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Luxaviation: Business-Flieger beleben Findel - immer mehr Kunden
Wirtschaft 3 Min. 08.10.2012 Aus unserem online-Archiv

Luxaviation: Business-Flieger beleben Findel - immer mehr Kunden

Patrick Hansen, Vorstand von Luxaviation, möchte sein Geschäft auf dem Findel ausweiten.

Luxaviation: Business-Flieger beleben Findel - immer mehr Kunden

Patrick Hansen, Vorstand von Luxaviation, möchte sein Geschäft auf dem Findel ausweiten.
Foto: Steve Eastwood
Wirtschaft 3 Min. 08.10.2012 Aus unserem online-Archiv

Luxaviation: Business-Flieger beleben Findel - immer mehr Kunden

Während andere Airlines in den vergangenen Wochen eher für negative Schlagzeilen sorgten, hebt Luxaviation ab. Das Luxemburger Unternehmen fliegt vor allem Geschäftsleute – mit wachsendem Erfolg. Jetzt wird ihm der vorhandene Platz zu klein.

Von Cordelia Chaton

Während andere Airlines in den vergangenen Wochen eher für negative Schlagzeilen sorgten, hebt Luxaviation ab. Das Luxemburger Unternehmen fliegt vor allem Geschäftsleute – mit wachsendem Erfolg. Jetzt wird ihm der vorhandene Platz zu klein.

Hansen ist Vorstandsvorsitzender von Luxaviation. Das 2008 gegründete Unternehmen hat sich auf Geschäftsflüge spezialisiert. Von einem Flieger ist die Flotte mittlerweile auf 23 gewachsen. Dabei handelt es sich nicht um Modelle von Boing oder Airbus mit weit über 100 Sitzplätzen, sondern um kleine Geschäftsflugzeuge. Vor allem Cessna Citation XLS, Bombardier Challenger sowie Embraer Legacy und Gulfstream G550 sind es, die die Kunden zu Zielen fliegen, die sonst nur schwer erreichbar sind.

Für Geschäftsleute sind solche Flüge interessant. Sie buchen bei Luxaviation für rund 3 000 Euro die Stunde ein Flugzeug, in das bis zu 13 Passagiere passen. Bei Flügen, die durchschnittlich drei bis vier Stunden dauern und bei denen lange Wartezeiten anfallen, lohnt sich das schnell.

Eine Studie der Universität Darmstadt weist nach, dass Geschäftsflieger bis zu 1,8 Mal günstiger sind als Linienflüge. Mit der Höhe des Gehalts ihrer Fluggäste steigt auch ihre Rentabilität. Luxaviation fliegt unter anderem Regierungsmitglieder, aber auch Geschäftsleute. Luxaviation hat seinen Sitz auf dem Findel, wo gute Nachrichten rar sind. Aber Luxaviation macht nur sieben Prozent seines Umsatzes in Luxemburg.

Geschäftsflüge als Nische

„Vergangenes Jahr im Oktober haben wir ,Fair Jets‘ in Paderborn dazu gekauft. Jetzt gehören wir zu den drei bis vier größten Businessflug-Anbietern in Europa“, ist Hansen überzeugt. Für ihn sind Geschäftsflüge eine Nische. „Und Nischen haben für die Wirtschaft unseres Landes schon immer eine Rolle gespielt:“ Er gehört auch zu den Finanzierern von Luxaviation. Diese sind Partner von Edison Capital Partners. Hinter dem Luxemburger Kapitalgeber stehen Knut Reinertz, Philippe Kauffman, Graham J. Wilson und Patrick Hansen selbst. Letzterer hat sich in Luxemburg einen Namen als Co-Gründer von monster.lu gemacht, bevor er seine Karriere bei Deloitte, Fortis und Young Energy Prize fortsetzte. Nun sitzt er am Steuer von Luxaviation.

Luxaviation beschäftigt derzeit in Luxemburg 70 Mitarbeiter fest, zusätzlich 35 in Deutschland sowie 30 freie Piloten nach Bedarf. Der Umsatz von Luxaviation und Fair Jets zusammen soll sich laut Hansen 2012 bei 30 Millionen Euro bewegen.

Das Unternehmen sucht derzeit Piloten, Kabinenpersonal und Flugzeugmechaniker, aber auch – per Anzeige – eine Halle; bevorzugt auf dem Findel. Vor dem Hintergrund der Diskussionen über freie Kapazitäten bei der Cargolux-Maintenance und die öffentlich diskutierte Nutzung der Halle auf dem Findel hofft Hansen offenbar auf eine mögliche Zusammenarbeit, Allianz oder die Übernahme von Mitarbeitern.

Weltweiter Business-Jet-Markt legt zu

Luxaviation ist nicht der erste Anbieter im Geschäftsflug-Segment in Luxemburg. Seit 1997 schon ist Global Jet aktiv; wenn auch etwas anders. Das Unternehmen aus Howald verwaltet und vermietet Privatjets im Auftrag ihrer Eigentümer. Die Geschäftsflieger können auf Aufwind hoffen. Laut einer J.P.-Morgan-Studie steigt ab diesem Jahr die wirtschaftliche Flughöhe der Business Jets wieder, um 2015 wieder Auslieferungszahlen von 2008 zu erreichen. Marktführer Bombardier veröffentlicht eine Marktstudie von 2011 bis 2030, die zu der gleichen Aussage kommt. 2012 ist das Jahr des Aufschwungs für Business Jets

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