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Luxair mit gutem Ergebnis und schlechtem Ausblick
Wirtschaft 3 Min. 14.05.2019

Luxair mit gutem Ergebnis und schlechtem Ausblick

Auf der Strecke Luxemburg-Paris befördert die Luxair mehr Passagiere als der TGV.

Luxair mit gutem Ergebnis und schlechtem Ausblick

Auf der Strecke Luxemburg-Paris befördert die Luxair mehr Passagiere als der TGV.
Foto: Chris Karaba
Wirtschaft 3 Min. 14.05.2019

Luxair mit gutem Ergebnis und schlechtem Ausblick

Marco MENG
Marco MENG
Mit einem Nettogewinn von 12,5 Millionen Euro hat die LuxairGroup das Geschäftsjahr 2018 abgeschlossen, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte.

Mit einer Gewinnsteigerung  auf  12,5 Millionen Euro schloss die LuxairGroup das Geschäftsjahr 2018 ab, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Die LuxairGroup hat damit ihr Geschäftsergebnis gegenüber 2017 um 30 Prozent gesteigert, obwohl der operative Gewinn von 9,9 auf 7,6 Millionen Euro zurückging. Der Umsatz stieg gegenüber dem Vorjahr um elf Prozent auf 593  Millionen Euro.

Die Airline-Sparte konnte 2018 ihren Verlust vom Vorjahr (minus 6,3 Millionen Euro) nicht minimieren: Unterm Strich flog das reine Airline-Geschäft ein Minus von zehn Millionen Euro ein. Grund hierfür war der gestiegene Kerosinpreis, der um 4,6 Millionen gegenüber dem Vorjahr zunahm, wie  Adrien Ney, Generaldirektor der Airline Group, bei Bekanntgabe der Geschäftszahlen für das vergangene Jahr am Firmensitz Schüttringen bekanntgab. Auch die zunehmende Konkurrenz durch die Flughäfen Hahn und Metz und die steigende Zahl der Wettbewerber auf dem Luxemburger Flughafen selbst machen Luxair zu schaffen. Der härter werdende Konkurrenzkampf zeige sich auch in der Zahl der Pleiten von Fluggesellschaften, von denen es letztes Jahr neun gab, zum Beispiel die von airberlin.

"Inzwischen haben wir auf der Hälfte der Strecken, die wir fliegen, Mitbewerber, auf manchen Strecken sogar mehrere", sagt Ney.

Fracht und Passagierzahl gestiegen

Alle anderen Geschäftssparten erwirtschafteten Gewinn, am besten lief das Reisegeschäft von LuxairTrours. Hier verbuchte Luxair einen Gewinn von 9,7 Millionen Euro (Vorjahr 7,2 Millionen Euro). Auch das Frachtvolumen im Cargocenter stieg weiter und erreichte einen neuen Rekord mit 957 000 Tonnen, eine Steigerung um zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr. "Wir spürten aber deutlich ein Nachlassen des Frachtgeschäft gegen Ende des Jahres", erläuterte Ney. Beim Frachtgeschäft wurde ein Gewinn  von 3,9 Millionen Euro verbucht. Im Vorjahr waren es 5,1 Millionen Euro gewesen.

Die Zahl der beförderten Passagiere stieg um elf Prozent auf 1,92 Millionen, LuxairServices half darüber hinaus 2018 bei der Abfertigung von 4,04 Millionen Passagieren. Luxair macht das Handling für 15 Fluggesellschaften auf dem Luxemburger Flughafen.

Zufrieden mit Flottenbestand

Veränderungen bei der Flotte wird es vorerst keine geben. "Wir sind mit dem Flottenbestand zufrieden", sagte Ney. Inzwischen hat die Airline vier weitere Boeing-Maschinen erworben und die Zahl der Boeings damit verdoppelt. Eine der neuen Maschinen wird im Juli den Betrieb aufnehmen, eine weitere wird als Ersatzmaschine dienen, wenn die Piste des Flughafens Luxemburg erneuert wird. "Das wird eine große Herausforderung", so Ney, "nicht nur für uns, sondern für alle Akteure auf dem Findel."

Für das laufende Jahr und die kommenden zwei bis drei Jahre ist nicht mit einem so guten Ergebnis zu rechnen, sagt Ney. Der Ausblick sei negativ, aber das gelte für alle Airlines. "Die nächsten Jahre werden schwer, aber wir sind darauf vorbereitet", so der Luxair-Chef. Die Gruppe habe eine solide Finanzstruktur, um die erwartete Konjunkturdelle zu überstehen.

Die nächsten Jahre werden schwer, aber wir sind darauf vorbereitet


Lux-Airport - Findel - Photo : Pierre Matgé
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Letzte Bilanz mit Verwaltungsratpräsident Helminger

Bereits am Mittwoch hatte Luxair bekanntgegeben, dass der langjährige Verwaltungsratspräsident Paul Helminger (78) für eine weitere Mandatszeit aus persönlichen Gründen nicht mehr zur Verfügung steht. Im Anschluss an die Hauptversammlung der Aktionäre der Luxair S.A. wurde Giovanni Giallombardo zu seinem Nachfolger als Präsident des Verwaltungsrates der Luxair S.A. ernannt.

Giallombardo, der seit 1984 in Luxemburg lebt, sitzt auch im Verwaltungsrat von Essilor-Luxottica, einem weltweit führenden Unternehmen in der Optikbranche. Leonardo Del Vecchio, Gründer von Luxottica, ist über seine Holding Delfin seit 2015 Großaktionär der Luxair, indem er damals die Beteiligung der Lufthansa an der Luxair übernahm.


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