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Luxemburg als Daten-Hub
Wirtschaft 2 Min. 24.05.2019 Aus unserem online-Archiv

Luxemburg als Daten-Hub

Roboter und andere "intelligente" Maschinen bestimmen zunehmend das Berufs- und Privatleben der Menschen.

Luxemburg als Daten-Hub

Roboter und andere "intelligente" Maschinen bestimmen zunehmend das Berufs- und Privatleben der Menschen.
Foto: AFP
Wirtschaft 2 Min. 24.05.2019 Aus unserem online-Archiv

Luxemburg als Daten-Hub

Marco MENG
Marco MENG
Regierung gibt sich eine strategische Vision zur Nutzung von Künstlicher Intelligenz. Es geht vor allem um Datenmanagement.

Die digitale Transformation soll vorangetrieben werden. Dazu präsentierten der Staatsminister und Minister für Digitalisierung Xavier Bettel sowie Wirtschaftsminister Etienne Schneider am Freitag ihre strategische Vision zur Künstlichen Intelligenz, mit der die „Multispezialisierung“, die sich auf bestimmte Sektoren wie Industrie 4.0, Logistik, Umwelt-, Gesundheitstechnologien und Finanzdienstleistungen konzentriert, auf ein neues Niveau gebracht werden.

Informations- und Kommunikationstechnologien gelten als treibende Kraft für die Entwicklung all dieser Bereiche, teilten Bettel und Schneider gestern mit. Gemeinsames Merkmal: Die Analyse von Daten, mit deren Hilfe die Nutzung von Künstlichen Intelligenzen möglich wird.

Das werde Geschäftsmodelle revolutionieren und gleichzeitig neue wirtschaftliche Möglichkeiten schaffen. Mit der Strategie soll Luxemburg weltweit und besonders europaweit an der Spitze der Digitalisierung stehen, was auch zur weiteren wirtschaftlichen Diversifizierung der Luxemburger Wirtschaft betragen werde.

Es ist die erste Strategie, die sich Luxemburg im Hinblick auf die Künstliche Intelligenz gibt. Im Grunde ist sie die Fortsetzung der Digitalisierungsstrategien, die das Land schon mit Glasfaser, Breitband und Datencentern schon begonnen hat umzusetzen. Dazu dient auch der europäische „HPC“-Supercomputer, der in Luxemburg installiert wird. Eine konkrete Summe, die Luxemburg für die Umsetzung der Strategie aufwendet, wurde nicht genannt, denn die Strategie sei kein abgeschlossenes Projekt, sondern ein fortlaufender Prozess.

„Im Verhältnis zur Landesgröße haben wir in diesem Bereich schon mehr als Deutschland oder Frankreich investiert“, so Schneider.


Arbeit der Zukunft
Die Berufswelt steht angesichts der Digitalen Revolution und der Automatisierungsrevolution vor großen Veränderungen. Maschinen und künstliche Intelligenz übernehmen zunehmend gefährliche und eintönige Aufgaben. Doch ist diese Entwicklung nicht nur ein Segen.

Die Strategie zielt vor allem darauf, Daten, die zur Verwirklichung von Künstlicher Intelligenz nötig sind, zu managen und kommerzialisierbar zu machen. So könnten selbstfahrende Fahrzeuge Wirklichkeit werden oder auch auf den Einzelnen abgestimmte personalisierte Medizin und Behandlungsmethoden. Es solle zum Wohl der Menschen sein, wie betont wurde, sowohl in deren Berufs- wie Privatleben.

Wie Daten genutzt werden können und welche neuen Geschäftsmöglichkeit das biete, dazu sei zum einen ein entsprechender rechtlicher Rahmen nötig, aber auch neue Investitionsformen. An beidem arbeite die Regierung, hieß es. In Kürze wird die Regierung dazu auch eine öffentliche Befragung („Consultation Pulique“) durchführen.

Wirtschaftsminister Etienne Schneider sieht in der Nutzung der Künstlichen Intelligenz große Möglichkeiten, dass Luxemburgs auch weiterhin von einem starken Wirtschaftswachstum profitiere, ohne dass damit aber wie in der Vergangenheit immer mehr Arbeitskräfte ins Land strömen müssten.

Mario Grotz, im Wirtschaftsministerium zuständig für neue Technologien, Forschung und Geistes Eigentum, verwies darauf, dass heute nur 0,5 Prozent der vorhandenen Daten wirtschaftlich genutzt werden. Eine Untersuchung des Beratungsunternehmens Boston Consulting Group habe ergeben, dass Luxemburg in der EU bei der Digitalisierung die größten Wachstumschancen habe. Auf der andere Seite stehe Luxemburg auf Platz 22 von 28, wenn es darum gehe, die Digitalisierung industriell zu nutzen.


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