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Luxemburg als Tor zu Europa
Wirtschaft 2 Min. 28.06.2018 Aus unserem online-Archiv

Luxemburg als Tor zu Europa

Bislang hat die VP Bank-Gruppe ihre Geschäftsräume in der hauptstädtischen Avenue de la Liberté.

Luxemburg als Tor zu Europa

Bislang hat die VP Bank-Gruppe ihre Geschäftsräume in der hauptstädtischen Avenue de la Liberté.
Foto: Guy Jallay
Wirtschaft 2 Min. 28.06.2018 Aus unserem online-Archiv

Luxemburg als Tor zu Europa

Andreas ADAM
Andreas ADAM
Seit 1988 ist die VP Bank in Luxemburg vertreten. Später kam noch eine Fondstochter hinzu. Der automatische Informationsaustausch brachte in den letzten Jahren Umwälzungen beim Geschäftsmodell mit sich, doch die Gruppe bleibt dem hiesigen Standort treu.

„Für uns ist es ganz zentral, dass wir einen Standort in der Europäischen Union haben. Wir haben uns vor 30 Jahren dafür entschieden, dass dies Luxemburg ist, und das wird auch so bleiben. Für uns ist Luxemburg das Tor zu Europa und der größte Standort außerhalb unseres Heimmarktes“, so Alfred W. Moeckli am Mittwoch im Gespräch mit dem „Luxemburger Wort“. Der 57-jährige Schweizer ist seit 2013 Chief Executive Officer der VP Bank-Gruppe.

Die Liechtensteiner Privatbank wurde 1956 durch den Fürstlichen Kommerzienrat Guido Feger gegründet und ist heute eine der größten dieses Landes. Die VP Bank hat ihren Sitz in Vaduz. Größter Gesellschafter ist mit 46,6 Prozent die Stiftung Fürstlicher Kommerzienrat Guido Feger.

Weniger Kunden, größere Vermögen

Seit 1988 ist die VP Bank-Gruppe in Luxemburg vertreten. Hier arbeiten heute rund 130 der insgesamt 860 Mitarbeiter. Die VP Bank Luxemburg SA zählt etwa 100 Mitarbeiter. Zu ihren Aktivitätsbereichen zählt die Vermögensverwaltung für Privatpersonen und Finanzintermediäre sowie Fondslösungen. Die VP Fund Solutions Luxembourg SA hat etwa 30 Mitarbeiter.

Hierzulande hörte man in der Öffentlichkeit von der VP Bank-Gruppe vor allem, als diese 2013 von der HSBC Trinkaus & Burkhardt (International) SA die Privatebanking-Aktivitäten sowie das darauf bezogene Fondsgeschäft übernahm. Sonst ist es tendenziell eher ruhig um die Gruppe.

v.l.n.r. Felix Brill (Head of Investment Solutions), Alfred W. Moeckli (CEO), Eduard von Kymmel (CEO VP Fund Solutions Luxembourg), Thomas Steiger (CEO VP Bank Luxembourg).
v.l.n.r. Felix Brill (Head of Investment Solutions), Alfred W. Moeckli (CEO), Eduard von Kymmel (CEO VP Fund Solutions Luxembourg), Thomas Steiger (CEO VP Bank Luxembourg).
Foto:Guy Jallay

Der automatische Informationsaustausch brachte in den letzten Jahren gewisse Umwälzungen beim Geschäftsmodell mit sich. „Luxemburg, Liechtenstein und die Schweiz – das sind drei Länder, die dafür bekannt waren, nicht immer versteuerte Gelder anzuziehen. Inzwischen hat sich das geändert, in dem Sinne, dass man viele von diesen Kunden heute nicht mehr hat. Einige sind transparent geworden. Denen hat man geholfen, auf diesen Weg zu gehen. Andere haben andere Lösungen gesucht“, so Alfred W. Moeckli. Typisch für Luxemburg seien in den letzten Jahren Deutsche mit kleineren Vermögen gewesen, die diese Gelder abgezogen und in ihr Heimatland zurücktransferiert hätten.

„Heute sind wir in der glücklichen Lage, dass der automatische Informationsaustausch bereits umgesetzt ist. Wir sind also nicht mehr auf der Bereinigungsschiene. Das liegt hinter uns. Jetzt sind wir wieder dort, wo wir neue Kunden anziehen können. Und die kommen nicht mehr aus den gleichen Gründen, wie das vor fünf, zehn, 15, 20 Jahren der Fall war“, betonte Alfred W. Moeckli gegenüber dem „Luxemburger Wort“. Heute habe man zahlenmäßig weniger Kunden, die jedoch über größere Vermögen verfügten.

Umzug nach im November geplant

Wer sind diese Kunden der VP Bank in Luxemburg? Laut Alfred W. Moeckli kommen sie mehrheitlich aus dem europäischen Raum. „Wir haben zwar eine Spezialität durch unsere Übernahme von HSBC Trinkaus & Burkhardt, haben natürlich auch einige asiatische Kunden, aber Deutschland ist mit Abstand der größte Markt für uns. Dann folgen weitere europäische Länder.“

Die VP Bank-Gruppe betreute im vergangenen Geschäftsjahr ein Kundenvermögen von weltweit 40,4 Milliarden Schweizer Franken. Davon entfielen 6,3 Milliarden auf die Aktivitäten im Großherzogtum Luxemburg. Die Gruppe verfolgt eine Wachstumsstrategie und investiert in neue Kundenberater. Im Großherzogtum wird die VP Bank-Gruppe voraussichtlich im November umziehen. Von der Avenue de La Liberté in den BGL BNP Paribas Tower in Kirchberg, wo langfristig zwei Etagen angemietet werden.


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