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Lufthansa verkauft ihr Aktienpaket: Staat übernimmt weitere Anteile an Luxair
Wirtschaft 3 Min. 10.11.2015

Lufthansa verkauft ihr Aktienpaket: Staat übernimmt weitere Anteile an Luxair

Als die Lufthansa dem Staat ihre Ausstiegspläne im Frühsommer 2015 mitteilte, wurde dies offiziell mit einer Reorganisation des Lufthansa-Portfolios begründet.

Lufthansa verkauft ihr Aktienpaket: Staat übernimmt weitere Anteile an Luxair

Als die Lufthansa dem Staat ihre Ausstiegspläne im Frühsommer 2015 mitteilte, wurde dies offiziell mit einer Reorganisation des Lufthansa-Portfolios begründet.
Fotomontage: Marc Flammang
Wirtschaft 3 Min. 10.11.2015

Lufthansa verkauft ihr Aktienpaket: Staat übernimmt weitere Anteile an Luxair

Die Lufthansa möchte sich seit einigen Monaten von ihrer 13-Prozent-Beteiligung an der Luxair trennen. Wie am Dienstag bekannt wurde, übernimmt nun der luxemburgische Staat das Aktienpaket der Deutschen treuhänderisch.

(aa/ks) - Anfang Juli dieses Jahres wurde bereits bekannt, dass die deutsche Fluggesellschaft Lufthansa nach rund 20 Jahren als Aktionär bei der Luxair aussteigen möchte. Nun wird der Staat die 13 Prozent der Deutschen "en portage" kaufen und so vorerst treuhänderisch übernehmen. Dies gab Infrastrukturminister François Bausch am Dienstag bekannt. Zuvor hatte er die Abgeordneten über die Pläne informiert.

Die Finanzmittel für den Kauf werden dem Staatshaushalt entnommen. Noch vor Jahresende will die Regierung zumindest diesen 13-prozentigen Anteil oder eine höhere Beteiligung weiterverkaufen. Der Staat besitzt bereits 39,05 Prozent an der luxemburgischen Airline. Auf die Frage, ob es bereits konkrete Interessenten gebe, sagte Bausch lediglich: "Wir sind optimistisch."

Bausch hofft auf Nullsummenspiel

Bis Ende nächster Woche wird mit einer Entscheidung des Luxair-Verwaltungsrates zur Transaktion gerechnet. Vor dem Weiterverkauf müssen dann noch die weiteren Aktionäre aufgrund ihres Vorkaufsrechts ihre Zustimmung geben. Da ihr Interesse an den zum Verkauf stehenden Anteilen bisher gering war, dürfte dieser Schritt eine Formsache sein.

Bereits vor einigen Wochen hatte der Minister angedeutet, dass der Staat einspringen könnte. Allerdings stimmten Regierung und Lufthansa bei den Preisvorstellungen zunächst nicht überein. Für Verstimmung sorgte in diesem Zusammenhang auch die Entscheidung der deutschen Airline, der Luxair auf manchen Strecken Konkurrenz machen zu wollen.

Der Preis sei nun angemessen gewesen, erklärte Bausch. Er hofft beim Weiterverkauf der Anteile auf ein Nullsummenspiel. Laut Lufthansa-Pressesprecher Thomas Jachnow haben beide Seiten Stillschweigen über den Kaufpreis vereinbart.

Keine Beteiligungen ohne mögliche Einflussnahme

Als die Lufthansa dem Staat ihre Ausstiegspläne im Frühsommer 2015 mitteilte, wurde dies offiziell mit einer Reorganisation des Lufthansa-Portfolios begründet. Man wolle Beteiligungen aufgeben bei Unternehmen, in denen man kein Mitspracherecht habe und somit keine reelle Einflussnahme möglich sei. Nach Angaben von François Bausch bot die Regierung Lufthansa weitere Anteile an, so dass die deutsche Airline mehr Einfluss hätte gewinnen können. Dies habe Lufthansa aber abgelehnt.

Vor einigen Jahren sollte der Lufthansa-Anteil unter Minister Lucien Lux noch auf bis zu 20 Prozent ausgebaut werden, nachdem der Staat die Fortis-Anteile übernommen hatte und dann auch über die 13,14 Prozent der Dexia diskutiert wurde. Auch daraus wurde letztlich nichts.

Die Mehrheit der Anteile an der Luxair gehörte bislang schon dem Staat, d. h. einmal über die direkte Beteiligung in Höhe von 39,05 Prozent sowie indirekt über die 21,81 Prozent der BCEE, was zusammen gut 60 Prozent entspricht. Nun kommen rechnerisch weitere 13 Prozent hinzu.

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