Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Luxair hebt wieder am Flughafen Findel ab
Wirtschaft 3 Min. 29.05.2020

Luxair hebt wieder am Flughafen Findel ab

Atemschutzmasken, ständiges Desinfizieren und Luftaustausch - damit will Luxair das Reisen sicher machen.

Luxair hebt wieder am Flughafen Findel ab

Atemschutzmasken, ständiges Desinfizieren und Luftaustausch - damit will Luxair das Reisen sicher machen.
Foto: Guy Jallay
Wirtschaft 3 Min. 29.05.2020

Luxair hebt wieder am Flughafen Findel ab

Marco MENG
Marco MENG
Reisen in Zeiten von Corona ist nicht nur eine Herausforderung für die Airline und den Flughafen, sondern auch für die Passagiere.

Polizisten, Sicherheitspersonal, Reinigungskräfte und Monteure, die Reparaturen an den Anzeigetafeln vornahmen. Das war in den letzten Tagen das Bild des Flughafenterminals. Die Check-in-Schalter waren leer, die Shops geschlossen.

Nach und nach werden sie nun öffnen. Denn am Freitag beginnt wieder der reguläre Flugbetrieb. Drei Maschinen von Luxair heben an diesem Freitag vom Luxemburger Flughafen ab – mit Passagieren. Nach zweimonatiger Pause wegen der Virus-Pandemie soll nun langsam wieder der Airlinebetrieb aufgenommen werden. Schon in den letzten Tagen konnte man nach und nach die Flugzeuge von Luxair am Luxemburger Himmel sehen – allerdings waren das nur Übungsflüge ohne Fluggäste an Bord.

Nach dem langen Stillstand prüften die Piloten mit einem halbstündigen Flug die Technik der Maschinen, wie Christoph Blaha, Technikchef von Luxair, erklärt. Zuvor mussten die geparkten Maschinen in den letzten Wochen regelmäßig gemäß Herstellerangaben behandelt werden, dazu gehört der Start der Triebwerke, das Bewegen der Höhen- und Seitenruder sowie die äußere Reinigung. 

Für die Flughafenmitarbeiter wie auch für die Luxair bedeutete das in den letzten Tagen und Wochen große Anstrengungen. Denn der Flughafenbetrieb soll unter den besten hygienischen Bedingungen stattfinden. 

Plexiglasscheiben an den Schaltern sollen Personal und Reisende schützen.
Plexiglasscheiben an den Schaltern sollen Personal und Reisende schützen.
Foto: Guy Jallay

Dass das Fliegen „in Corona-Zeiten“ anders ist als man es bislang kannte, erfährt jeder, der heutzutage in eine Luxair-Maschine einsteigt. Am Flughafengebäude wurden Ein- und Ausgang getrennt, während die Fluggäste beim Einsteigen eine Atemmaske und ein Desinfektionstuch erhalten. 

Die Maßnahmen am Flughafen werden regelmäßig überprüft und an die Anforderungen und Empfehlungen der lokalen Gesundheitsbehörden angepasst, teilt Steinhaus mit. 

Alles dreht sich um Hygiene und Gesundheit 

„Wir haben gemeinsam dafür gesorgt, dass zum einen die Masken und Atemgerät trotz teilweise geschlossener Grenzen nach Luxemburg gekommen sind“, erklärte Flughafendirektor Steinhaus am Donnertsag anlässlich der Präsentation der neuen Hygieneregeln am Flughafen. 

Alle – Mitarbeiter, Partnerunternehmen und Behörden – hätten an einem Strang gezogen, damit der Flughafen als wichtige Infrastruktur seinen Zweck für das Land erfülle, so Steinhaus. Nun wolle man den Flugbetrieb für Personen ebenfalls mit bestmöglichen Gesundheitsstandards beginnen.

Der Flughafen hat verschiedene Konzepte überlegt, damit die Menschen nicht zu nahe kommen. Letztlich liegt es am Verhalten der Reisenden selbst.
Der Flughafen hat verschiedene Konzepte überlegt, damit die Menschen nicht zu nahe kommen. Letztlich liegt es am Verhalten der Reisenden selbst.
Foto Guy Jallay.

