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Luxair-Mitarbeiter fordern bessere Arbeitsbedingungen
Wirtschaft 14 3 Min. 26.09.2022
Demo vor Transportministerium

Luxair-Mitarbeiter fordern bessere Arbeitsbedingungen

Demo vor Transportministerium

Luxair-Mitarbeiter fordern bessere Arbeitsbedingungen

Foto: Guy Jallay
Wirtschaft 14 3 Min. 26.09.2022
Demo vor Transportministerium

Luxair-Mitarbeiter fordern bessere Arbeitsbedingungen

In Luxemburg-Stadt haben am Montagmorgen rund 800 Luxair-Mitarbeiter für bessere Arbeitsbedingungen und Löhne demonstriert.

(ndp) - In Luxemburg-Stadt haben am Montagmorgen rund 800 Luxair-Mitarbeiter für bessere Arbeitsbedingungen demonstriert. Die Protestaktion begann um 8.15 auf dem Glacis, bevor es dann Richtung Place de l'Europe auf Kirchberg ging. Vor dem Ministerium für Mobilität und öffentliche Arbeiten machten die Mitarbeiter ihrem Unmut Luft. „Stop à la dictature“ und „Luxair-Cargo ist kein Shithole“ konnte man auf Schildern lesen. 

„In den letzten zwei Jahren hat Luxair eine Metamorphose durchgemacht, sowohl in Bezug auf das Personal als auch auf die Organisation und die Arbeitsmethoden“, sagte LCGB-Gewerkschaftssekretär Paul De Araujo in seiner Rede. Seit dem Beginn der Pandemie habe das Frachtzentrum einen derartigen Anstieg der Aktivität verzeichnet, dass die Beschäftigten mit einer Arbeitsüberlastung konfrontiert seien, die zu schlechten Arbeitsbedingungen führe. Was den Passagierverkehr betrifft, „so sind das Flug- und Bodenpersonal seit mehreren Monaten mit der täglichen Forderung nach Flexibilität konfrontiert und erleben eine beispiellose Arbeitsüberlastung“. 

Das derzeitige Verhalten der Geschäftsleitung würde sich stark auf den Ruf und das Ansehen des Unternehmens auswirken. „Durch ihre Missachtung bricht die Generaldirektion von Luxair den sozialen Dialog innerhalb des Unternehmens.“

LCGB fordert Geschäftsplan

Weiterhin forderte die Gewerkschaft einen „echten Geschäftsplan“, der auf die Zukunft des Unternehmens ausgerichtet ist und die Aktivitäten in Luxemburg sicherstellt. „Dieser Geschäftsplan muss es Luxair ermöglichen, sich mit einer entsprechenden Geschäftsstrategie besser gegenüber der verschärften Konkurrenz zu positionieren“, so De Aurajo. 


Ganze Luxair Flotte wegen coronavirus am Boden - Foto: Pierre Matgé/Luxemburger Wort
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Das Personal habe das Recht zu erfahren, wie sich das Unternehmen für die Zeit nach der Krise organisieren will, insbesondere was die Zukunft des Frachtzentrums, des Caterings und der Flotten-Erneuerung betrifft. Investitionen müssten strategisch geplant und durchgeführt werden, um den Fortbestand des Unternehmens und die Existenz der Beschäftigten zu sichern. 

Weitere Forderungen sind die Wiedereinführung eines sozialen Dialogs „auf allen Ebenen“, die Verbesserung der Arbeitsbedingungen, die Verringerung der Arbeitsbelastung und die sofortige Beendigung der Kurzarbeit. Zudem müsse das Einfrieren der Gehälter beendet werden. 

Mitarbeiter „ausgequetscht wie Zitronen“

„Wenn wir nicht jetzt reagieren, steuern wir auf eine Katastrophe zu“, so  OGBL-Sekretärin Michelle Cloos. Ohne Mitarbeiter würde im Unternehmen nicht viel laufen; es sei an der Zeit, dass „die Beschäftigten auch dementsprechend behandelt werden, anstatt sie auszuquetschen wie Zitronen“.

„Es sind nicht die derzeitigen Lohnkürzungen, die die Infrastruktur bei Luxair finanzieren, es sind auch nicht die Beschäftigten, die für die fehlenden Investitionen bei Luxair verantwortlich sind.“ Michelle Cloos forderte, dass sofortige Maßnahmen gegen die Müdigkeit des Personals auf den Weg gebracht werden, bessere menschenwürdige Arbeitsbedingungen und Lösungen, um die Leute zu entlasten. Auf Kurzarbeit sollte aufgrund der besseren Lage bei der Airline verzichtet werden. „Wenn es keine Krisensituation gibt, darf es auch keine Krisenmaßnahmen mehr geben“, so die Gewerkschafterin.

Was Mitarbeiter sagen

„Der Frust innerhalb der Belegschaft ist groß“, bestätigt Antonio, der im Bereich Catering arbeitet. „Wir hoffen, dass es vor allem beim Gehalt eine Veränderung geben wird. Es ist an der Zeit, dass das Gehälter-Einfrieren gestoppt wird.“ Zudem wünscht er sich eine allgemeine Verbesserung der Arbeitsbelastung. „Wenn es zahlreiche Verspätungen gibt, liegt es zum Teil auch daran, dass das Catering nicht optimal funktioniert. Die Belegschaft ist stark unterbesetzt, es fehlen meiner Ansicht nach mindestens zehn Fahrer von Catering-Fahrzeugen am Flughafen.“

Fabio arbeitet seit mehreren Jahren bei Luxair-Cargo. „In den letzten drei Jahren war die Arbeitsbelastung sehr groß. Die Aufgaben wurden auf immer weniger Mitarbeiter konzentriert, die erfahrenen Kollegen haben gekündigt. Während der Covid-Zeit haben wir die ganze Zeit gearbeitet, obwohl wir einen Gehaltsstopp hatten. Der Arbeitsaufwand ist derzeit noch immer sehr groß. Viele Kollegen arbeiten sieben Tage hintereinander, also 56 Stunden pro Woche.“

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