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"Luxembourg Times" geht heute online: Luxemburg auf Englisch
Wirtschaft 1 2 Min. 28.11.2017

"Luxembourg Times" geht heute online: Luxemburg auf Englisch

Chefredakteur Jim Robinson (Mitte) und sein Team, v.l.n.r. : Heledd Pritchard, Alistair Holloway, Barbara Tasch, Roxana Mironescu (stehend), Adam Walder und Hannah Brenton (sitzend).

"Luxembourg Times" geht heute online: Luxemburg auf Englisch

Chefredakteur Jim Robinson (Mitte) und sein Team, v.l.n.r. : Heledd Pritchard, Alistair Holloway, Barbara Tasch, Roxana Mironescu (stehend), Adam Walder und Hannah Brenton (sitzend).
Foro: Guy Wolff
Wirtschaft 1 2 Min. 28.11.2017

"Luxembourg Times" geht heute online: Luxemburg auf Englisch

Pierre LEYERS
Pierre LEYERS
Luxemburg wird als Geschäfts- und Finanzzentrum immer internationaler. Gleichzeitig wächst die Bedeutung des Englischen als Kommunikationssprache. Die „Luxembourg Times“ ist die Antwort auf diese Entwicklung.

Von Pierre Leyers

Beim „Luxemburger Wort“ heißt es am heutigen Dienstag Abschied nehmen. 2011 gegründet, wird der englischsprachige Online-Auftritt der Zeitung abgeschaltet. Es ist kein trauriges Ende, sondern ein hoffnungsvoller Neubeginn, denn zur gleichen Zeit geht die „Luxembourg Times“, das neue Produkt aus dem Medienhaus Saint-Paul, an den Start.

Auf die englischsprachige Business-Community ausgerichtet, viel Wirtschaft, viel Politik, und vor allem erstklassiger Journalismus, von einem aus „native Speakern“ bestehenden Profi-Team gemacht – so lautet das Konzept, mit dem die Macher der „Luxembourg Times“ punkten wollen. Die Chancen, dass ihr Plan aufgeht, stehen gut.

Maßgeschneidertes Angebot

Für etwa 60.000 Einwohner in Luxemburg ist Englisch die Muttersprache, zumindest aber die zweite Sprache für die Kommunikation im Arbeits- und im Privatleben. Vor allem Amerikaner, Engländer und Iren, aber auch Holländer, Skandinavier und zahlreiche Asiaten finden sich in Luxemburg auf Englisch zurecht. Über das Land, in dem sie leben, erfahren sie wenig – es sei denn, sie verstehen Deutsch oder Französisch.

Chefredakteur Jim Robinson und zwei Mitarbeiterinnen.
Chefredakteur Jim Robinson und zwei Mitarbeiterinnen.
Foto: Guy Wolff

Diese Lücke, die bis jetzt nur von dem Hochglanzmagazin Delano und vom „Wort“ bedient wurde, will die „Luxembourg Times“ schließen. Dass es eine rege Nachfrage nach „News“ aus Luxemburg gibt, beweist die „english edition“ von „wort.lu“, die nach stetigem Wachstum täglich etwa 10.000 Online-Besucher erreicht. Die „Luxembourg Times“ will darüber hinaus gehen. „Ein maßgeschneidertes Angebot hat es in der Form, wie wir es bieten wollen, noch nicht gegeben“, sagt Jim Robinson, ihr Chefredakteur. „Wer auf Englisch detailliert und fachkundig etwas über ein neues Steuergesetz oder eine Abstimmung in der Abgeordnetenkammer erfahren wollte, musste lange warten“, fügt er hinzu. Genau das will Robinson und sein Team ändern.

Der Name ist Programm

Der Name „Luxembourg Times“ ist Programm, die Assoziation mit den großen angelsächsischen Vorbildern gewollt. Jim Robinson, der Chefredakteur, muss es wissen, hat er doch mehrere Jahre bei der renommierten Financial Times als „news editor“ gearbeitet.

Robinson, mit seinem Vollbart und dem spitzbübischen Blick einem Schiffskapitän nicht unähnlich, hat tatsächlich so manchen Hafen und so manche Weltstadt gesehen. Ursprünglich stammt er aus Idaho, dem tiefen amerikanischen Westen. „Das ist schon lange her“, erzählt er. „Seit über 20 Jahren lebe ich im Ausland“.

Nach dem Englisch-Studium und dem Abschluss mit einem Masterdiplom zog es ihn als Entwicklungshelfer nach Mexiko, wo er sich später als Redakteur bei einem englischsprachigen Wirtschaftsmagazin erste Sporen im Journalismus verdiente. Es folgten berufliche Etappen im spanischen Valencia, im irischen Cork, mehrere Jahre bei der Financial Times in London, zuletzt bei einem auf Pensionsfonds spezialisierten Fachmagazin.

Finanzierung durch Abonnements

In Luxemburg kann Robinson das machen, um das ihn viele Journalisten beneiden. Er leitet ein neuartiges Projekt, und dazu noch von Anfang an. Neu ist auch das Geschäftsmodell. Die Online-Zeitung will sich nicht wie üblich durch Werbung, sondern vor allem durch Abonnements finanzieren. Das Angebot der „Luxembourg Times“ wendet sich an einzelne Abonnenten, für die es 9,80 Euro im Monat kostet. Vor allem aber Firmen sind angesprochen, die wollen, dass ihre Mitarbeiter gut informiert sind. Vorzugsweise auf Englisch.


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