Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Lufthansa bietet für ITA
Wirtschaft 24.05.2022
Luftfahrtbranche

Lufthansa bietet für ITA

Die Alitalia-Nachfolgerin ITA hatte im Dezember 28 neue Flugzeuge bei Airbus bestellt.
Luftfahrtbranche

Lufthansa bietet für ITA

Die Alitalia-Nachfolgerin ITA hatte im Dezember 28 neue Flugzeuge bei Airbus bestellt.
Foto: Airbus
Wirtschaft 24.05.2022
Luftfahrtbranche

Lufthansa bietet für ITA

Der Lufthansa-Konzern will seinen Einflussbereich nach Süden ausweiten.

Die Lufthansa will gemeinsam mit der Großreederei MSC die Mehrheit bei der Nachfolgerin der italienischen Fluggesellschaft Alitalia übernehmen. Gemeinsam haben die beiden Unternehmen ein bindendes Angebot für die Gesellschaft Ita an den italienischen Staat abgegeben, wie Lufthansa auf Anfrage bestätigt. Italien will auch nach dem Verkauf mit einer Minderheit an Bord der stark verkleinerten Airline bleiben.

In dem am Montag beendeten Bieterverfahren galt das Konsortium aus Lufthansa und der Schweizer MSC zunächst als favorisiert. Italiens Finanzminister Daniele Franco hatte vor einigen Tagen erklärt, dass man den Verkauf bis Ende Juni abschließen wolle. 


Alitalia ist seit Jahren auf staatliche Hilfen angewiesen, weil die Airline keine Gewinne mehr einfährt.
Nachfolge-Airline von Alitalia soll ab 15. Oktober starten
Die ersten Flieger sollen laut Ita im Herbst abheben, der Start des Ticketverkaufs ist für den 15. August geplant.

Ob weitere Gebote eingegangen sind, blieb zunächst offen. Im Datenraum hatten sich neben Lufthansa/MSC der US-Luftfahrtinvestor Indigo sowie Air France-KLM und der US-Riese Delta in die Zahlen der Italiener vertieft. Die Franzosen arbeiten mit dem Finanzinvestor Certares zusammen.

Rom als Drehkreuz

Die Lufthansa betrachtet Italien als ihren wichtigsten Auslandsmarkt in Europa. In Rom hatte Konzernchef Carsten Spohr mit dem Konzept seiner vielen Drehkreuze (Multi-Hub) und Airline-Marken geworben. Die schrittweise Übernahme und Integration von Gesellschaften wie Austrian, Brussels Airlines und Swiss könnte zum Vorbild für die Ita werden. Ebenso könnte Rom wie Zürich ein bedeutender Luftverkehrsknoten bleiben. Lufthansa peilt zunächst eine Minderheitsbeteiligung an, hatte der Konzernchef erklärt.

Das finanzielle Risiko einer Ita-Übernahme könnte Lufthansa im Verbund mit der Großreederei MSC in Grenzen halten, die neue Gesellschaft aber schnell in ihre operativen Systeme einbinden. Geführt von der italienischstämmigen Reederfamilie Aponte sucht MSC wie die Konkurrenz von Maersk bis zum Lufthansa-Großaktionär Klaus-Michael Kühne nach Logistik-Investments, Milliarden-Überschüsse aus der Seefracht strategisch sinnvoll unterzubringen. Auch bei Air France ist mit CMA CGM eine milliardenschwere Reederei als Großaktionär eingestiegen.  

Folgen Sie uns auf Facebook, Twitter und Instagram und abonnieren Sie unseren Newsletter.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema