststoffbestandteile, wieder importiert. In Luxemburg selbst werde kein Kunststoff-Rezyklat hergestellt, weil es an den notwendigen Mengen fehlt, um eine solche Industrie aufzubauen, erklärt eine Sprecherin des Umweltamts.


In vorerst 48 Gemeinden dürfen in Zukunft auch Plastikbecher, -töpfe, -tüten und -schalen über den blauen Sack entsorgt werden.
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"Um ein effektives Recycling zu ermöglichen, ist vor allem eine saubere Trennung der einzelnen Kunststoffsorten sehr wichtig", so die Sprecherin weiter. Verbesserungen beim Recycling von Plastikmüll könnten sich dadurch ergeben, wenn bei der Produktion weniger Verbundstoffe benutzt würden. Bei Verbundstoffen handelt es sich um extrem belastbare Kunststoffe, die durch Fasern verstärkt werden. Letztere können nicht sauber getrennt – und somit oftmals nicht recycelt werden.


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