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„Luxembourg BioHealth Cluster“: Fast-Track Diagnostics: Einzigartige Testkombinationen
Dieses Jahr verkaufte Fast-Track Diagnostics insgesamt 7 031 Testkits in mehr als 70 Ländern.

„Luxembourg BioHealth Cluster“: Fast-Track Diagnostics: Einzigartige Testkombinationen

Pierre Matge
Dieses Jahr verkaufte Fast-Track Diagnostics insgesamt 7 031 Testkits in mehr als 70 Ländern.
Wirtschaft 3 Min. 02.01.2015

„Luxembourg BioHealth Cluster“: Fast-Track Diagnostics: Einzigartige Testkombinationen

Fast-Track Diagnostics wurde im Dezember 2006 gegründet und ist ein internationaler Leader in der Entwicklung von Testkits, die es ermöglichen, Infektionskrankheiten nachzuweisen. Ziel ist es, mit präzisen Tests die Ungewissheit über das Krankheitsbild eines Patienten zu verringern.

Die Angebotspalette an hochqualitativen Multiplex-Tests von Fast-Track Diagnostics gehört zu der vielfältigsten, die heute auf dem Markt verfügbar ist. Die entwickelten Testkits ermöglichen es, sexuell übertragbare Erkrankungen wie Hepatitis, Meningitis, Gastroenteritis, Augeninfektionen, Atemwegserkrankungen, Tropenfieberepidemien oder Transplantationskrankheiten nachzuweisen.

Weltweit verkauft die in Junglinster ansässige Firma ihre Produkte von Ecuador nach Neuseeland. Der Mittlere Osten, besonders Katar, Kuwait oder Oman, gehört zu den Hauptkunden. In 69 Ländern erfolgt die Zusammenarbeit mit insgesamt 37 Distributoren, die regelmäßig ein Feedback über die Angebotsnachfrage der jeweiligen Länder liefern und Fast-Track Diagnostics eine Anpassungsfähigkeit an die verschiedenen Märkte ermöglicht. Kunden sind private Labore, große Laborketten, aber auch Unikliniken und Kliniken mit Laboren, die ihre Tests durchführen können.

„Wenn eine neue Krankheit ausbricht, geht es erstmals darum, Hintergrundinformationen zu sammeln, eine Marktanalyse zu machen und dann Rohmaterialien zu bestellen. Dann entwickeln wir Tests, die wir danach an Patientenproben prüfen“, erklärt die Managerin von Fast-Track Diagnostics, Miriam Steimer. Sind Patientenproben nicht verfügbar, wie jüngst bei dem Ebola-Ausbruch, wird synthetische DNA hergestellt. Die  Entwicklung dauert ungefähr vier bis sechs Wochen. Bevor sie vermarktet werden können, werden Tests an Referenzlabore geschickt. „Wir haben sehr hohe Anforderungen an Qualität und deshalb sehr wenig Beschwerden. So testen wir unsere Kits auf Robustheit und auf unterschiedliche Temperaturen. Unsere Fehlrate liegt bei unter einem Prozent“, versichert Miriam Steimer.

Gute Zusammenarbeit mit den Laboratoires réunis

In Luxemburg zählt die Firma 30 Mitarbeiter. Tochterfirmen gibt es in England, Malta und Indien, wo sich je drei bis vier Arbeiter befinden, die sich hauptsächlich mit dem Vertrieb beschäftigen. Und dieser läuft gut. „Die Tendenz unserer Produktion ist steigend, sie hat sich 2013 um 50 Prozent im  Vergleich zum Vorjahr erhöht. 2014 war es dann noch einmal ein Zuwachs von 30 Prozent“, unterstreicht die Managerin. Insgesamt wurden 2014 7 031 Testkits verkauft. Der erwartete Umsatz der Gruppe soll sich 2014 auf über sieben Millionen Euro belaufen, zwei Millionen mehr als im Vorjahr. Dass Fast-Track Diagnostics 2006 von den Laboratoires réunies mitgegründet wurde, die heute 43 Prozent der Anteile besitzen, gewährt der Firma einen nicht zu unterschätzenden Vorteil gegenüber ihren Konkurrenten. Denn diese liefern ihr regelmäßig Patientenproben, die für die Anwendungsprüfung und die Effizienz ihrer Testkits unumgänglich sind. Außerdem ist Laboratoires réunies für Fast-Track Diagnostics ein Hauptkunde. Für insgesamt 30 Testkits greift er auf seinen Partner zurück. Insgesamt bietet Fast-Track Diagnostics 80 Testkits an, wovon ein Drittel in den letzten drei Jahren entwickelt wurde.

Reaktivitätsfähigkeit als Wirtschaftsvorteil

Dass die Firma im Vergleich zu internationalen Konkurrenten recht klein erscheint, sieht Miriam Steimer als eine weitere Stärke. „Benötigt man einen Test für einen neuen Influenza-Subtyp, können wir sehr schnell reagieren, weniger dringende Projekte stoppen und alle nötigen Etappen in die Wege leiten. Bei großen Firmen ist der Prozess durch die Bürokratie viel länger. Dies gibt uns einen gewissen Marktvorteil“, weiß Miriam Steimer. Die größte Errungenschaft sieht Miriam Steimer in der „syndromic approach“. Testkits sind demnach so aufgestellt, dass durch einen einzigen Patientenabstrich bis zu 33 verschiedene Pathogene festgestellt werden können. Die angebotenen Testkombinationen sind demnach einzigartig. „Dies verhindert, dass ein Patient mehrfach zum Arzt gehen und mehrere Tests durchführen muss, bevor man mit Sicherheit seine Krankheit diagnostizieren kann, falls ein erster Abstrich negativ war“, so Miriam Steimer. Da einige Krankenkassen nicht alle Tests bezahlen, gibt es für Kunden dennoch die Möglichkeit, sich ihre Tests wie in einer Menükarte zusammenzustellen und flexible Kits durch Add-on-Optionen zusammenzubasteln.  

Der Umzug in das „House of Biohealth“ in Belval, der gerade vonstatten geht, soll mit einer Fläche von 200 Quadratmetern für Büros, 300 Quadratmetern für Labors und 100 Quadratmetern für Stocks zur weiteren Entwicklung der Firma beitragen. Auch dort wird diese gut mit Blutabnahmezentren vernetzt sein.  Die Vorteile einer Niederlassung in Luxemburg sieht Miriam Steimer ganz deutlich in der zentralen Lage in Europa und der guten Transportvernetzung für den Vertrieb.

Laurence Bervard