Im Flughafengebäude wurden 50 elektronische Desinfektionsspender aufgestellt, und überall sind Markierungen angebracht, die auf die Abstandsregeln hinweisen. „Das A und O sind Händewaschen, Atemschutzmaske tragen und Abstand halten“, so Steinhaus. 

Die Atemschutzmaske ist beim Betreten des Flughafens obligatorisch, aber auch während des Flugs an Bord einer Luxair-Maschine. Obligatorisch ist auch ein Formular, das vor der Sicherheitskontrolle auszufüllen und auch auf der Webseite von Luxair runterzuladen ist. Wer eine der vier Fragen zu Covid-19-Erkrankung oder -kontakt positiv beantwortet, sollte sich den Weg zum Flughafen sparen – denn er wird nicht fliegen dürfen. 

Mit diesen Maschinen werden die Kabinen jeden Abend "eingenebelt" und die Oberflächen desinfiziert.
Mit diesen Maschinen werden die Kabinen jeden Abend "eingenebelt" und die Oberflächen desinfiziert.
Foto: Guy Jallay

Auch andere Fragen zum Fliegen in Corona-Zeiten beantworten Luxair und der Flughafen auf ihren Webseiten. Luxair will Reisewilligen die Angst nehmen Luxair selbst hat zwölf Geräte zum Desinfizieren der Maschinen gekauft, die jeden Abend die Maschineninnenräume einnebeln, um die Oberflächen an Bord zu desinfizieren. 

Zudem wird manuell jede Maschine zwischen zwei Flügen von Mitarbeitern desinfiziert. Auch die Flugbereiter wurden geschult darin, was zu tun ist, wenn bei einem Flug ein Passagier Symptome von Covid-19 zeigen sollte. Wie Luxair erklärt, sind in den Maschinen der Airline Hepa-Luftfiltersystem eingebaut, das kleinste Partikel, darunter auch Viren, filtert. 


Wi , Konsequenzen Lux-Airport und Luxair nach Coronakrise , Flughafen Luxemburg , Sars-Cov-2 , Covid-19 , Foto:Guy Jallay/Luxemburger wort
Flughafenchef René Steinhaus: "Luxairport stand nie still"
Nach zehn Wochen ohne regulären Passagierflugbetrieb freut sich Flughafenchef René Steinhaus wieder auf Passagiere – und hofft, der Neustart gelingt.

„Die Luft in den Flugzeugen wird alle drei Minuten ausgetauscht“, so Technikdirektor Blaha. Ähnlich im Flughafengebäude, wo durch Frischluftzufuhr alle 30 Minuten die Luft vollständig ausgetauscht wird.

Rund um die Gepäckausgabe weisen Bodenaufkleber auf Warte- und Stehbereiche hin, um sicherzustellen, dass auch hier Distanz zwischen den Personen gewahrt ist. Deutlich wird dabei aber, dass es ohne Mithilfe der Reisenden nicht geht – denn letztlich liegt es an ihnen, ob sie vor einem Abflug die Erklärung zu Corona-Kontakten wahrheitsgemäß ausfüllen und darauf achten, am Flughafen einen Sicherheitsabstand zu anderen Personen einzuhalten.

Folgen Sie uns auf Facebook und Twitter und abonnieren Sie unseren Newsletter.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Luftfracht in Luxemburg: Der Boom, der keiner ist
Das Frachtgeschäft am Luxemburger Flughafen knickt mit der Viruskrise kurz ein, berappelt sich dann aber wieder, so der neue Cargo-Verantwortliche bei Luxair. Momentan sind die Mengen auf Vorkrisenniveau - mit vielen Ungewissheiten.
Wirtschaft, Die Lage in der Luftfrachbranche. Boom nur ein Strohfeuer, LuxairCargo, Luxair, Cargo, Cargolux, Frachtflugzeug, Coronavirus, COVID 19, foto: Chris Karaba/Luxemburger Wort
Luxair-Turbulenzen reichen bis in die Politik
Die Opposition kritisiert Art und Weise seiner Nominierung, dennoch ist Gilles Feith zum Generaldirektor ernannt worden. In der Chamber findet eine öffentliche Debatte über die Lage bei der nationalen Airline statt.