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Luxair verliert Flughafenshops
Wirtschaft 2 Min. 09.06.2015 Aus unserem online-Archiv
Französischer Konzern setzt sich durch

Luxair verliert Flughafenshops

Seit 1970 sind die ehemaligen Tax Free Shops in der Hand von Luxair.
Französischer Konzern setzt sich durch

Luxair verliert Flughafenshops

Seit 1970 sind die ehemaligen Tax Free Shops in der Hand von Luxair.
Foto: Gerry Huberty
Wirtschaft 2 Min. 09.06.2015 Aus unserem online-Archiv
Französischer Konzern setzt sich durch

Luxair verliert Flughafenshops

Ein harter Schlag für Luxair: Das Unternehmen verliert die vier Flughafengeschäfte unter der Marke „Buy Bye“ im neuen Terminal. Die ehemaligen Tax Free Shops wandern damit erstmals seit 1970 in die Hände einer französischen Firma.

(ndp/vb) – Ein harter Schlag für Luxair: Das Unternehmen verliert die vier Flughafengeschäfte unter der Marke „Buy Bye“ im neuen Terminal. Die ehemaligen Tax Free Shops wandern damit erstmals seit 1970 in die Hände einer französischen Firma.

Der Verwaltungsrat von Lux-Airport am Freitag entschied sich im Ausschreibungsverfahren gegen Luxair und für den französischen Konzern Lagardère, der um die vier Geschäfte mit geboten hatte. „Für uns ist das eine Enttäuschung. Wir reden hier von einem historischen Geschäftszweig unserer Fluggesellschaft. Diese Sparte, die vom Passagieraufkommen und der Kaufkraft der Fluggäste abhängt, hat immer einen Beitrag zum Ergebnis des Unternehmens geleistet“, sagt Luxair-Sprecher Jean Lasar. Unklar ist noch, was mit den 39 Mitarbeitern der Shops geschehen wird. Noch für Dienstag ist ein Gespräch mit dem Personal und Gewerkschaftsvertretern anberaumt.

Enttäuschung auch bei den Gewerkschaften: „Ich verstehe diesen Schritt nicht. Die Flughafengeschäfte haben Luxair nicht nur Geld eingebracht, sie erlaubten der Gesellschaft auch, zu Beginn der Reise in Kontakt mit den Kunden zu treten. Wir hätten lieber eine Luxemburger Lösung gesehen, wie wir sie kennen“, bedauert Hubert Hollerich, Gewerkschaftssekretär beim OGBL. Er erinnert daran, dass die Ausschreibung aus dem Dezember 2014 vorsieht, das Personal in das neue Unternehmen zu übernehmen. „Unsere Aufgabe ist es nun, eine Personalvertretung aufzubauen und einen Kollektivvertrag auf Basis des existierenden Kollektivvertrags zu erstellen“, sagt Hollerich.

International gesehen ist der Geschäftszweig „Travel Retail“ voll im Aufschwung. Angesichts steigender Passagierzahlen wird er als Hebel gesehen. Vorreiter in dem Geschäft ist L'Oréal. Der französische Konzern geht davon aus, dass das Geschäft mit den Flughafenshops bis 2024 rund 100 Milliarden Dollar schwer sein wird. Bei Lagardère Services stiegen die Umsätze bisher um zehn Prozent jährlich. Manche Flughäfen haben aus ihren Geschäften wahre Shopping-Paradiese gemacht. Luxair erzielte mit den Flughafenshops im vergangenen Jahr einen Umsatz von zwölf Millionen Euro (11,4 Millionen Euro 2013).

Auch Betreiber des Flughafen-Restaurants wechselt

Eine weitere Firma gehört zu den Verlierern der Ausschreibung: Sodexo. Nach OGBL-Angaben muss der Betreiber von Großgastronomie die Konzession für das Flughafenrestaurant abgeben. Es wird übernommen von der Feinkost-Kette Oberweis, die sich zu diesem Zweck einen Partner gesucht hat. Im Unterschied zu den Airport-Shops besteht für die 25 Mitarbeiter des Restaurants keine Übernahmegarantie.

Kritik von der CSV

Schon kurz nachdem die Entscheidung bekannt wurde, regt sich Kritik von Seiten der Politik. Der CSV-Parteipräsident Marc Spautz fragt, warum Lux-Airport überhaupt die Flughafenshops neu ausgeschrieben hatte. Gesetzlich sei der Flughafenbetreiber nicht dazu verpflichtet. 

An Verkehrsminister François Bausch (Déi Gréng) gerichtet, fragt er, ob der Staat als Aktionär von lux-Airport nicht die Luxemburger Interessen wahren und er nicht auch die Entwicklung von Luxair im Auge behalten müsse. 


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