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Luxair: 350 Stellen fallen weg
Wirtschaft 09.11.2020

Luxair: 350 Stellen fallen weg

Bei der Tripartite wurde ein Plan für die nächsten drei Jahre ausgearbeitet: Niemand werden entlassen, betonen die Beteiligten.

Luxair: 350 Stellen fallen weg

Bei der Tripartite wurde ein Plan für die nächsten drei Jahre ausgearbeitet: Niemand werden entlassen, betonen die Beteiligten.
Foto: Chris Karaba
Wirtschaft 09.11.2020

Luxair: 350 Stellen fallen weg

Marco MENG
Marco MENG
Die Tripartite-Vereinbarung zur Luxemburger Fluggesellschaft ist unter Dach und Fach - die Durststrecke wird voraussichtlich drei Jahre dauern. In dieser Zeit werden viele Stellen abgebaut - zum Beispiel durch Frührente für 265 Mitarbeiter.

265 Mitarbeiter gehen in den nächsten drei Jahren in Frührente, etwa 300 weitere Mitarbeiter der Luxair-Gruppe werden in den nächsten drei Jahren zeitweise in Kurzarbeit geschickt oder in Weiterbildungsmaßnahmen, respektive werden an andere Unternehmen weitervermittelt.

Zwischen der Luxair-Direktion, den Personalvertretern und dem Staat ist am Montagmittag das vor einem Monat angekündigte Übereinkommen unterzeichnet worden. Es war die vierte Tripartite zum Luftfahrtsektor. Insgesamt werde in den kommenden drei Jahren - durch Verrentung, Frühverrentung und freiwillige Fortgänge bis 2024 ohne Kündigungen etwa 350 Stellen im Betrieb wegfallen, die nicht ersetzt werden.

Kaum Passagierverkehr

Die Fluggesellschaft befindet sich wegen der Corona-Pandemie und eines drastischen Rückgangs der Passagierzahlen seit März unter Druck. Einige Maschinen der Gesellschaft wurden vorläufig stillgelegt, andere fliegen, doch mit weniger Auslastung und mit weniger Frequenzen als normal.

Während das Liniengeschäft ohnehin stets ein Verlustgeschäft war, verdiente Luxair vor allem mit Tourismus. Doch das sonst profitable Geschäft mit Urlaubsflügen liegt am Boden.

Die Gesellschaft rechnet für das laufende Jahr mit einem Fehlbetrag in Millionenhöhe.


Wi , Konsequenzen Lux-Airport und Luxair nach Coronakrise , Flughafen Luxemburg , Sars-Cov-2 , Covid-19 , Foto:Guy Jallay/Luxemburger wort
Luxair-Chef: „Wir spüren diese Krise massiv“
Kaum noch jemand will wegen Corona fliegen - während Luxair und der Flughafen die Flaute in der Bilanz spüren, kommt ein anderer ungeschoren durch die Krise.

Mobilitätsminister François Bausch sagte im Anschluss an die Tripartite: „Wenn wir zusammen kooperieren, kommen wir durch die Krise.“

Luxair habe eine schwierig komplizierte Situation. Es werde auch noch lange so bleiben. Der ausgearbeitete Businesplan soll bis Ende 2023 laufen. In dieser Zeit werde man sich zweimal im Jahr treffen, um die Situation zu beurteilen. Der Staat hilft und hofft, dass die Situation der Luftfahrtbranche 2024 besser ist als heute, so Bausch.

Durch die Pandemie ist eine Vorausschau schwierig. „Es werden Stellen abgebaut, aber niemand wird bei der Luxair entlassen“, betont Bausch.  

Luxair-Chef Gilles Feith: „Es ist nichts mehr, wie es war.“ Reisen werden nur kurzfristig gebucht und ebenso kurzfristig abgesagt. Das mache es schwierig, Flüge zu planen. Im Bereich Cargo stieg hingegen das Aufkommen um 20 Prozent. Darum sei es nun nötig, dass Beschäftigte, die sonst im Passagierbetrieb arbeiten, heute im Frachtbereich arbeiten.

„Jeder trägt seinen Teil dazu bei, die Zukunft von Luxair zu sichern“, so Feith.

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